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Bullenwächter mit Ango.jpg Der Ango (bei Agathias: ) ist eine Sonderform der Lanze mit einem, etwa 10 cm langen, pfeilförmigen Blatt aus Eisen, Widerhaken und viereckigem Querschnitt auf einer extrem langen Tülle von ca. 1 Meter Länge. Die Tülle war mit einem Holzschaft verbunden. Die Gesamtlänge dieser Waffe betrug wahrscheinlich zwischen 2 und 3 m. Der Ango wurde als Kampf- und Jagdwaffe benutzt.

Er diente auch dazu, den Schild des Gegners und nach Möglichkeit gleichzeitig auch diesen selbst zu durchbohren. Nach Durchbohren des Schildes sollte dieser mit Hilfe der Widerhaken und des Gewichtes des Angos auch dem Gegner entrissen werden. Das dünne Vorderteil war, wie das des römischen Pilums auch, so konstruiert, dass sich dieses nach dem Wurf verbog und so für den Gegner unbrauchbar wurde.

Der Ango kam hauptsächlich bei den Franken vor, wurde aber auch bei anderen Stämmen wie den Thüringern gefunden. Die größte Verbreitung fand der Ango im unterrheinischen Gebiet, das von den heutigen Städten Lille, Bielefeld und Karlsruhe eingeschlossen wird. Die meisten Funde konnten auf die Jahre 480 bis 520 n. Chr. datiert werden.

Eine ähnliche Waffe ist die Frame (Waffe), ohne Widerhaken, dafür mit einem langen gestreckten Blatt, das römische Pilum und ist in etwa mit der heutigen Harpune zu vergleichen.

Literatur


  • Siegmar von Schnurbein: Zum Ango. In: G. Kossack/G. Ulbert (Hrsg.): Studien zur Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie Bd. 2 (= Festschrift für Joachim Werner zum 65. Geburtstag), München 1974, S. 411-434. ISBN 3-406-00344-3
  • Richard Underwood: Anglo-Saxon weapons and warfare. Stroud, 2001. ISBN 0-75241-910-2 (engl.)

Weblinks


Hieb- und Stichwaffe | Archäologischer Fachbegriff

 

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