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Anaerobie (v. lat. aerLuft“) bezeichnet Reaktionsbedingungen, die in Abwesenheit von Sauerstoff ablaufen. Lebewesen, die für ihren Stoffwechsel nicht auf Sauerstoff angewiesen sind, werden entsprechend als Anaerobier bezeichnet. Anaerobe Prozesse sind von großer Bedeutung für den Naturhaushalt.

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Der Begriff ist unter anderem bei der Kultivierung von Mikroorganismen von Bedeutung. Die Empfindlichkeit der Mikroorganismen gegenüber Sauerstoff macht es nötig, diese unter sauerstofffreien Bedingungen zu kultivieren. Hierbei wird die sogenannte Anaerobentechnik verwendet. Eine Anaerobenkammer mit einer 10:10:80 %igen H2:CO2:N2-Mischung simuliert anaerobe Bedingungen und ermöglicht es, anaerobe Mikroorganismen zu kultivieren.

Anaerobe Reaktionen sind Redoxreaktionen, bei denen kein molekularer Sauerstoff (z. B. als Elektronenakzeptor) beteiligt ist. Die Vorgänge werden bei externen Elektronenakzeptoren als anaerobe Atmung bezeichnet. Hierbei dienen vor allem Nitrat, Fe3+, Mn4+, Sulfat, Schwefel, Fumarat und CO2 als Elektronenakzeptoren. Wenn diese nicht vorhanden sind, werden interne Elektronenakzeptoren verwendet. In diesem Fall spricht man dann von Gärung.

Es gibt Organismen, die sowohl unter anaeroben als auch unter aeroben Bedingungen wachsen können. Diese Mikroorganismen werden als fakultativ anaerob bezeichnet. Falls ein Mikroorganismus nur unter anaeroben Bedingungen wachsen kann, wird er als strikt anaerob bezeichnet.

Beispiele für anaerob wachsende Organismen:

Anaerobier


Als Anaerobier werden Lebewesen bezeichnet, die ohne Sauerstoff (anaerob) aktiv sein können. Man unterscheidet fakultative Anaerobier, die sowohl ohne Sauerstoff als auch in Gegenwart von Sauerstoff leben können, und obligate Anaerobier, die durch Sauerstoff gehemmt oder sogar abgetötet werden. Beispiele für fakultative Anaerobier sind Backhefe (Saccharomyces cerevisiae, ein Ascomycet), Milchsäurebakterien und das Darmbakterium Escherichia coli. Beispiele für obligate Anaerobier sind die Bakterien-Gattungen Clostridium, Desulfovibrio und Bacteroides.

Viele Anaerobier können auch ohne Sauerstoff einen oxidativen Energiestoffwechsel betreiben. Sie nutzen dabei als Oxidans statt Sauerstoff andere Stoffe wie zum Beispiel Nitrat (NO3-, wird von einigen Bakterien dabei zu Nitrit, von anderen zu elementarem Stickstoff N2 reduziert), Sulfat, elementarer Schwefel, dreiwertige Eisen-Ionen, Kohlenstoffdioxid, Fumarat.

Der Gegensatz zu Anaerobie ist Aerobie

Weitere Bedeutungen


Anaerobier ist in der Fachsprache des Brauereiwesens ein noch nicht vergorenes Bier. Im Brauprozess ist die Zufuhr von Sauerstoff zur Gärung erforderlich, um die Stärke des Braumalzes mit Hilfe von Hefepilzen in Alkohol umzuwandeln. Bei einem missglücktem Brauvorgang, bei dem die Sauerstoffzufuhr nicht ausreichend stattgefunden hat, entsteht ein unvergorenes Anaerobier, welches keinen Alkohol enthält. Diese Flüssigkeit muss entsorgt werden, da sie geschmacklich ungenießbar ist.

Biochemie | Ökologie | Mikrobiologie

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