Die Angebotspolitik geht auf die von Wirtschaftswissenschaftlern in den 1930er-Jahren entwickelte und in den 1970er-Jahren neue Theorie zurück und basiert im Wesentlichen auf der Annahme, dass Unternehmen (Anbieter) auf der Grundlage ihrer Gewinn- bzw. Renditeerwartungen über Investitionen und damit auch über die Schaffung von Arbeitsplätzen entscheiden. Im Vordergrund steht die Verbesserung der Investitionsbedingungen. Durch den Anreiz für die Unternehmen zu investieren, soll ein angemessenes Wachstum und dadurch ein hoher Beschäftigungsstand erreicht werden. Auf Eingriffe des Staates soll weitestgehend verzichtet werden.
Erreicht werden sollen diese Ziele durch
Die Angebotspolitik ist neben der so genannten Nachfragepolitik (Keynesianismus) eine der zwei maßgeblichen Politikempfehlungen der Wirtschaftswissenschaften zur Förderung von Konjunktur und Beschäftigung.
Im Kern geht die Angebotstheorie auf das saysche Theorem zurück, benannt nach Jean-Baptiste Say (1767-1832). Es beruht auf der Annahme, dass das Angebot selbst für optimale Bedingungen sorgt, um Nachfrage zu schaffen.
Eine zum Teil angebotsorientierte Wirtschaftspolitik wurde in Deutschland vor rund 20 Jahren von der Bundesregierung unter Bundeskanzler Helmut Kohl umgesetzt. Auch in den USA unter Ronald Reagan (Reaganomics), in Großbritannien unter Margaret Thatcher (Thatcherismus) und in Neuseeland wird so eine Politik durchgeführt.
Allerdings war auch in der eher angebotsorientierten Wirtschaftspolitik auf fiskalpolitische Instrumente nie ganz verzichtet worden. In den 90er Jahren richtete sich das Augenmerk wieder vermehrt auf diese Instrumente. Insbesondere in den USA unter Clinton und in Frankreich unter Jospin erreichte man damit gewisse Erfolge, jedoch auch große Schulden.
Dennoch setzte sich die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik in den Industrieländern weitestgehend durch. Bemerkbar macht sich dies unter anderem in der wirtschaftspolitischen Wende der großen sozialdemokratischen Parteien in Europa.
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