Im Jahr 1986 begann Agassis Karriere auf der Tennis-Profitour, und schon ein Jahr später konnte er seinen ersten Profititel in Itaporica gewinnen. 1988 zog der von Nick Bollettieri trainierte Agassi ins Halbfinale der French Open ein, wo er in einem denkwürdigen Fünfsatzmatch, von Krämpfen geplagt, Mats Wilander unterlag. In den nächsten Jahren steigerte sich Agassi zunehmend und gewann bis zur Saison 1991 weitere 13 Profiturniere. Auf einen Grand-Slam-Titel musste er jedoch bis 1992 warten. 1990 erreichte er sein erstes Grand-Slam-Finale (French Open), scheiterte aber an Andres Gomez. Wenige Monate später verlor er im Finale der US Open gegen seinen Landsmann Pete Sampras. Agassi und Sampas sollten die größten Rivalen und die dominierenden Spieler der 90er Jahre werden. Im Herbst desselben Jahres krönte sich Agassi bei der erstmals ausgetragenen ATP-Weltmeisterschaft (Nachfolgeturnier des Tennis Masters) zum Weltmeister. 1991 zog Agassi abermals ins Finale der French Open ein, verlor jedoch wieder, diesmal in einem hochdramatischen Endspiel gegen Jim Courier. Mit seinen langen Haaren und schrillen Spielbekleidungen hatte sich Agassi das Image eines Rebellen geschaffen. Er ignorierte in den Jahren 1988–1990 das bekannteste Tennisturnier der Welt in Wimbledon. Nach außen lehnte er die strikte Kleiderordnung bei diesem Turnier ab, viele Kritiker vermuteten aber auch, dass seine Spielart für den Rasenplatz in Wimbledon nicht gut geeignet sei. Umso überraschender war es, dass Agassi gerade in Wimbledon seinen Durchbruch schaffte, als er dort 1992 im Endspiel Goran Ivanisevic bezwang und endlich seinen ersten ganz großen Sieg einfuhr.
Nach einer von Verletzungen überschatteten Saison 1993 folgte der endgültige Aufstieg von Andre Agassi, als er 1994 die US Open (im Finale gegen Michael Stich) gewann. Im Jahr darauf konnte er zum ersten Mal die Australian Open gewinnen und wurde wenige Monate später zum ersten Mal Nummer 1 der Tennis-Weltrangliste, eine Position die er 30 Wochen lang behaupten konnte. Kurz vor den Australian Open hatte Agassi sein Aussehen radikal geändert, indem er sich die lange Mähne abrasierte. Im Finale der US Open 1995 stand Agassi wieder Sampras gegenüber, verlor jedoch in vier Sätzen. 1996 erreichte Agassi die Halbfinals bei den Australian Open und den US Open (Niederlage gegen Michael Chang). Sein größter Triumph der Saison gelang ihm bei den Olympischen Sommerspielen in Atlanta, wo er die Goldmedaille gewinnen konnte. In den Jahren 1994–1996 war Agassi konstant unter den absolut besten Spielern der Welt, konnte sich im – von seinem Sponsor Nike, für den auch Sampras warb, hochgespielten – „Duell der Giganten“ mit Landsmann Sampras aber nur selten siegreich behaupten. Diese Entwicklung, aber auch die mediale Hetzjagd auf Agassi und seine Frau Brooke Shields (die er im April 1997 heiratete) hatten einen stark negativen Einfluss auf Agassis Auftreten auf dem Tennisplatz.
Nach der Halbfinalniederlage bei den US Open 1996 gegen Chang ging es mit Agassi steil bergab. In der Saison 1997 stürzte Agassi in die Tiefen der Weltrangliste ab, bis er sich auf Platz 141 wiederfand und nur noch bei kleineren Turnieren antreten konnte. Schließlich entschied er sich dafür, sich wieder vollkommen auf den Tennisport zu konzentrieren. Auch auf dem Platz hatte Agassi sein altes Rebellenimage gänzlich abgelegt und wurde zu einem großen Vorbild für junge Spieler. Der Lohn für diese neue Einstellung sollte schon bald folgen, denn mit fünf Turniersiegen in der Saison 1998 schaffte der Amerikaner wieder den Sprung unter die besten Spieler der Welt. 1999 sollte dann die beste Saison in Agassis langer Karriere werden. Mit einem Fünfsatz-Finalerfolg gegen Andrei Medvedev sicherte sich Andre Agassi seinen ersten Erfolg bei den French Open und war damit erst der fünfte Spieler in der Tennisgeschichte, dem es gelang, alle vier Grand-Slam-Titel mindestens einmal zu gewinnen. Einen Monat später folgte allerdings ein Dämpfer, als Agassi im Finale von Wimbledon wieder einmal Pete Sampras deutlich unterlegen war. Doch mit seinem zweiten Triumph bei den US Open steigerte sich Agassi noch einmal deutlich und konnte zum ersten Mal in seiner Laufbahn eine Saison an der Spitze der Weltrangliste abschließen.
Agassi begann die Saison 2000 so, wie er die vorhergehende abgeschlossen hatte, mit großen Erfolgen. Gleich bei den Australian Open im Januar konnte er im Finale gegen Yevgeny Kafelnikov triumphieren und hatte damit auch vier Grand-Slam-Finals in Folge erreicht, was in den letzten 60 Jahren nur Rod Laver gelungen war. In Wimbledon unterlag Agassi dagegen in einem hochdramatischen Halbfinale dem Australier Patrick Rafter. Zum Jahresende hatte Agassi sogar die Möglichkeit, wieder die Saison auf Platz 1 abzuschließen, doch der Finaleinzug beim Masters-Cup reichte nicht aus. 2001 folgte gleich die Titelverteidigung bei den Australian Open gegen Arnaud Clément. In einer Wiederholung des Spieles vom Vorjahr unterlag Agassi in einem ebenso knappen Halbfinale Patrick Rafter in Wimbledon. In einem sensationellen Viertelfinal-Spiel bei den US Open unterlag er Pete Sampras (7-6, 6-7, 6-7, 6-7), ohne ein einziges Aufschlagspiel abzugeben. Auch 2002 spielte Agassi wieder eine starke Saison, indem er drei Turniere der Masters Series gewann und das Jahr auf dem zweiten Platz der Weltrangliste beendete. Bei den US-Open kam es zum letzten Duell Agassi gegen Sampras, und Sampras hatte – wie so oft – am Ende wieder die Oberhand und gewann das Turnier. Ein Jahr später sollte Sampras seine Karriere beenden, ohne jemals ein weiteres Spiel absolviert zu haben. 2003 folgte für Agassi der dritte Sieg in vier Jahren bei den Australian Open, diesmal im Finale gegen den Deutschen Rainer Schüttler. Später im Jahr eroberte Agassi noch einmal Platz 1 der Weltrangliste und hielt diese Position für weitere 13 Wochen. Am Ende reichte es immerhin noch einmal für Platz 4 in der Abschlussrangliste.
Im Kader der USA stand er zudem bei den Davis-Cup-Triumphen 1990 und 1992, wobei das Davis-Cup-Team 1992 mit den Spielern Pete Sampras, Jim Courier, Andre Agassi und John McEnroe als eines der besten aller Zeiten gilt. 2005 musste Agassi eine bittere Niederlagen gegen Ivan Ljubicic hinnehmen, denn diese bedeutete das Aus in der ersten Runde.
| Turnier | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 | 2000 | 1999 | 1998 | 1997 | 1996 | 1995 | 1994 | 1993 | 1992 | 1991 | 1990 | 1989 | 1988 | 1987 | 1986 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Australian Open | - | VF | HF | S | - | S | S | AF | AF | - | HF | S | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| French Open | - | 1 | 1 | VF | VF | VF | 2 | S | 1 | - | 2 | VF | 2 | - | HF | F | F | 3 | HF | 2 | - |
| Wimbledon | 3 | - | - | 4 | 2 | HF | HF | F | 2 | - | 1 | HF | 4 | VF | S | VF | - | - | - | 1 | - |
| US Open | F | VF | HF | F | VF | 2 | S | 4 | 4 | HF | F | S | 1 | VF | 1 | F | HF | HF | 1 | 1 | |
| Turniersiege | 1 | 1 | 4 | 5 | 4 | 1 | 5 | 5 | 0 | 3 | 7 | 5 | 2 | 3 | 2 | 4 | 1 | 6 | 1 | 0 | |
| Weltrangliste | 7 | 8 | 4 | 2 | 3 | 6 | 1 | 6 | 122 | 8 | 2 | 2 | 24 | 9 | 10 | 4 | 7 | 3 | 25 | 91 |
VF = Viertelfinale, HF = Halbfinale, F = Finale, S = Sieg, Ziffer = Vorrunde
Mann | Geboren 1970 | Tennisspieler (USA) | Olympiasieger (Tennis)
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