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Als Anglisierung wird hauptsächlich das bewusste „Verenglischen“ (im Gegensatz zur Eindeutschung) eigentlich deutscher Wörter bezeichnet, etwa bei Werbeaktionen oder beim Gebrauch von Computern (dazu siehe auch Anglizismus). Der Begriff beschreibt dabei nicht jede, sondern nur die übermäßige Eingliederung englischer Begriffe in den deutschen Sprachgebrauch. Im Weiteren wird auch die Übernahme kultureller, wirtschaftlicher oder sozialer Eigenarten insbesondere aus dem US-Amerikanischen oder Britischen als Anglisierung bezeichnet.

Im Gegensatz zum Anglizismus hat Anglisierung ebenso wie Denglisch eine negative Note und wird als oft störend und unverständlich empfunden. Denglisch beschreibt speziell nur das Einfließen englischer Wörter und wird meist umgangssprachlich gebraucht.

Früher geschahen Übernahmen, um sehr spezifische Sachverhalte bzw. Objekte mit einem eindeutigeren (Fremd)Wort zu belegen und eine vom Deutschen abweichende Nuancierung zu erreichen. Allerdings ist auch das Benutzen englischer Wörter anstelle schon vorhandener deutscher Wörter vermehrt aus modischen Gründen zu beobachten (z.B. wireless statt drahtlos). Analog werden Sozial- oder Wirtschaftsnormen integriert, die in Deutschland bisher unüblich waren.

Insbesondere in der Jugendsprache und in der Geschäftswelt ist eine starke Übernahme anglo-amerikanischer Wortelemente festzustellen. Dabei geschieht dies auf den ersten Blick aus ganz unterschiedlichen Gründen. So eifern Jugendliche ihren Idolen nach, die oft aus den USA kommen. In der Geschäftswelt dagegen wird die Anglisierung mit dem Zwang zur Globalisierung begründet. In jedem Fall kann jedoch die Anglisierung durch Gruppenzwang auf der einen Seite und das Streben nach Individualismus auf der anderen Seite verstärkt werden; insbesondere in sozialen Gruppen in Deutschland (etwa im Gegensatz zu Frankreich) mit starkem Konkurrenzdruck ist daher eine Anglisierung zu beobachten.

Kritiker argumentieren, dass durch die Anglisierung ein dauerhafter Verfall der deutschen Kultur zu befürchten sei; im übrigen würden durch den häufigen Gebrauch englischer Wörter im Deutschen bestimmte Teile der Bevölkerung (insbesondere älteren Menschen) überfordert und damit diskriminiert.

Ein Gegenbeispiel für Anglisierung in der Geschäftswelt ist Porsche, wo die Benutzung von englischen (Fach-)Begriffen bewusst minimiert wird. Dadurch soll die innerbetriebliche Kommunikation gefördert und das soziale Umfeld verbessert werden.

Beispiele


Ein Beispiel für eine Anglisierung ist Ron Sommers Begriff GermanCall, der den älteren Begriff „Ferngespräch“ ablösen sollte, ebenso wie einige Tarifbezeichnungen der Deutschen Telekom.

Als Beispiel für einen Text, der unnötig viele Anglizismen enthält, wird auch oft folgender Ausspruch der Designerin Jil Sander angeführt:
Mein Leben ist eine Giving-Story. Ich habe verstanden, dass man contemporary sein muss, das Future-Denken haben muss. Meine Idee war, die handtailored Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. (...) Allerdings geht unser Voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladysches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muss Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils.

Siehe auch


Weblinks


Sprache | Transkulturation

Anglicisation | Anglicisation

 

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