| Wissenschaftlicher Name
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| Myrmecophagidae
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| Gray, 1825
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| Gattungen
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Die
Ameisenbären (Myrmecophagidae) bilden mit vier Arten eine Säugetierfamilie aus der Ordnung der
Zahnarmen. Ihr Lebensraum erstreckt sich über
Mittel- und
Südamerika.
Beschreibung
Charakteristisch für diese Tiere ist die zahnlose Röhrenschnauze, die eine lange Zunge beherbergt. In der Größe unterscheiden sich die Mitglieder der Familie beträchtlich, vom nur 250g schweren Zwergameisenbären bis zum Großen Ameisenbär, der über 30 kg erreichen kann. An ihren Vorderzehen tragen Ameisenbären auffällig lange und scharfe
Krallen. Diese dienen zum Aufreißen von Termitenbauen und zur Abwehr von Feinden. Die Anzahl der Krallen variiert je nach Art: zwei beim Zwergameisenbären, drei beim Großen Ameisenbären und vier bei den Tamanduas. Die hinteren Krallen sind weniger ausgeprägt entwickelt. Der Schwanz ist lang, beim Großen Ameisenbären buschig, bei den anderen Arten als Greifschwanz ausgebildet. Augen und Ohren dieser Tiere sind klein, der
Geruchssinn dagegen sehr gut entwickelt.
Lebensweise
Die Arten unterscheiden sich deutlich in ihrem Lebensraum: während der Zwergameisenbär ein reiner Baumbewohner ist und vorwiegend Wälder bewohnt, lebt der Große Ameisenbär ausschließlich am Boden und bevorzugt Savannen. Die Tamanduas liegen in der Mitte, sie finden sich sowohl am Boden als auch in den Bäumen. Ameisenbären sind vorwiegend Einzelgänger, die nur zur Paarung zusammenkommen.
Ernährung
Die Nahrung der Ameisenbären besteht fast ausschließlich aus
Ameisen und
Termiten. Mit ihren Krallen brechen sie die Bauten dieser Tiere auf und lecken die Tiere mit ihrer langen, eingespeichelten Zunge auf, nach dem Verschlucken wird sie vom muskulösen
Magenpförtner zermahlen. In menschlicher Obhut nehmen sie auch Obst zu sich.
Fortpflanzung
Über die Fortpflanzung der Ameisenbären ist nicht sehr viel bekannt. Nach rund 120 bis 190 tägiger Tragzeit bringt das Weibchen ein einzelnes Jungtier zur Welt. Dieses reitet in den folgenden Monaten auf dem Rücken der Mutter. Die baumbewohnenden Arten lassen die Jungtiere auch manchmal während der Nahrungssuche auf einer geschützten Astgabel zurück. Die Geschlechtsreife erreichen Große Ameisenbären mit drei bis vier Jahren, bei den anderen Arten ist dies nicht bekannt, ebensowenig wie die Lebenserwartung in freier Wildbahn.
Bedrohung
Ameisenbären zählen zu den weniger bedrohten Arten, wozu ihr großes Verbreitungsgebiet und ihre relative Anspruchslosigkeit beitragen. Die
IUCN listet lediglich den Großen Ameisenbären als gefährdet (vulnerable).
Gattungen und Arten
Die Familie teilt sich in drei Gattungen mit insgesamt vier Arten:
- Der Zwergameisenbär (Cyclopes didactylus) ist ein nur 250 g schwerer Baumbewohner mit Greifschwanz.
- Der Große Ameisenbär (Myrmecophaga tridactyla) ist die bekannteste Art dieser Familie, ein bis 30 kg schwerer Bodenbewohner.
- Die Tamanduas (Tamandua) stehen größenmäßig zwischen den anderen Arten und sind sowohl Baum- als auch Bodenbewohner. Es gibt zwei Arten: den Nördlichen Tamandua (T. mexicana) und den südlichen Tamandua (T. tetradactyla).
Systematik
Die nächsten Verwandten der Ameisenbären sind die
Faultiere (Folivora), mit denen sie die Ordnung der
Zahnarmen bilden. Die Zahnarmen werden mit den
Gürteltieren und ausgestorbenen Tieren wie dem
Glyptodon zur Überordnung der
Nebengelenktiere (Xenarthra) zusammenfgefasst.
Fossile Ameisenbären sind auch aus anderen Kontinenten bekannt, so auch aus Deutschland, wo in der Grube Messel die Art Eurotamandua joresi aus dem Eozän gefunden wurde.
Die stammesgeschichtliche Entwicklung der heutigen Arten lässt sich in folgenden Diagramm zusammenfassen:
Ameisenbären (Myrmecophagidae)
|--Zwergameisenbär
|--Myrmecophaginae
|--Großer Ameisenbär
|--Tamanduas
|--Nördlicher Tamandua
|--Südlicher Tamandua
In manchen Systematiken erhält der Zwergameisenbär den Rang einer eigenen Familien, Cyclopedidae, während Großer Ameisenbär und Tamanduas als Myrmecophagidae zusammengefasst werden.
Weblinks
Nebengelenktiere
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