Die Amharen waren bis zur äthiopischen Revolution und teilweise bis zum Sturz von Mengistu Haile Mariam das wichtigste staatstragende Volk Äthiopiens bzw. der Region Amhara. Es ist dabei strittig, ob es sich um eine genuin ethnische Dominanz gehandelt hat, da der bis 1974 bestehende Imperialstaat einen streng aristrokratischen und teilweise feudalistischen Charakter hatte. Die Elite des Staates bestand zwar v.a. aus amharischen Adligen und Generälen, doch die amharische Landbevölkerung hatte nicht weniger unter den feudalistischen Verhältnissen zu leiden als anderswo (mit Ausnahme der südlichen Oromo-Provinzen) und auch kulturell assimilierte Oromos stellten einen Teil der staatstragenden Elite bis zur Thronfolge (Lijj Iyassu V., 1913-1916 Kaiser von Äthiopien). In jedem Fall wurden die Amharen nach dem Sturz Mengistus durch die Rebellen der TPLF ("Tigray People's Liberation Front", später EPRDF) im Jahre 1991 von den Tigray als staatstragendes Volk abgelöst.
Die Amharen sprechen eine auf das Ge'ez zurückgehende hamo-semitische Sprache, das Amharische. Die Amharen sind seit dem 4. Jahrhundert Christen und gehören meist der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche an.
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