Die Andritz AG (vollständige Bezeichnung Andritz Actiengesellschaft) ist ein österreichischer Anlagenbaukonzern mit Hauptsitz in Graz. Benannt ist sie nach dem Grazer Stadtbezirk Andritz.
Die Andritz-Gruppe beschäftigt weltweit rund 5.400 Mitarbeiter an 15 Produktions- und Servicestätten. Zur Gruppe gehören über 100 Tochtergesellschaften und Vertriebsniederlassungen. Im Jahr 2004 erzielte die Andritz-Gruppe einen Umsatz von 1,48 Milliarden Euro und ein EBITDA von über 115 Millionen Euro. Der Betriebserfolg (EBIT) betrug 76,1 Millionen Euro. Vorstandsvorsitzender ist Wolfgang Leitner (seit 1994).
Obwohl Körösi anfangs nur kleinere Gusswaren herstellte, expandierte das Unternehmen sehr rasch und produzierte Wasserturbinen, Kräne und Pumpen. Schon 1860 beschäftigte die heutige Andritz AG über 500 Mitarbeiter, 1870 waren es bereits 1.300. Mittlerweile wurden auch Dampfkessel, Dampfmaschinen, Bergbaumaschinen und sogar Brücken hergestellt.
1932 musste die Maschinenfabrik Andritz aufgrund der Weltwirtschaftskrise vorübergehend die Produktion einstellen. Dennoch wurde der Fortbestand des Unternehmens gewahrt und die früheren Mitarbeiter bald wieder eingestellt.
1949 begann eine langjährige Zusammenarbeit mit der Schweizer Escher-Wyss-Gruppe, zunächst bei Wasserturbinen. Das Produktportfolio wurde komplett überarbeitet. Die Herstellung von Dampfmaschinen und Luftkompressoren wurde eingestellt, stattdessen konzentrierte sich das Unternehmen auf die Produktion von Wasserturbinen, Kreiselpumpen, Kränen und Stahlbauten. Ab 1951 konnten in Zusammenarbeit mit Escher Wyss komplette Papiermaschinen hergestellt werden.
In den 1960er- und 1970er-Jahren setzte die Maschinenfabrik ihr Wachstum fort: Die Fabrikshallen wurden erweitert, die Produktionsanlagen modernisiert und die Anstrengungen im Forschungsbereich intensiviert. Die Maschinenfabrik produzierte nun auch Hauptkühlpumpen für Atomreaktoren, elektrochemische und metallurgische Anlagen. Das Unternehmen konnte Umsatz und Exportquote stark ausbauen.
1987 erzielte das Unternehmen erstmals wieder operative Gewinne. Im gleichen Jahr übernahm die deutsche Investmentgesellschaft AGIV mit Sitz in Frankfurt am Main die Mehrheit an der Maschinenfabrik Andritz AG. Das Unternehmen wurde strategisch neu ausgerichtet, von einem bloßen Lizenznehmer anderer Maschinenhersteller zu einem führenden, von fremdem Know-how unabhängigem internationalen Anbieter von Hightech-Produktionssystemen.
Mit dem Erwerb von Sprout-Bauer, einem in Pennsylvania (USA) ansässigen Maschinenbauunternehmen, wurde eine erfolgreiche Expansionspolitik eingeleitet. Mit Sprout-Bauer stieß die Andritz-Gruppe unter anderem auch in das Segment für Refiner und Anlagen zur Futtermittelproduktion ein.
1992 wurde die Durametal Corporation aus Oregon (USA), Hersteller von Refinerplatten, 1994 Kone Wood, Ausrüster in der Zellstoffindustrie, und 1995 die dänische Jesma-Matador A/S (heute Sprout-Matador) für den Futtermittelbereich übernommen.
Mit der Neuausrichtung hin zu einem internationalen, umfassenden Anlagenbauunternehmen änderte sich Mitte der 1990er-Jahre auch der Name von Maschinenfabrik Andritz AG (kurz MFA) in Andritz AG (wobei als gewisse Reminiszenz die traditionelle Schreibung Actiengesellschaft beibehalten wurde; interne Kurzbezeichnung AAG).
Anfang 1998 erwarb Andritz die Mehrheit an der Sundwiger Eisenhütte Maschinenfabrik GmbH & Co. (heute Sundwig GmbH) mit Sitz in Hemer (Nordrhein-Westfalen), 2000 einen Hälfteanteil an der Ahlström Machinery Group. Im Juni 2001 wurde Ahlström vollständig von Andritz übernommen.
Neben den zahlreichen Akquisitionen veränderten sich auch die Eigentümerverhältnisse: Die AGIV verkaufte 1999 ihren Anteil an ein Konsortium aus der Carlyle Group, GE Capital, der Unternehmensinvest AG, der Deutschen Beteiligungs-AG und der Custos-Privatstiftung des Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Leitner und anderer Vorstandsmitglieder.
2002 wurde Andritz mit der Übernahme eines Teilbereichs der amerikanischen SELAS Corp. auch im Bereich der kontinuierlichen Feuerverzinkungsanlagen zum Komplettanbieter.
Im Juni 2003 wurden weitere ca. 6,1 Millionen Aktien aus dem Besitz der Finanzinvestoren (UIAG, Carlyle Group, Deutsche Beteiligungs-AG, GE Capital) an Privatanleger und institutionelle Investoren begeben.
Im September 2003 wurde außerdem die Heinrich Fiedler GmbH & Co. KG in Regensburg (Siebkörbe) erworben, im Jahr 2004 dann Bird Machine (Zentrifugen, Kammerfilterpressen) und Teile von Netzsch (Entwässerungsaggregate, Kammerfilterpressen), Otto Kaiser (mechanische Hochleistungspressen, Sitz in Bretten, Baden-Württemberg) und VA Tech WABAG (Fließbetttrocknungssysteme).
Zuletzt wurde im Juni 2004 außerdem ein Joint-Venture mit dem Industriedienstleister Rheinhold & Mahla AG gegründet, die European Mill Service GmbH (EMS).
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Andritz AG".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world