Amden ist eine Gemeinde im Kanton St. Gallen in der Schweiz mit rund 1'500 Einwohnern. Bewohner von Amden werden Ammler genannt. Amden gehört zur Ferienregion Heidiland.
Amden wird auch als Sonnenterrasse über dem Walensee bezeichnet. Es hat eine Gesamtfläche von 43,48 km2, wovon 12.09 km2 Wald sind. Der höchste Punkt Amdens liegt auf 2101 m.ü.M. (Leistkamm) und der tiefste Punkt 421 m ü.M. (Walensee). Die Gemeinde Amden ist in vier Gemeindeteile aufgeteilt: Dorf etwa 900 m ü.M, Arvenbüel etwa 1250 m ü.M, sowie am Ufer des Walensees: Fli etwa 430 m ü.M. und Betlis ca. 430 m ü.M.
Die Herkunft des Namens Amden wird mit Amoenus mons, dem lieblichen Berg, als An-dem-End oder einfach ad montes (auf dem Berg) gedeutet.
| Betlis | 34 Personen |
| Fli | 257 Personen |
| Amden/Arvenbüel | 1'248 Personen |
| Total Einwohner: | 1'539 Personen |
| davon sind: | |
| katholisch | 1'075 Personen |
| protestantisch | 328 Personen |
| Orthodox | 27 |
| andere oder ohne Konfession | 104 Personen |
Die meisten Ammler haben ihren Arbeitsplatz in den Kantonen Glarus und Zürich.
Unklar ist jedoch die Besiedlung Amdens durch die Räter in der Zeit vor Christi Geburt. Man weiss, dass dieses Volk seinen Wohnraum vom Walensee hinaus bis nach hinten ins Glarnerland belegten. Bei einigen Überlegungen könnte man aber zur Einsicht gelangen, dass die berggewohnten Menschen die Höhen Amdens dem "versumpften" Talgebiet vorzogen und sich hier niederliessen.
Einen Beweis römischer Besiedlung zur dieser Zeit finden wir in Betlis, wenn auch nur zu militärischen Zwecken: Die Ruine Strahlegg.
Intensive Nachforschungen haben ergeben, dass die Ruine im 1. Jahrhundert v. Chr. von den Römern erstellt wurde. Man vermutet, das die Rätoromanen von den Römern vertrieben wurden, und somit der Besitzer unseres Gebietes erneut wechselte.
Im 8. Jahrhundert soll dann auch ein kleiner Teil von Alemannen in Amden ihren Wohnsitz gefunden haben.
1438 wurde dann der ganze Bezirk Gaster für 3000 Gulden an Glarus und Schwyz verpfändet. Das Pfand wurde aber nie eingelöst und so blieb Amden bis 1798 Untertangebiet der Eidgenossen.
Die Familienmanen wie Boss, Jöhl oder Böni (Böni: von Bonifacius, der Gutes Tuende, boni der Gute) waren in Amden sehr verbreitet. Zum Beispiel die Nachkommen von: - Jacob Böni in der Region: Rietli, Dornacher, Oberland GL - Martin Böni in der Region: Rietli, TI, Reinthal - Nicolaus Böni in der Region: Unterbach, Tafeli, Brand, ZH - Beat Böni in der Region: Rietli, Betlis, Oberdorf, Holzli Tobel, GL-Hinterland, Rotenstein, Lehni, Weisstannen, Gäsi. - Abraham Böni in der Region: Unterbach, Rossweid, Toggenburg, ZH, Vorarlberg
Das Hin und Her der Kantonszugehörigkeit wurde dann 1815 endgültig geregelt.
1950 wurde der grosse Garagen- und Werkstattbau erstellt. Heute verfügt der Betrieb über 14 Fahrzeuge, nebst dem Kursbetrieb (etwa 200'000 Fahrgäste pro Jahr) organisiert er lohnende Ausflugsfahrten, unterhält einen Lastwagen- und Taxibetrieb und besorgt im Winter die Schneeräumung. Auch wenn das ortseigene Unternehmen gegenwärtig keinen Einnahmenüberschuss aufweisen kann, ist es für den Kurort lebenswichtig.
1874 war das Fehlen der Strasse Anlass, dass unter den Ammlern recht harte Worte fielen; der Zufall wollte es, dass genau 100 Jahre später erneut alles von dieser Strasse sprach, nun in der Gemeinde selbst, sogar über die Landesgrenzen hinaus gelangte das Werk zur traurigen Berühmtheit. Es war die Bergsturzzeit.
Seit 1972 konnte im Gebiet Schwarzberg-Schafbett eine Kippbewegung der obersten Felsmassen beobachtet werden. Die Masse, die über die Strasse Weesen-Amden in den Walensee abzustürzen drohte, wurde auf ½ Mio. Kubikmeter geschätzt. Die anfängliche Rutschgeschwindigkeit von 5 cm pro Monat steigerte sich in bedrohendem Masse. Durch ungeschickte Zeitungsberichte verbreitete sich der Glaube, das Dorf selbst wäre in Gefahr. Für den Kurort waren die aufgebauschten Meldungen von grossem Schaden. Der Passantenverkehr ging auf ein Minimum zurück, Hotels, Pensionen und das Liftunternehmen mussten zünftige finanzielle Einbussen in Kauf nehmen. Und der Schrattenkalk am Schwarzberg rutschte immer schneller.
Im Herbst 1973 wurde unter Mithilfe des Militärs (Sap Kp II/8 und Sap Kp I/35) innert kürzester Zeit die Notstrasse ins Toggenburg gebaut. (Ein ausgearbeitetes Strassenprojekt Amden-Nesslau war schon 1906 vorhanden, die Ausführung, die nicht zustande kam, hätte 710'000 Franken gekostet). Doch diese Notverbindung konnte im folgenden Winter wegen Lawinengefahr nicht benutzt werden.
Der Schwarzberg neigte sich bedrohlich. Rund um die Uhr wurden die lockeren Felsmassen beobachtet, nachts mit Scheinwerfern beleuchtet. Sollte man sprengen? Eine Seilbahn bauen? Die gefährdete Strecke mit einem Tunnel umgehen?
Mitte Januar 1974 musste die Strasse gesperrt werden. Helikopter der Armee, der Rettungsflugwacht und der Heliswiss übernahmen die Versorgung der Gemeinde. An Nebeltagen, wenn der Flugbetrieb eingestellt werden musste, war es in Amden wie ausgestorben. In der Nacht auf den 21. Januar 1974 löste sich ein grosser Teil der Felsmasse (etwa 50'000 m³) und stürzte donnernd in den Steinbruch. Die Strasse wurde nur leicht beschädigt. Tage später wurden die noch absturzgefährdeten Parteien abgesprengt (40'000 m³). Mitte Februar konnte die Strasse für den Verkehr wieder freigegeben werden. In der Folge legte man das kostspielige Tunnelprojekt auf die Seite. Gebaut wurden dann 1981 die Steinschlaggalerien zur Sicherung der Strasse Weesen-Amden.
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