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Lage Amrum.png Amrum (friesisch Oomram) ist eine Nordfriesische Insel, südlich von Sylt und westlich von Föhr. Sie gehört zum Landkreis Nordfriesland im Bundesland Schleswig-Holstein.

Geografie


2-0037.jpg | Amrum_Dünenlandschaft.jpg | Amrum_Kniepsand.jpg Amrum hat eine Größe von 20,46 km² und ist eine der drei nordfriesischen Geestkerninseln (Amrum, Sylt, Föhr). Im Osten grenzt sie an das Wattenmeer. Hier liegen außerdem die alten Orte der Insel: Norddorf, Süddorf, Steenodde und Nebel. Westlich des Geestkerns befindet sich über die gesamte Länge der Insel ein Dünengebiet, das nach Norden hin zur so genannten Odde ausläuft. Auf dem südlichen Ende befindet sich Wittdün, der jüngste Ort der Insel. Die höchste Düne ist 32 Meter hoch. Westlich des Dünengürtels schließt sich zwischen Norddorf und Wittdün der Kniepsand an. Er stellt einen der breitesten Sandstrände Nordeuropas dar. Nordöstlich von Norddorf sowie zwischen Steenodde und Wittdün befinden sich zwei kleinere Marschgebiete, die abgedeicht sind. Bei Niedrigwasser ist es möglich, die Nachbarinsel Föhr durch eine Wattwanderung zu erreichen.

Amrum hat ca. 2.300 Einwohner und besteht verwaltungsmäßig aus drei Gemeinden (Norddorf, Nebel, Wittdün), die im Amt Amrum zusammengefasst sind.

Ortschaften:

Sprache und Kultur


Auf Amrum wird heute vor allem Standarddeutsch gesprochen. Die Friesische Sprache im speziellen Amrumer Dialekt (Öömrang) beherrschen noch rund ein Drittel der Einwohner. Aufgrund der Insellage haben sich die friesischen Dialekte so unterschiedlich entwickelt, dass Öömrang zwar für Föhrer, kaum aber für Sylter oder andere Nordfriesen verständlich ist. Viele Amrumer beherrschen auch Niederdeutsch, da dies die Sprache der küstennahen Seefahrer war, und Dänisch.

Die Amrumer Tracht hat die Farben schwarz und weiß und ist mit wertvollem Silberschmuck reich verziert. Sie wird von jungen Mädchen und Frauen vor allem zur Konfirmation und zu touristischen Anlässen getragen.

Wirtschaft


Der Haupterwerbszweig ist der Tourismus. Man zählt jährlich 160.000 Übernachtungen und 8.000 Tagesausflügler. Auf dem Geestkern sowie in den beiden Marschgebieten wird auch Landwirtschaft betrieben. Des Weiteren ist ein Fischer auf der Insel beheimatet.

Verkehr


Die Insel ist durch zwei Fährlinien (mit Fahrzeugbeförderung) mit Wyk auf Föhr und Dagebüll einerseits und Schlüttsiel und den Halligen Langeneß und Hooge andererseits verbunden. Während der Sommermonate verbindet ein schnelles Fahrgastschiff Amrum mit Hörnum auf Sylt, der Hallig Hooge und Strucklahnungshörn auf Nordstrand. Fährhafen ist Wittdün. Die meisten Touristen reisen über Dagebüll an. Von dort braucht die Fähre der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) bei einer direkten Verbindung Dagebüll-Amrum 90 Minuten, bei der häufigeren Verbindung über die Nachbarinsel Föhr etwa 120 Minuten.

Auf der Insel selbst ist neben dem Pkw das Fahrrad Hauptverkehrsmittel für Touristen; das Radwegenetz ist für deutsche Verhältnisse hervorragend ausgebaut. Zahlreiche Fahrradverleiher ermöglichen auch Touristen, die ohne Rad anreisen, mobil zu sein. Eine Buslinie verbindet Norddorf, Nebel, Süddorf und Wittdün im Stundentakt (in der Hauptsaison auch 30-minütig). Eine recht außergewöhnliche „Verkehrsverbindung” ist die circa zwei- bis dreistündige Wattwanderung zur Nachbarinsel Föhr.

Ein Flugplatz existiert nicht auf Amrum. Pläne zur Einrichtung eines Flugplatzes wurden bisher vehement abgelehnt.

Geschichte


Die ältesten Besiedlungsspuren stammen aus der Jungsteinzeit; hierzu gehören einige Großsteingräber. Auch aus der Bronzezeit und der Eisenzeit sind zahlreiche Grabhügel vorhanden. Im Dünengebiet westlich der Vogelkoje befinden sich Reste eines eisenzeitlichen Dorfes. Ob die Ambronen, die gemeinsam mit Kimbern und Teutonen um 100 v.Chr. Rom bedrohten, aus der Gegend der damals noch mit dem Festland verbundenen Insel stammten, ist umstritten.

Im frühen Mittelalter wurde die Insel von den Friesen besiedelt. Neben der Salzsiederei, der Landwirtschaft und dem Wal- und Fischfang gehörte die Handelsschifffahrt zu den Haupterwerbszweigen. Der Amrumer Seefahrer Hark Olufs, der 1724 in die algerische Sklaverei geraten war, stieg dort zum General auf, ehe er 1736 auf die Insel zurückkehrte. Am Ende des 19. Jahrhunderts nahm der Fremdenverkehr raschen Aufschwung und veränderte die wirtschaftliche Struktur auf der Insel nachhaltig.

Im Mittelalter gehörte Amrum, wie ganz Nordfriesland, zu den so genannten Uthlanden, die erst allmählich unter die Herrschaft des dänischen Königs bzw. Schleswiger Herzogs kamen. Nach den Konflikten um das Herzogtum Schleswig zwischen den dänischen Königen und den Schauenburger Grafen in Holstein war Amrum mit Westerland-Föhr eine Enklave des dänischen Königreichs und gehörte - anders als die Nachbargebiete - nicht zum Herzogtum Schleswig. Dieser Zustand hielt bis 1864 an. Nach dem Krieg von 1864 fiel Amrum an Preußen und wurde 1867 Teil der preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Zunächst bildete es eine einheitliche Gemeinde im Kreis Tondern. Bei der Volksabstimmung über die staatliche Zugehörigkeit 1920 ergab sich eine klare Mehrheit für Deutschland.

Insbesondere im 19. Jahrhundert wanderte mehr als ein Viertel der Amrumer Bevölkerung aus, zum überwiegenden Teil in die USA. Heute leben mehr Amrum-Stämmige in den USA als auf Amrum. Die Verbindungen zwischen Amrum und den USA werden heute noch gut gepflegt.

Bis 1972 gehörte Amrum zum Kreis Südtondern, der dann im neu geschaffenen Kreis Nordfriesland aufging. 1998 lief der Holzfrachter Pallas vor der Insel auf Grund und sorgte damit für eine schwere Ölverschmutzung.

Literatur


  • Georg Quedens, Hans Hingst, Gerhard Stück, Ommo Wilts: Amrum. Landschaft, Geschichte, Natur. Verlag Jens Quedens, Amrum 1991, ISBN 3-924422-24-9

Weblinks


Siehe auch



Insel (Schleswig-Holstein) | Nordfriesland

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