„American History X“ ist ein Film, der sich mit der US-amerikanischen Neonazi-Szene beschäftigt.
Nun versucht Derek endgültig, sich und seinen Bruder aus der Neonazibewegung zu lösen, was sich jedoch als äußerst schwierig erweist. Zum Schluss des Filmes, als Dereks Vorhaben Erfolg zu zeigen scheint, wird sein kleiner Bruder Danny von einem schwarzen Mitschüler aufgrund einer Lappalie auf der Schultoilette erschossen.
Kaye reflektiert das Verhältnis von persönlicher Schuld und Milieubestimmung. Dabei schließt er sich im Wesentlichen den Grundgedanken des amerikanischen sozialkritischen Romans der 1920er und 1930er Jahre an, wie sie auch Richard Wright in „Native Son“ formulierte, an: Gewalt von Marginalisierten stellt zumindest genau so sehr eine gesellschaftliche Aufgabe wie Schuld des Einzelnen dar. Zwar wird der Roman nur einmal kurz erwähnt, er dürfte jedoch interpretatorischer Bezugspunkt des Films sein, und Sweeney erscheint, insbesondere in den Szenen im Polizeipräsidium sowie auf der Krankenstation des Gefängnisses, als eine Verkörperung von Richard Wright.
Die zentrale Aussage beziehungsweise der zentralen Satz des Films stammt von Derek. Als er seinen Bruder erschossen in der Schultoilette auffindet, klagt er: „Was habe ich getan?“ Er gibt nicht dem schwarzen Jungen, der seinen Bruder erschossen hat, die Schuld, sondern sich selbst, da Danny nur zum Rechtsextremisten und schließlich zum Opfer des Schwarzen wurde, weil Dereks Einfluss dies bewirkt hat. Er ist sein Bruder und sein Opfer. In einer der Rückblenden, in der das Mittagessen innerhalb der Familie eskaliert und Derek beinahe seine Schwester erwürgt, stellt sich die Mutter ebenfalls die oben genannte, selbstkritische Frage. Dieses verdeutlicht Dereks Wandel im Nachhinein noch einmal besonders, denn versetzt man den geläuterten Derek anstelle seiner Mutter in letztere Szene, so hätte er sich selbst von seinem Tun abbringen müssen.
Bemerkenswert sind auch die Parallelen zu dem aus den fünfziger Jahren stammenden James Dean- Film "Denn sie wissen nicht was sie tun...". Von der Kleidung des "geläuterten" Derek bis zur Vater/ Sohn- ähnlichen Beziehung zu seinem kleinen Bruder.
Im Film begegnet Danny dem schwarzen Mitschüler, von dem er später erschossen wird, zum ersten Mal, als er sich dessen Gewalttätigkeit gegen einen Mitschüler in den Weg stellt. Kritiker wenden ein, dass diese Begegnung der alleinige Grund für seinen späteren Tod ist und Derek, weil nicht direkt beteiligt, somit keine Schuld trifft, auch wenn er dies selber glauben mag. Der Film bediene damit das rassistische Klischee des „bösen Negers“. Aus dieser Interpretation stelle sich der Film als widersprüchliche Kombination von Antirassismus und Rassismus dar.
Die als ästhetisierend empfundene Darstellung von Gewalt ist ein weiterer vorgebrachter Kritikpunkt.
Das erste Lied ist ein Kyrie-Chorsatz, die Bitte nach göttlichem Erbarmen („Herr, erbarme Dich. Christus, erbarme Dich. Herr, erbarme Dich.“), die am Beginn des Ordinariums der Liturgie steht. Die nahe liegende Assoziation: Die Existenz rassistischer Gruppen konfrontiert die Gesellschaft mit schuldhaften Versäumnissen. Zugleich gilt es für Menschen zu bitten, die schuldhaft oder irrend in eine solche Szene hinein geraten sind.
Das zweite Lied stellt eine Parodie dar. Auf die Melodie von „Glory, Glory, Hallelujah“ stimmt Seth, ein Neonazi, einen Text an, der alle rassistischen Feindbilder enthält und die Hoffnung ausdrückt, dass angeblich bestehende Strukturen (siehe ZOG) überwunden werden.
Filmtitel | Filmtitel 1998 | Filmdrama | Independentfilm | US-amerikanischer Film
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