Wilson American football.jpg aus der NFL]] American_Football.jpg-Spiel mit Ballträger der Navy (#32)]]
American Football ist eine vor allem in den Vereinigten Staaten außerordentlich populäre Sportart, bei der zwei Mannschaften mit je elf Spielern versuchen, den „eiförmigen“ Spielball in die gegnerische Endzone zu bringen. Die Mannschaft im Ballbesitz (Offense) versucht dabei, Raumgewinn zu erzielen und eine bessere Feldposition zu erreichen. Sie kann den Ball werfen (passing the ball) oder tragen (running/rushing the ball). Die verteidigende Mannschaft (Defense) versucht, dies zu verhindern und selbst in Ballbesitz zu kommen.
Football ist vor allem geprägt von taktischen und physischen Elementen. Jeder Spieler hat eine bestimmte Navigationsleiste American Football Positionen und eine ganz bestimmte Aufgabe. Die jeweiligen Spielzüge der Offense sind dabei auf den Meter genau vom Trainer (Coach) vorgegeben. Um diese Aufgabe zu erfüllen, setzt der Spieler je nach Position Kraft, Masse, Gewandheit oder Schnelligkeit ein. Die Spieler sind dabei durch die charakteristische Football-Schutzausrüstung mit u. a. Schulterpolster und Helm geschützt. Angefeuert werden sie meistens durch die Cheerleader.
Auf Grund der sehr unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Positionen kann American Football von fast jedem gespielt werden. Es fordert durch seine Spezialisierung einen hohen Grad an Teamgeist und wegen seiner Physis auch große mentale Stärke.
American Football wurde ab 1869 an Universitäten der Ostküste der USA entwickelt. Er hat seine Wurzeln im Fußball (vor allem in dessen englischen Vorläufern) und im Rugby sowie im Canadian Football. Die Football-Regeln entstanden dabei vor allem, weil sich die Colleges für Spiele untereinander auf ein verbindliches Regelwerk einigen mussten. So fand das erste offizielle Footballspiel zwischen Rutgers und Princeton statt. Die erste Serie über drei Spiele gab es zwischen Harvard und der McGill University aus Montreal. Später gab es erste Turniere, vor allem zwischen Harvard, Princeton, Yale und Columbia. Football war jahrzehntelang gleichbedeutend mit diesem College Football, der durch die National Collegiate Athletic Association (NCAA - gesprochen 'N-C-double-A') reguliert wird. Der inzwischen bekanntere Profi-Football der National Football League (NFL) hat erst in den 1930er Jahren abgewandelte Regeln eingeführt.
Pionier der ersten Stunde war vor allem Walter Camp. Er führte z.B. 1880 das System des Scrimmage anstelle des Gedränges beim Rugby ein. 1882 wurde das System der Downs eingeführt, um Strategien zu unterbinden, die nur auf Ballkontrolle aus waren. Camp begrenzte auch die Anzahl der Spieler auf elf (1883) und entwickelte heute noch gültige Standard-Offense-Formationen.
In seinen Anfangsjahren war American Football weit gefährlicher als heute. Die Spieler hatten keine Schutzausrüstung, es gab fliegende Formationen und viele der heute gültigen Regeln zum Schutz der Spieler existierten nicht (insbesondere wurde der Ballträger oft von seinen Teamkameraden vorwärts geschoben). Nach einem traurigen Rekord von acht Toten im Jahr 1905 forderte Präsident Theodore Roosevelt neue Regeln, um das Spiel sicherer zu machen. Dies führte 1906 zur Einführung der neutralen Zone zwischen den Linien, zur Regel, dass mindestens sechs Spieler an der Line of Scrimmage stehen müssen sowie verschiedenen anderen Schutzregeln. Die weitreichendeste Änderung war freilich die Einführung des Vorwärtspasses.
1910 wurden schließlich nach weiteren Todesfällen die verschränkten Formationen verboten, 1912 die Größe des Spielfeldes festgelegt, die Zählweise der Punkte und es wurde ein vierter Versuch erlaubt. Damit erhielt das Spiel schließlich seine moderne Form. Bis heute werden allerdings jedes Jahr Regeln modifiziert, nicht zuletzt um die Sicherheit für die Spieler zu erhöhen, aber auch um das Spiel für den Zuschauer attraktiver zu gestalten.
Kein American Football im eigentlichen Sinn sind Canadian Football und Arena Football, da diese sich in den Regeln deutlich unterscheiden. Auf den ersten Blick erkennbar sind die wesentlich größeren bzw. kleineren Spielfelder und eine entsprechend größere oder kleinere Anzahl an Spielern. Der Australian Football ähnelt stark dem Rugby. Im Freizeitbereich wird Flag Football in kleinen Teams ohne jegliche Schutzausrüstung gespielt, wobei ein Tackle durch Wegnehmen einer am Gürtel befestigten „Flagge“ simuliert wird.
Ausgehend von den Endzonen sind im Abstand von je 10 Yards Querlinien eingezeichnet und entsprechend beschriftet. Die Zählung der Yard-Linien beginnt an beiden Endzonen bei Null (genannt „goalline“) und trifft sich dann in der Mitte an der 50-Yards-Linie. Der Bereich von der 20-Yards-Linie bis zur Endzone wird als die so genannte „red zone“ bezeichnet, da bei einem Ballbesitz in diesem Bereich die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu punkten, relativ hoch ist.
Darüber hinaus wird das Spielfeld in Längsrichtung von zwei parallelen Reihen von „hash marks“ unterteilt. Endet der letzte Spielzug außerhalb dieser Markierungen, startet der nächste Spielzug auf der nächstgelegenen „hash mark“. Die „hash marks“ haben außerdem eine 1-Yard-Unterteilung, die den Schiedsrichtern beim korrekten Platzieren des Balles helfen. Die „hash marks“ haben im Profifootball einen Abstand von 18,6 Fuß (5,67 Meter), beim Amateur- und Collegefootball von 40 Fuß (12,2 Meter).
Amateur-Football-Partien in Europa werden meist auf einem Fußballplatz ausgetragen. Da diese deutlich breiter als ein Footballfeld sind und der Abstand der Tore nicht den 120 Yards bzw. ca. 110 Metern entspricht, die ein Footballfeld erfordert, wird das Feld in zwölf gleichgroße Abschnitte unterteilt und die Kette in ihrer Länge entsprechend angepasst. Falls die Fußballtore selbst nicht durch ein Footballtor ersetzt werden können, wird mittels Polster an den Pfosten das Verletzungsrisiko der Spieler vermindert. Mit zusätzlichen Peilstangen an den Pfosten wird dann ein Footballtor improvisiert.
(Anmerkung: Die Regeln weichen je nach Organisation teilweise voneinander ab, siehe hierzu Unterschiede in den Regelwerken der NFL und der NCAA).
Falls ein Touchdown nicht mehr erreichbar erscheint, wird meist ein Kick durch die gegnerischen Torstangen versucht, wobei durch ein solches Field Goal drei Punkte erzielt werden. In der NFL Europe zählen Field Goals, die aus einer Weite über 50 Yards erzielt werden, vier Punkte.
Nach einem Touchdown hat die angreifende Mannschaft zudem die Möglichkeit, den Spielstand relativ sicher durch einen PAT (point after touchdown, das Kicken des Balles durch die gegnerischen Torstangen) um einen oder durch eine 2 point conversion (das erneute Tragen oder Werfen des Balles in die Endzone des Gegners) um zwei Punkte zu erhöhen. Die 2 point conversion ist jedoch erheblich schwieriger zu erzielen. Beide Varianten werden in der Regel von der gegnerischen 2-Yards-Linie ausgeführt, können aber durch eine Strafe bedingt auch aus größerer Entfernung beginnen.
Darüber hinaus kann die verteidigende Mannschaft einen Safety erzielen, der der betreffenden Mannschaft zwei Punkte und das Angriffsrecht gibt.
Beim American Football werden Strafen durch die Schiedsrichter mit Hilfe von gelben Flaggen auf den Ort des Fouls (Spot of Foul) angezeigt. Der Grund ist, dass viele Strafen nicht sofort zur Unterbrechung des Spielzuges führen, sondern erst im Anschluss verhängt werden. Bei Strafen gegen beide Teams heben diese sich u.U. gegenseitig auf.
Grundsätzlich werden Regelverstöße mit Yard-Strafen, d.h. mit Raumverlust, geahndet. Das gegnerische Team kann dabei meist entscheiden, ob es die Strafe annimmt (dann wird der Versuch mit dem entsprechenden Yard-Verlust wiederholt) oder ablehnt (dann wird ganz normal der nächste Versuch gespielt). Wird durch eine Strafe gegen die Defense die line to gain (Die Linie, die die Offense erreichen muss, um vier neue Versuche zu bekommen) erreicht, erhält die Offense ein neues First Down. Einige Strafen beinhalten auch ein automatisches First Down.
Die Endzone kann allerdings durch Strafen nicht erreicht werden. Der Abstand zur Endzone wird maximal halbiert (half the distance to the goalline). Nicht jedoch bei Pass Interference, da dort am Punkt des Fouls weitergemacht wird.
Bei besonders schweren Vergehen kann ein Spieler auch vom Spiel ausgeschlossen (ejected) werden. Dies gilt insbesondere bei Fouls mit Verletzungsabsicht, grob unsportlichen Verhalten sowie Beleidigung von Schiedsrichtern.
Priorität hat immer der Schutz der Spieler vor Verletzungen und die Kontrolle des Spielgeschehens.
Einige der wichtigsten Regelverstöße und die Strafen nach den NCAA-Regeln:
Zur Ausrüstung der Schiedsrichter gehören unter anderem die gelben Flaggen zum Markieren eines Fouls und die weißen Beanbags (Bohnensäcke) zum Markieren wichtiger Spots.
American-football.jpg auf die Angriffsformation der Patriots]] Die Spieler im American Football sind üblicherweise Spezialisten für ihre Position. Da bei jedem Spielzug ausgewechselt werden darf, können immer die für den geplanten Spielzug am besten geeigneten Akteure eingesetzt werden, sofern dies nicht die Absichten verrät. Insbesondere die Angriffsformationen können auf mehrere Hundert Spielzüge und Kombinationen zurückgreifen. Als Gedächtnisstütze und zur Vermeidung von Fehlern tragen viele Spieler ein Schweißband am Arm, an dessen Innenseite Zahlen, Namen, Positionen, Spielzüge und anderweitige Dinge zum Spielverlauf in Stichpunkten notiert sind.
Vor dem Quarterback stehen die Offensive Linemen (OL). Sie werden unterschieden in Center, Guards und Tackles (von innen nach außen). Diese üblicherweise sehr großen und schweren Spieler haben die Aufgabe, den Quarterback vor den Verteidigern zu schützen (Pocket-Bildung beim Pass) und bei Laufspielzügen den Weg für den Ballträger freizublocken. Tackles sind dabei die schwersten und kräftigsten Spieler im Angriff. Ihre Aufgabe ist kräftezehrend und erfordert eine hohe Konzentration. Dem steht meist nur wenig Publikumsaufmerksamkeit gegenüber, was diese wichtige Position recht undankbar erscheinen lässt. Guards haben ähnliche Aufgaben wie Tackles. Ein Guard wird gelegentlich auch für sogenannte Pull-Manöver eingesetzt. Dabei blockt er nicht von seiner ursprünglichen Position aus sondern zieht hinter der O-Line nach außen, läuft dann erst feldabwärts und räumt dem Ballträger den Weg frei.
Die Ballträger selber werden Runningback (RB) oder Tailback genannt, da am hinteren Ende der Angriffsformation aufgestellt. Man unterscheidet zwischen Fullback (FB) und Halfback (HB). Der Fullback ist schwerer und kräftiger als der Halfback und wird in Situationen eingesetzt, in denen nur wenige Yards Raumgewinn erzielt werden müssen. Ansonsten fungiert er überwiegend als Vorblocker für den Halfback und als zusätzlichen Blocker bei Passspielzügen. Bei der Aufstellung gibt es auch hier verschiedene Formationen (z. B. Wishbone-, I-, Pro-Formation).
Bei einem Pass wird der Ball vom Quarterback in der Regel zu einem der Wide Receiver (WR) geworfen, der aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit sehr schnell und weit in das gegnerische Territorium vordringen kann oder kürzere routes läuft. Weitere Optionen sind die Runningbacks oder Tight Ends. Legale Passempfänger sind alle Spieler außer der O-Line. Mindestens sieben Spieler müssen beim Snap an der Line of Scrimmage stehen.
Das Tight End (TE) ist an einem Ende der Offensive Line aufgestellt, wie ein zusätzlicher Lineman. Er ist aber passberechtigt. Das TE ist ein Allroundspieler, der je nach Situation blockt wie ein Offensive Lineman oder den Ball fängt wie ein Wide Receiver. Zudem wechselt er oft als „Man in Motion“ vor dem Snap seine Position. College Football.jpg
Die Defensive Linemen (DL) stehen der Offensive Line direkt gegenüber, wobei diese Spieler auch eine vergleichbare schwere Statur haben. Die Abwehrlinie soll das Freiblocken von Lücken für den gegnerischen Runningback verhindern. Bei Passspielzügen sollen sie den Quarterback durch Druck zu Fehlern zwingen oder gleich sacken. Bei den Defensive Linemen wird zwischen Defensive Ends (DE) und Defensive Tackles (DT) unterschieden. Die Defensive Ends stehen, wie der Name schon sagt, an den Enden der Defensive-Line. Sie sind agiler als ihre D-Line-Kollegen, da sie Läufe des gegnerischen Ballträgers über die Aussenseite verhindern bzw. von außen Druck auf den gegnerischen Quarterback ausüben sollen und damit längere Wege gehen müssen. Die Defensive Tackles sollen in der Mitte die Stellung halten und verhindern, dass dort Raumgewinne erzielt werden. Manche Teams benutzen zwei Tackles, andere dagegen nur einen. Dieser eine wird dann auch Nose Tackle genannt, weil er dem Center des Gegners „Nase an Nase“ gegenübersteht.
Die Linebacker (LB) stehen dicht hinter der Defensive Line. Sie müssen kräftig genug sein, um den Durchbruch eines Runningbacks zu stoppen oder bei Pässen druckvoll zum Quarterback vorzudringen. Bei Spielzügen mit vier oder fünf Receivern müssen die Linebacker allerdings auch so flink sein, dass sie die Receiver decken können, damit die Offense aus dieser momentanen Überzahlsituation (viele schnelle Wide Receiver gegen wenige schwere Linebacker) nicht zu viele Vorteile ziehen kann. Daher werden gegen Wide Receiver eher Cornerbacks eingesetzt.
Die hintere Verteidigungsreihe bilden die Safeties (S), die zusammen mit den Cornerbacks (CB) die Defensive Backs (DB) (auch Secondary genannt) darstellen. Die CBs verteidigen hauptsächlich gegen ein gegnerisches Passspiel, die Safeties sind dagegen ehereine Art letzte Bastion, wenn es den vorderen Reihen nicht gelungen ist, einen Ballträger zu stoppen. Bei den Safeties unterscheidet man zwischen dem „Strong Safety“, der wie der Name sagt kräftiger ist und etwas näher an der LoS spielt, weil er gegen den Laufspielzug arbeitet, wogegen der „Free Safety“ eher CB-artige Eigenschaften hat und als zusätzlicher Manndecker agiert oder, was meistens der Fall ist, tiefe Pässe verhindern soll.
Damit die Abwehrspieler nicht unkontrolliert eigenständig agieren, gibt es hier (wie auch in der Offense) sehr genau vorausgeplante Spielzüge, die vom Defensive Coordinator und dem Headcoach während des Spieles angesagt werden, um auf die Offense(-Formation) zu reagieren.
Die gebäuchlichsten Aufstellungen in der Defense, sind die 4-3 und die 3-4 Defense. Bei der 4-3 Defense befinden sich vier Spieler in der Defensive Line, drei Linebacker dahinter, sowie je zwei Cornerbacks und Safeties auf dem Feld. Eine 3-4 ist beweglicher, man kann durch die vier Linebacker leichter einen Blitz (Angriff auf den gegnerischen QB) durchführen und/oder die Passempfänger decken. Allerdings benötigt man drei starke Männer in der Defensive Line, die gegen fünf direkte Gegenspieler bestehen müssen.
Des Weiteren gibt es noch viele andere Varianten der Defense, die je nach Spielsituation gespielt werden (46, Nickel, Dime, Quarter und Stop bzw. Goal Line).
Beim Kickoff wird der Ball von der Mitte der eigenen 30-Yard-Linie (bei Amateurligen oft von der 35) getreten, und ein gegnerischer Ballempfänger (Kickoff-Returner) versucht, den Ball so weit wie möglich zurückzutragen. Ein Fieldgoalversuch beendet den Ballbesitz, egal bei welchem der vier Downs er versucht wird. Bei Ballbesitz zwischen 35-Yard-Linie und der Endzone spricht man von Fieldgoal-Reichweite, da mit Endzonenbreite und weiteren ca. 7 Yards insgesamt 50 Yards Distanz erreicht werden, aus der man dem Kicker noch ein erfolgreiches FG zutraut. In günstigen Situationen (z.B. Windy City Chicago) sind aber auch Field Goals aus 60+ Yards möglich.
Der Kickoff-Returner (auch Kick- oder Punt-Returner genannt) braucht den meisten Mut. Er soll den Ball fangen und in Richtung gegnerische Endzone tragen. Alle elf Gegner wollen ihn natürlich stoppen. Der Returner kann auch vor dem Fang des Balles durch Schwenken der Arme über dem Kopf einen so genannten Fair Catch anzeigen. Dann darf er vom Gegner nach dem Fang nicht angegriffen werden, darf den Ball aber auch nicht returnen.
Da ein Kickoff im Gegensatz zum Punt immer ein "freier Ball" ist, und somit von beiden Mannschaften aufgenommen werden kann, muss der Returner entscheiden ob er in der Situation ist den Ball sicher zu fangen und noch Raumgewinn zu erziehen, oder ob er schon so von den anstürmenden Gegnern unter Druck steht, dass er den Fair Catch anzeigt. Wird der Ball vom Kicker in die gegnerische Endzone gekickt, so spricht man von einem Touchback. Nach einem Touchback startet die gegnerische (receivende) Mannschaft den Angriffsversuch von der eigenen 20-Yard-Linie. Fängt ein Receiver den Ball weit in der eigenen Endzone und will den Ball, z.B. wegen anstürmender Gegner, nicht mehr ins Spiel bringen, so kann er sich in der Endzone hinknien, was ebenfalls einen Touchback bedeutet.
Darüber hinaus gibt es auch die taktische Variante eines sogenannten Onside-Kicks. Dabei versucht die Mannschaft, die gerade gepunktet hat und daher kickt, gleich wieder in Ballbesitz zu kommen. Sie führt daher einen kurzen flachen Kick aus, im Idealfall springt der Ball aufgrund seiner Ei-Form dabei so auf, dass er von der gegnerischen (receivenden) Mannschaft nicht kontrolliert werden kann. Die kickende Mannschaft kann den Ball aufnehmen, wenn er 10 Yards passiert hat oder von einem Spieler der anderen Mannschaft berührt wurde. Diese taktische Variante wird meistens gespielt, wenn eine Mannschaft kurz vor Ende noch einmal verkürzen kann, aber noch weitere Punkte benötigt.
Im Falle einer Puntes ist ein Fair Catch nicht unbedingt notwendig. Wenn der Returner den Ball einfach nicht fängt und ein Gegener berührt den zu Boden gefallen Ball, ist der Spielzug beendet und der nächste Spielzug beginnt an der Stelle. Entscheidet er sich aber den Punt zu fangen und lässt den Ball fallen, ist es wieder ein „freier Ball“.
Mit einem Punt verzichtet die Offense auf das Ausspielen des aussichtslosen vierten Downs, um der gegnerischen Offense den Ball nicht an Ort und Stelle überlassen zu müssen. Der Punter fängt den Ball nach dem Snap mit der Hand und kickt ihn im hohen Bogen fort, damit der Ball lange in der Luft bleibt und der mögliche Fänger rechtzeitig von den eigenen Spielern erreicht wird. Eine spezielle Art des Punts gibt es nach einem Safety. Beim sog. Free Kick puntet der Spieler den Ball ohne Snap und ohne Druck der Verteidigung von der eigenen 35-Yard-Linie aus weg.
Abwehr-Mannschaftsteile:
Angriffs-Formationen:
Einzelspieler:
Bei TV-übertragungen von Spielen ist häufig zu sehen, dass die angetäuschten Ballübergaben so gut sind, dass der Kameramann nicht mehr weiß wo der Ball ist und deshalb das Bild kurzzeitig ganz zurück zoomen muss, um alle möglichen Ballträger im Bild zu haben.
Ein Beispiel: Nach Spielsituation und Feldposition ist von der Offense ein einfacher und sicherer Run zu erwarten, um beispielsweise den letzten fehlenden Yard zum First Down zu erreichen. Der Spielzug startet mit dem Snap, der QB bewegt sich nach hinten, der Halfback kommt auf ihn zu und es scheint. als würde er einen Handoff vom QB bekommen. Darauf reagiert die Defense. Die Linebacker bewegen sich nach vorne in Richtung Line of Scrimmage, um den HB aufzuhalten. Der vermeintliche Handoff war aber ein fake, der QB hat immer noch den Ball, die Hände des tief nach vorn gebückten Runningbacks sind leer. Dadurch hat sich eine Lücke in der Verteidigung aufgetan, die Linebacker können nun den hinteren Raum nicht mehr gegen Passversuche abdecken. In diesen freien Raum läuft ein WR, der nun ungedeckt ist und somit sicher angeworfen werden kann, und der nun auch noch weitere Yards Raumgewinn erlaufen kann, weil ja niemand in der Nähe ist, um ihn zu tacklen. In der Praxis hängt die Wirkung eines solchen play action-passes davon ab, wie gut der fake war, wie schnell die Defense ihren Fehler erkennt und ob die Linebacker schnell genug sind, ihn wieder auszubügeln.
Aus all diesen plays, ob offensiven oder defensiven, ergeben sich für jedes Team am besten geeignete Spielzüge, die in einem Playbook zusammengefasst sind.
Die bekannteste nordamerikanische Profiliga ist die National Football League (NFL), die seit 1920 existiert, mithin erst Jahrzehnte nach dem College Football entstand. Das Finale der NFL, der so genannte Super Bowl, ist das wichtigste Fernseh-Event der USA und gilt als weltweit populärste jährliche Sportveranstaltung. Hier treten die Champions der beiden NFL-Ligen NFC und AFC gegeneinander an. Diese Tradition begann 1967, als die NFL und die Konkurrenzliga AFL als Vorbereitung einer Fusion ihre Champions gegeneinander spielen ließen. Daneben gab und gibt es immer wieder Konkurrenzligen, etwa die USFL oder die XFL.
In Deutschland wurden Ende der 1970er Jahre mit den Frankfurter Löwen (Gründungsjahr 1977) und den Düsseldorf Panther die ersten Vereinsmannschaften gegründet, wobei hier stationierte US-Amerikaner als Spieler und Trainer mitgewirkt haben.
Die höchste reguläre Liga in Deutschland ist die German Football League (GFL), die in eine Nord- und eine Südgruppe eingeteilt ist und 12 Mannschaften beinhaltet. Das Finale der GFL ist der German Bowl. Darunter befindet sich eine ebenso zweigeteilte 2. Bundesliga mit 16 Mannschaften. Es folgen diverse weitere Ligen (Regionalligen, Oberligen, Verbandsligen, Landesligen, Aufbauligen). Ebenso gibt es umfangreichen Spielbetrieb im Jugendbereich.
Football gibt es seit Anfang der 1990er Jahre auch auf Hochschulebene. Das Finale ist der jährlich ausgetragene Hochschulbowl. Kurz darauf treffen sich dann die besten Hochschulspieler in der universitätren Nationalmannschaft, den GERmaniacs.
Die höchste reguläre Liga in Österreich ist die Austrian Football League (AFL). Das Finale der AFL ist der Austrian Bowl.
Seit den 1980ern werden Europa-Meisterschaften unter Nationen, der Eurobowl der Vereine sowie der EFAF-Cup durch die European Federation of American Football (EFAF) ausgetragen. Seit einigen Jahren werden Weltmeisterschaften ausgetragen, wobei Japan dominierte.
Mit einer größeren Popularität und TV-Übertragungen spielt die NFL Europe, die von der NFL organisiert und finanziert wird. Es handelt sich im Unterschied zur GFL um eine reine Profiliga, die aber nicht mit dem europäischen Spielbetrieb gekoppelt ist. Die Spieler sind meist NFL-Reservespieler oder ehrgeizige Ex-College-Spieler, die sich für höhere Aufgaben in der NFL empfehlen möchten. Einigen gelang es dank der Spielpraxis in Europa, sich für die NFL zu empfehlen. Zudem sind jeweils acht nicht aus den USA stammende Spieler (sog. Nationals) im Team, die überwiegend aus Europa, Japan oder Mexiko kommen, um die Publikumsbindung zu erhöhen. Fünf der derzeit sechs Teams der NFL Europe spielen in Deutschland: Frankfurt Galaxy, Rhein Fire (Düsseldorf), Berlin Thunder, Cologne Centurions (Köln), sowie die für 2005 neuen Hamburg Sea Devils. Einziges nichtdeutsches Team sind die Amsterdam Admirals (Niederlande).
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