Die Andamanen und Nikobaren (Hindi: अंडमान और नोकोबार द्वीप समूह, englisch: Andaman and Nicobar Islands) sind ein indisches Unionsterritorium, 1.255 km südöstlich von Kolkata und 1.190 km östlich von Chennai. Sie erstrecken sich von 6°45' bis 13°41' Nord, ungefähr entlang des 93. östlichen Längengrades westlich der thailändischen Urlaubsküste und nordwestlich von Sumatra. Der 10. Breitengrad mit dem Ten Degree Channel trennt die nördlichen Andamanen von den Nikobaren. In seiner Hauptstadt Port Blair lebt etwa ein Drittel der etwa 356.265 Einwohner (Stand 2001).
Das Andamanische Meer mit dem Nord-Preparis-Kanal trennt das Territorium vom östlich gelegenen Myanmar. Zum Staatsvogel wurde die Andaman Holztaube gewählt, das Staatstier ist der Dugong, der einheimische Padauk-Baum repräsentiert die Flora.
Vor der Unabhängigkeit Indiens dienten die Andamanen und Nikobaren aufgrund ihrer Abgeschiedenheit als Gefangenenkolonien für Mitglieder der indischen Unabhängigkeitsbewegung. Das in dieser Zeit in Port Blair erbaute Cellular Jail, eines der ersten Gefängnisse mit Einzelzellen, hält heute im Range eines Nationaldenkmals die Erinnerung an diesen Umstand wach. Das Gebäude mit seinen ehemals sieben radial angeordneten Zellentrakten diente später jedoch auch dem Strafvollzug an unpolitischen Delinquenten.
Die japanische Besetzung im Zweiten Weltkrieg - durch die Indian National Army unter Führung von Subhash Chandra Bose - und die nachfolgende Errichtung des militärischen Hauptquartiers der INA verweist auf die militärstrategische Bedeutung der Inselkette. Indien trägt dem heute mit nicht geringer Präsenz von Marine, Luftwaffe und Armee (u.a. ein Gurkharegiment) Rechnung. Der regierende Repräsentant der Zentralregierung, der Lieutenant Governor, ist in der Regel ein hochrangiger Militärangehöriger.
Am 26. Dezember 2004 wurden durch ein Erdbeben im Indischen Ozean (9,0 auf der Richterskala) und die dabei entstehenden Tsunamiwellen auf den Andamanen und Nikobaren verheerende Schäden angerichtet und tausende Bewohner getötet. Die Anzahl der Inseln hat sich dadurch verändert. Das genaue Ausmaß der Katastrophe ist für das Unionsterritorium noch nicht abzusehen.
Ein Großteil der 572 Inseln mit insgesamt 8.249 km² (Andamanen 6.408 km², Nikobaren 1.841 km²) ist mit Regenwald bestockt. Die höchste Erhebung ist Saddle Peak auf Great Andaman mit 730 m Höhe, sowie der Mount Thullier auf Great Nicobar Island (642 m). Die größten Eilande sind Middle Andaman Island (1.536 km²) und Great Nicobar Island (1.045 km²), das kleinste Ross Island mit 0,8 km². Die Inselkette stellt Gipfel eines untermeerischen Gebirgszuges dar, der Teil der alpiden Orogenese von den Pyrenäen bis nach Indonesien ist. Der Ursprung des stark gefalteten Sedimentgesteins reicht bis in die Kreidezeit zurück. Daneben gibt es einige Korallenatolle und zwei Inseln verdanken ihre Entstehung vulkanischen Ereignissen.
Strenge Fischerei- und Jagdvorschriften schützen die außergewöhnliche Artenvielfalt der Meeresfauna. Beachtenswert sind auch die Mangrovenvorkommen auf den Inseln. 27 der weltweit 60 Spezies wurden hier festgestellt und beschrieben.
Städte (Stand: Volkszählung 2001)
| Stadt | Einwohner |
|---|---|
| Port Blair | 100.186 |
| Garacharma | 9.431 |
| Bombuflat | 6.790 |
Neben der Förderung von Diamanten, Nickel, Gold, Selen und Sulfat ist vor allem der Export von Nutzholz als Wirtschaftsfaktor zu nennen. Mit der Chatham Sawmill befindet sich eines der größten Sägewerke Südasiens in der Nähe der Inselhauptstadt. Einzigartig dürften die Arbeitselefanten sein, die schwimmend ihre Einsatzorte auf den benachbarten Inseln erreichen.
Trotz des Anbaus von Reis, Kaffee, Bananen und Kokospalmen sowie Viehzucht, ist das Archipel auf zusätzliche Versorgung vom Festland angewiesen.
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