Amethyst ist eine violette Varietät des Minerals Quarz (SiO2).
Die violette Farbe geht auf Baufehler in dem Gitter des Kristalls zurück, so genannte Farbzentren. Dies sind Fehlstellen im Gitter, an denen Atome z.B. mit hochenergetischer insbesondere auch radioaktiver Strahlung, aus ihren Gitterplätzen entfernt worden sind. Deshalb können Amethyste insbesondere auch in Kernreaktoren durch Bestrahlung von Quarz erzeugt werden. Auch durch Röntgenstrahlen ist die Farbe zu erzeugen.
Durch Erwärmen können die Fehler ausheilen, das perfekte Gitter wird so wieder hergestellt.
Unter Einfluss von Sonnenlicht verlieren Amethyste recht schnell ihre Farbe, die Steine sollten deshalb keiner direkten UV-Bestrahlung ausgesetzt werden.
Europas größtes Amethystvorkommen befindet sich in der niederösterreichischen Stadt Maissau. Die vor ca. 150 Jahren entdeckte Fundstelle des Amethyst von Maissau liegt etwa 60 km nördlich von Wien, 1 km nach der Ortschaft Maissau an der Horner Straße in Richtung Horn. Das Amethystvorkommen in Maissau weist einen gesicherten Verlauf von ca. 400 m auf, davon ca. 40 m im Schaustollen aufgeschlossen zugänglich (!), zeigt eine maximale Breite von 2 m und steht nahezu senkrecht (Einfallen zwischen 80 und 90° nach SSW bzw. NNE). Die ersten gezielten Grabungen fanden 1986 unter der Aufsicht des Krahuletz-Museums Eggenburg statt. Ab 1999 begann die systematische Freilegung des Ganges durch die Maissauer Amethyst-Gesellschaft (MAG). Diese eindrucksvolle Offenlegung eines Amethystganges ist weltweit einzigartig. Darüber hinaus kann eine Fortsetzung des Ganges über eine Strecke von 1 km vermutet werden.
Dem Amethyst wurde auch eine apotropäische Wirkung gegen Diebstahl nachgesagt. Dieser Umstand wird belegt durch frühgeschichtliche Grabfunde. Merowingerzeitliche Gräber mit Amethyst zeigen, wenn überhaupt, Beraubungsspuren nicht im Bereich der Niederlegung der Steine (Halskette), auch dann nicht, wenn etwa goldene Schmuckanhänger ebenfalls hier zu finden waren. Möglicherweise gab es in dieser Epoche der Frühgeschichte eine weitergehende (und heute nicht mehr rekonstruierbare) nachgesagte (Negativ-)Wirkung des Amethysts auf den Dieb.
Hildegard von Bingen benutzte Amethyst als Heilstein für diverse Krankheiten wie Hautunreinheiten, Schwellungen, Insekten- und Spinnenbisse sowie gegen Läuse.
Eine billige wenn auch nicht sehr haltbare Methode, Amethyst farblich aufzuwerten, ist die Behandlung mit gefärbtem Wachs, da sich Amethyst im Gegensatz zu Achat nur oberflächlich färben lässt.
Seit dem 19. und 20. Jahrhundert werden Synthesen verschiedener Edelsteine, so auch dem Amethyst hergestellt, die allenfalls durch Abweichungen von Struktur und Reinheit von natürlichen Amethysten unterschieden werden können.
Für Modeschmuck wird der Amethyst durch violettes Glas imitiert oder in zusammengesetzter Form als Dublette angeboten.
→ siehe auch Hauptartikel Schmuckstein - Manipulationen und Imitationen
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