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Amethystea
 

Amethyst ist eine violette Varietät des Minerals Quarz (SiO2).

Farbe


Die violette Farbe des Amethysts entsteht bei Bestrahlung eisenhaltiger Quarze. Sie reicht von einem sehr hellen, leicht rosafarbenen bis zu einem sehr dunklen Violett.

Die violette Farbe geht auf Baufehler in dem Gitter des Kristalls zurück, so genannte Farbzentren. Dies sind Fehlstellen im Gitter, an denen Atome z.B. mit hochenergetischer insbesondere auch radioaktiver Strahlung, aus ihren Gitterplätzen entfernt worden sind. Deshalb können Amethyste insbesondere auch in Kernreaktoren durch Bestrahlung von Quarz erzeugt werden. Auch durch Röntgenstrahlen ist die Farbe zu erzeugen.

Durch Erwärmen können die Fehler ausheilen, das perfekte Gitter wird so wieder hergestellt.

Unter Einfluss von Sonnenlicht verlieren Amethyste recht schnell ihre Farbe, die Steine sollten deshalb keiner direkten UV-Bestrahlung ausgesetzt werden.

Bildung und Fundorte


Amethyst ist ein weit verbreitetes Mineral; große und klare Exemplare, die sich zum Schneiden und zur Weiterverarbeitung als Schmuckstein eignen, sind auf vergleichsweise wenige Fundorte beschränkt. Vorkommen gibt es in Brasilien, Uruguay, Madagaskar, Russland und Sri Lanka. Solche Kristalle findet man vor allem in Hohlräumen in hydrothermalen Adern und in vulkanischen Gesteinen. Häufig im Handel anzutreffen sind auch sogenannte Amethystdrusen, bei denen sich die Kristalle innerhalb eines Hohlraumes gebildet haben, umgeben von einer Schicht Chalcedon. Die schönsten Drusen stammen in aller Regel aus Brasilien und können mannshoch sein.

Europas größtes Amethystvorkommen befindet sich in der niederösterreichischen Stadt Maissau. Die vor ca. 150 Jahren entdeckte Fundstelle des Amethyst von Maissau liegt etwa 60 km nördlich von Wien, 1 km nach der Ortschaft Maissau an der Horner Straße in Richtung Horn. Das Amethystvorkommen in Maissau weist einen gesicherten Verlauf von ca. 400 m auf, davon ca. 40 m im Schaustollen aufgeschlossen zugänglich (!), zeigt eine maximale Breite von 2 m und steht nahezu senkrecht (Einfallen zwischen 80 und 90° nach SSW bzw. NNE). Die ersten gezielten Grabungen fanden 1986 unter der Aufsicht des Krahuletz-Museums Eggenburg statt. Ab 1999 begann die systematische Freilegung des Ganges durch die Maissauer Amethyst-Gesellschaft (MAG). Diese eindrucksvolle Offenlegung eines Amethystganges ist weltweit einzigartig. Darüber hinaus kann eine Fortsetzung des Ganges über eine Strecke von 1 km vermutet werden.

Etymologie und Geschichte


Die Herkunft des Namens aus dem griechischen αμεθυστoς (amethystos) - "dem Rausche entgegenwirkend" - drückt den alten Glauben aus, dass ein Träger von Amethyst gegen die berauschende Wirkung von Wein gefeit sei. Ebenso sollte Wein aus einem Becher aus Amethyst nicht betrunken machen. Eine andere Variante der Namensgebung ist die, dass Bacchus, der Gott des Weines, eine in einen Kristall verwandelte Nymphe namens Amethyst mit Wein begoss, woraufhin dieser violett wurde.

Dem Amethyst wurde auch eine apotropäische Wirkung gegen Diebstahl nachgesagt. Dieser Umstand wird belegt durch frühgeschichtliche Grabfunde. Merowingerzeitliche Gräber mit Amethyst zeigen, wenn überhaupt, Beraubungsspuren nicht im Bereich der Niederlegung der Steine (Halskette), auch dann nicht, wenn etwa goldene Schmuckanhänger ebenfalls hier zu finden waren. Möglicherweise gab es in dieser Epoche der Frühgeschichte eine weitergehende (und heute nicht mehr rekonstruierbare) nachgesagte (Negativ-)Wirkung des Amethysts auf den Dieb.

Verwendung


Amethyst ist ein beliebter und weit verbreiteter Schmuckstein.

Hildegard von Bingen benutzte Amethyst als Heilstein für diverse Krankheiten wie Hautunreinheiten, Schwellungen, Insekten- und Spinnenbisse sowie gegen Läuse.

Manipulationen und Imitationen


Durch Brennen von Amethyst (ca. 400 ° Celsius) entstehen gelbe bis goldene Färbungen ("citrinfarbener Quarz"). Bei vielen der im Edelsteinhandel irreführenderweise verkauften "Gold- oder Madeiratopase" handelt es sich in Wirklichkeit um gebrannte Amethyste. Bei einigen Amethysten erzeugt das Brennen auch einen grünlichen Farbton ähnlich dem Prasiolith, als welcher der gebrannte Amethyst dann auch verkauft wird. In der Flamme verschwindet die Farbe manchmal aber auch ganz und es bleibt weißer Quarz übrig. Gebrannte Schmucksteine müssen im Handel nicht als solche angegeben werden.

Eine billige wenn auch nicht sehr haltbare Methode, Amethyst farblich aufzuwerten, ist die Behandlung mit gefärbtem Wachs, da sich Amethyst im Gegensatz zu Achat nur oberflächlich färben lässt.

Seit dem 19. und 20. Jahrhundert werden Synthesen verschiedener Edelsteine, so auch dem Amethyst hergestellt, die allenfalls durch Abweichungen von Struktur und Reinheit von natürlichen Amethysten unterschieden werden können.

Für Modeschmuck wird der Amethyst durch violettes Glas imitiert oder in zusammengesetzter Form als Dublette angeboten.

→ siehe auch Hauptartikel Schmuckstein - Manipulationen und Imitationen

Esoterik


Der Amethyst soll - laut Esoterik - gegen Trunksucht und Süchte helfen. Zudem spricht man ihm reinigende, inspirierende und Erkenntnis bringende Eigenschaften zu. Er wird dem Sternzeichen Fisch sowie dem Planeten Neptun zugeordnet.

Siehe auch


Systematik der Minerale, Liste der Minerale

Literatur


  • Prof. Dr. Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine, BLV Verlags GmbH (1989), ISBN 3-405-12488-3
  • Bernhard Bruder: Geschönte Steine, Neue Erde Verlag (1998), ISBN 3-89060-025-5

Weblinks


Schmuckstein | Mineral

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