Andrea Doria (* 30. November 1466; † 25. November 1560) war ein genuesischer Admiral und Fürst von Melfi.
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Frühe Jahre
Andrea Doria war Spross der alten Genuesischen Adelsfamilie
Doria-Pamphilij-Landi, die schon seit Jahrhunderten hervorragende Flottenführer hervorgebracht hatte. Er wuchs vaterlos auf und diente als
Condottiere zunächst dem
Papst, dann auch anderen italienischen
Fürsten. 1503 kämpfte er für seine Heimatstadt auf
Korsika gegen die Franzosen, die er auch zum Rückzug aus
Ligurien zwang. Danach wurde er
Admiral und kämpfte an der Spitze der genuesischen Flotte gegen Türken und nordafrikanische
Piraten.
Mordkomplott in Monaco
Im Jahr
1523 verbündete sich Doria mit dem Mitglied der Familie
Grimaldi Barthélémy Doria de Dolceacqua, einem Neffen des regierenden Herren von Monaco,
Lucien von Monaco. Gemeinsam planten sie den Mord an Lucien und führten diesen am
22. August 1523 durch, um die Erbfolge von Monaco für die Dolceacqua zu sichern.
Kriege zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich
Genua wurde sowohl von
Frankreich als auch vom
Heiligen Römischen Reich beansprucht und wiederholt besetzt (vgl.
Italienische Kriege). Als
Kaiser Karl V. die Stadt 1522 eroberte, verbündete sich Doria mit den Franzosen und trat in die Dienste König
Franz I. 1524 befreite Andrea Doria das von den kaiserlichen Truppen belagerte
Marseille. Nachdem sich der französische König danach undankbar gezeigt hatte (schlechte Behandlung, unzureichende Entschädigung, Verzögerungen bei der versprochenen Rückgabe der Stadt
Savona), verlängerte Doria seinen Vertrag nicht mehr weiter und trat 1528 in die Dienste des Kaisers.
Wiederherstellung der Republik Genua
Doria befahl seinem Neffen Filippino, der zusammen mit den Franzosen
Neapel belagerte, den Rückzug. Mit Unterstützung führender Familien wurden die in Genua verbliebenen Franzosen ausgewiesen und die Republik unter kaiserlichem Schutz wiederhergestellt. Andrea Doria reformierte die Verfassung, überwand die Spannungen zwischen
Guelfen und Ghibellinen und schuf die Grundlagen für eine aristokratische Regierungsform. Er hatte bis zu seinem Tod erheblichen Einfluss auf das “Parlament” Genuas. Die Stadt gab ihm neben vielen Privilegien zwei Paläste und gestand ihm den Titel “Liberator et Pater Patriae” (“Befreier und Vater des Vaterlandes”) zu.
Kaiserlicher Admiral
Andrea Doria befehligte als kaiserlicher Admiral mehrere Einsätze gegen die Türken. Er eroberte
Corona,
Patras und
Tunis, wo er 1535 20.000 von den
Osmanen als
Sklaven gehaltene
Christen befreite.
1538 wurde eine europäische Flotte mit 600 Schiffen unter der Führung von Andrea Doria bei
Prevesa von einer türkischen Flotte mit 120 Schiffen unter der Führung von
Barbaros Hayreddin Pascha und
Turgut Reis ("
Dragut") geschlagen. Doria soll diese Niederlage nicht unabsichtlich zugelassen haben, weil er seinen venezianischen Rivalen schaden wollte. 1541 musste er den Kaiser auf einem Feldzug in Algerien begleiten, der wie von Doria vorausgesagt scheiterte. Die dort eingesetzten Streitkräfte konnten nur dank Dorias Eingreifen der völligen Vernichtung entgehen. Auch in den folgenden Jahren diente er dem Kaiser in
Europa und im
Orient aktiv und erfolgreich, obwohl er schon über siebzig Jahre alt war.
Späte Jahre
Nach dem
Frieden von Crépy (1544) zwischen Franz I. und Karl V. plante Doria seinen Rückzug aus dem aktiven politischen und militärischen Leben. Doch sein persönlicher Reichtum und Einfluss brachte ihm Neid, Missgunst und auch offene Feindschaft ein. Auch die Arroganz seines Neffen und Erben Giannettino Doria trug dazu bei. 1547 versuchten genuesische Adelsfamilien in einem
Komplott, die Macht der
Doria in der Stadt zu brechen. Dabei wurde sein Neffe Giannettino ermordet. Andrea Doria durchkreuzte die Pläne seiner Gegener bei dieser und anderen Gelegenheiten energisch. Auch Kaiser Karls Versuche, spanische Truppen in der Stadt zu stationieren und Genua auf diese Weise unter seine Kontrolle zu bringen, scheiterten an Dorias Opposition.
Noch 1550, also mit 84 Jahren, führte Doria die Flotte gegen nordafrikanischen Piraten. Durch einen erneuten Kriegsausbruch zwischen dem Kaiser und Frankreich sah sich Andrea Doria wiederum veranlasst, für die Unabhängigkeit seiner Republik zu kämpfen. 1553 bis 1555 führte er die genuesischen Truppen auf Korsika in den wechselvollen Kämpfen gegen die Franzosen.
1555 kehrte er alt und gebrechlich nach Genua zurück und zog sich definitiv von allen öffentlichen Ämtern zurück.
Siehe auch
Literatur
Franz Kurowski: "Genua aber war mächtiger. Geschichte einer Seemacht." Universitas, München, 1986. (ISBN 3881996842)
Weblinks
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Militärperson (Genua)
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