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Americium ist ein chemisches Element des Periodensystems der Elemente. Es hat die Ordnungszahl 95 und das Symbol Am. Es gehört zur Gruppe der Actiniden (7. Periode, f-Block). Neben Europium ist Americium das einzige nach einem Erdteil benannte Element.
Eigenschaften
Americium ist ein künstliches, radioaktives Element. Frisch hergestelltes Americium ist ein silberweißes
Metall, welches jedoch bei Raumtemperatur langsam matt wird. Es ist leicht verformbar.
Reaktionen
Americium ist ein sehr reaktionsfähiges Element, das schon mit
Luftsauerstoff reagiert und sich gut in
Säuren löst. Gegenüber
Alkalien ist es stabil.
Je nach Oxidationszahl variiert die Farbe von Americium in wässriger Lösung ebenso wie in festen Verbindungen: blassrot (+3, +4), goldbraun (+5, +6). Die Oxidationsstufe +3 ist die stabilste. Im Gegensatz zum homologen Europium - Americium hat eine zu Europium analoge Elektronenkonfiguration - kann Am3+ nicht zu Am2+ reduziert werden. Verbindungen mit Americium ab Oxidationszahl +4 aufwärts sind starke Oxidationsmittel, vergleichbar dem Permanganat-Ion MnO4- in saurer Lösung.
Da Americium radioaktiv ist, sollten entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.
Isotope
Von Americium sind
Isotope mit
Halbwertszeiten zwischen 20 Minuten und 7400 Jahren bekannt. Es gibt zwei langlebige Isotope mit der Massenzahl 241 und 243, die beide
α-Strahler sind.
Vorkommen und Herstellung
Herstellung
Americium wird durch
Neutronen-Einfang aus
239Pu gebildet:
- 239Pu + 2 n → 241Pu + γ → 241Am + β-
Die Halbwertszeit für den zweiten Schritt beträgt 14,4 Jahre.
- 239Pu + 4 n → 243Pu + γ → 243Am + β-
Die Halbwertszeit für den zweiten Schritt beträgt 4,956 Stunden.
Verwendung
Americium wird als Quelle für ionisierende Strahlung eingesetzt. Anwendungsgebiete sind die
Fluoreszenzspektroskopie und
Ionisationsrauchmelder.
Geschichte
Americium wurde 1944 von
Glenn T. Seaborg,
Ralph A. James,
Stanley G. Thompson und
Albert Ghiorso entdeckt. Sie isolierten am
metallurgischen Laboratorium der
Universität von
Chicago aus einer
Plutonium-Probe, die im Reaktor mit Neutronen bestrahlt wurde (
siehe Herstellung), ein bis dahin noch unbekanntes, α-Strahlen aussendendes langlebiges
Nuklid. Der Name "Americium" wurde in Analogie zu
Europium gewählt, der
seltenen Erde, die im
Periodensystem genau über Americium steht. Erstmals öffentlich bekannt gemacht wurde die Entdeckung des Elementes in der amerikanischen Radiosendung
Quiz Kids am
11. November 1945 durch Glenn T. Seaborg, noch vor der eigentlichen Bekanntmachung bei einem Symposium der
American Chemical Society: Einer der jungen Zuhörer fragte den Gast der Sendung, Seaborg, ob während des
Zweiten Weltkrieges im Zuge der Erforschung von Nuklearwaffen neue Elemente entdeckt wurden. Seaborg bejahte die Frage und enthüllte dabei auch gleichzeitig die Entdeckung des nächsthöheren Elementes,
Curium.
Siehe auch
Weblinks
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