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Als Angiogenese (griechisch αγγειογένεση, angiojénessi, „die Gefäßentstehung“) bezeichnet man das Wachstum von kleinen Blutgefäßen (Kapillaren), überwiegend durch Sprossung aus einem vorgebildeten Kapillarsystem. Hiervon zu unterscheiden ist die Neubildung von Blutgefäßen aus den sogenannten endothelialen Vorläuferzellen, welche als Vaskulogenese bezeichnet wird.

Es handelt sich um einen sehr komplexen Prozess, bei dem die zur Bildung der Gefäßwände notwendigen Endothelzellen, Perizyten und glatten Muskelzellen durch den Wachstumsfaktor VEGF - Vascular Endothelial Growth Factor aktiviert werden. Hierbei wird das Kapillare umgebende Bindegewebe verdaut und es erfolgt eine Wanderung kleiner Zellausläufer in das Gewebe. Neue Kapillaren können ausschließlich durch Migration (Wanderung) von vorbestehenden Endothelzellen gebildet werden, allerdings kommt es regelmäßig auch zu einer Vermehrung von Endothelzellen (Proliferation). Die spätere Umwandlung der Kapillaren in Arterien und Venen wird durch die Aktivierung bestimmter Gene festgelegt. Während Mitglieder der Notch-Familie für die Arteriogenese zuständig sind, wird die Bildung der Venen durch den Rezeptor COUP-TFII gesteuert. Die abschließende Wandausbildung wird in beiden Fällen durch platelet-derived growth factor (PDGF) und angiopoietin-1 reguliert.

Die Angiogenese ist von erheblicher biologischer und medizinischer Bedeutung. Solide Tumoren sind abhängig von einem mitwachsenden Kapillarnetz (Tumor-induzierte Angiogenese oder Angioneogenese), das den Tumor mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Eine Antitumortherapie mit VEGF-neutralisierenden Antikörpern wird gerade klinisch erprobt.

Eine Methode zur Verhinderung der Gefäßneubildung bei Tumoren heißt Antiangiogenese.

Pathologie

Angiogenesis | Angiogénesis | אנגיוגנזה | Angiogenese | Angiogênese | Angiogenes

 

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