AmigaOS ist das native Betriebssystem für den Commodore Amiga, das aus den Bestandteilen Workbench, dem AmigaDOS mit der Kommandozeilenebene CLI (später in Shell umbenannt) und dem bei den meisten Amiga-Modellen im ROM befindlichen Betriebssystemkern Kickstart besteht.
Für seine Zeit, d. h. zwischen 1985 und 1992, hatte das AmigaOS herausragende Eigenschaften:
Die ersten 68k-CPUs stellten noch keine Memory Management Unit zur Verfügung. Deshalb musste das AmigaOS ohne Speicherschutz auskommen - allerdings war dies Mitte der 80er auch noch kein Thema im Heimcomputersegment.
Die Workbench wurde nicht zwingend zum Funktionieren des Computers benötigt, da der Betriebssystemkern und viele Systembibliotheken im Kickstart-ROM enthalten waren, weshalb die meisten Computerspiele direkt mit Kickstart geladen wurden, um mehr Hauptspeicher nutzen zu können. Dadurch wurden die Multitasking-Eigenschaften des Betriebssystems allerdings meistens außer Funktion gesetzt. Bis zur Version 3.1 (1994) wurde das AmigaOS von Commodore entwickelt. Für die Entwicklung der Versionen 3.5 (1999) und 3.9 (2000) waren Amiga Inc. und Haage & Partner verantwortlich.
Momentan arbeitet Hyperion im Auftrag von Amiga Inc. an der Version 4 von AmigaOS, dem ersten AmigaOS, das keine MC68000-Prozessoren mehr unterstützt, sondern ausschließlich auf Motorolas PowerPC-Reihe läuft. AmigaOS 4.0 steht derzeit als "Developer Pre-release" zur Verfügung, allerdings ausschließlich für die AmigaOne-Plattform von Eyetech (per Dongle).
Mit Hilfe der GNU Hilfsprogramme lässt sich AmigaOS in ein unixoides Betriebssystem verwandeln. In diesem Kontext entstand der Editor vim, außerdem war das AmigaOS Ende der 80er und Anfang der 90er eine Zeit lang die Hauptentwicklungsplattform für zahlreiche GNU-Werkzeuge, unter anderem den GCC.
Eine Alternative zur Ausführung von 68k AmigaOS-3.1-Programmen auf aktueller PowerPC-Hardware in Form der Pegasos-Rechnerfamilie ist MorphOS.
Für die Ausführung von nativer PowerPC-Software verwenden AmigaOS4 und MorphOS leider unterschiedliche Ansätze, die nicht miteinander kompatibel sind. Durch Bereitstellung wechselseitiger Emulationsansätze (OS4Emu bzw. ppclibemu) wird hier von Dritter Seite an Lösungen gearbeitet, die mangels Bereitschaft zur offiziellen Kooperation allerdings eher ein prototypenhaftes Nischendasein führen.
Das AROS-Projekt ist ein Ansatz, eine freie AmigaOS-3.1-Umgebung auf x86-Prozessoren (und anderen CPUs) nachzubilden. In Form von AfA (AROS for AmigaOS) existiert ebenfalls ein Projekt, das bestrebt ist, die von AROS eingeführten Neuerungen per Rückportierung auch unter AmigaOS verfügbar zu machen.
Das smOS Projekt ist ebenfalls eine freie Entwicklung, welche versucht, die Prinzipien von AmigaOS mit den Möglichkeiten eines CIL Ausführungssystems zu kombinieren. Neben x86-Prozessoren sollen soweit möglich auch M68k/Coldfire, MIPS, ARM und PowerPC unterstützt werden.
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