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Wappen Karte
Wappen_Amberg.png Karte_amberg_in_deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Geografische Lage:
Fläche: 50,04 km²
Einwohner: 44.657 (30. September 2005)
Bevölkerungsdichte: 892 Einwohner je km²
Höhe: 374 m ü. NN
Postleitzahlen: 92201–92224
Vorwahlen: 09621
Kfz-Kennzeichen: AM
Gemeindeschlüssel: 09 3 61 000
Website: www.amberg.de
Politik
Oberbürgermeister: Wolfgang Dandorfer (CSU)
Regierende Partei: CSU

Amberg ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Oberpfalz und Sitz des Landratsamtes Amberg. Die Stadt liegt rund 60 km östlich von Nürnberg an der Vils und ist gemeinsam mit Weiden Sitz einer Fachhochschule. __toc__ Amberg_Altstadt.jpg

Geschichte


Amberg_Martinskirche.jpg]] Amberg wurde 1034 als Ammenberg zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Im Mittelalter war es ein bedeutender Umschlagplatz für Eisen und Eisenerz. Die Oberpfalz gilt als das Ruhrgebiet des Mittelalters. Im Amberger Land wurde Eisen abgebaut und über die Vils nach Regensburg verschifft. Auf der Rückfahrt – die Schiffe wurden von Pferden flussaufwärts gezogen – war Salz geladen. Relikte des Salzhandels sind heutige Straßennamen wie Salzstadelplatz.

Ab 1269 kam es unter die Herrschaft der Wittelsbacher und wurde später Hauptstadt der oberen Pfalz, die zusammen mit der unteren Pfalz (Hauptstadt Heidelberg) von einer Nebenlinie der Wittelsbacher regiert wurde. Von 1294 ist das erste Stadtrecht bekannt. Nach Einführung der Reformation stand Amberg unter kurpfälzischer Hoheit. Von 1595 bis 1620 wurde die Oberpfalz durch den pfälzischen Statthalter Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg regiert, der seinen Amtssitz in Amberg hatte.

Während des Dreißigjährigen Kriegs fiel Amberg 1620 an Bayern und wurde mit der Oberpfalz wieder katholisch, nachdem der pfälzische Kurfürst und böhmische König Friedrich V. von der Pfalz 1620 in der Schlacht am Weißen Berg den mit Maximilian von Bayern verbündeten Habsburgern unterlegen war. In der Folge flohen viele Protestanten in die freien Reichsstädte Nürnberg und Regensburg.

Im Jahre 1810 wurde der Regierungssitz der Oberpfalz von Amberg nach Regensburg verlegt. Der Anschluß an das bayerische Eisenbahnnetz erfolgte im Jahre 1859.

In der Zeit des Nationalsozialismus stellte sich die Stadt Amberg gegenüber der Situation im gesamten Land nicht als Ausnahme dar. Da die Mehrheit der Bevölkerung aus praktizierenden Katholiken bestand, und die katholische Kirche den nationalsozialistischen Machthabern teilweise mit Misstrauen begegnete, erzielte die NSDAP bis 1933 in Amberg zugunsten der kirchennahen BVP geringere Wahlerfolge als im Landesdurchschnitt; nach der Machtergreifung 1933 erzielten die Nationalsozialisten bei Abstimmungen allerdings jeweils vorhersehbare Zustimmungsquoten in Höhe von 90%. Gegen kirchenfeindliche Aktionen der Nazis regte sich denn auch der Widerstand der Amberger Bürger, etwa 1941 bei einer Protestdemonstration von ca. 500 Personen gegen den „Kruzifixerlass“ des Kultusministers, durch den die Kruzifixe aus den Schulen entfernt werden sollten. Andererseits wurden die Maßnahmen des Regimes gegen die Bevölkerungsgruppe, die am meisten unter Verfolgung zu leiden hatte, nämlich die Juden, vom Großteil der christlichen Einwohnerschaft ohne jeglichen Protest hingenommen. 1933 lebten in Amberg noch 64 Juden. Diese kleine jüdische Gemeinde, nur 0,2% der Bevölkerung, war bis zum Mai 1943 vollständig zerschlagen worden: siebzehn Amberger Juden wanderten aus, dreiundzwanzig verzogen in andere deutsche Städte, elf starben in Amberg. Von den übrigen dreizehn wurden viele in die Ghettos Theresienstadt und Piaski bei Lublin deportiert.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 gehörte Amberg zur Amerikanischen Besatzungszone. Am 1. Juli 1972 wurden im Zuge der Gebietsreform die Orte Ammersricht, Gailoh, Karmensölden und Raigering eingemeindet. 1995 wurden in der ehemaligen Kaiser-Wilhelm Kaserne der Amberger Teil der FH Amberg-Weiden eröffnet.

Bevölkerung

Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1400 2720 1950 37920
1500 3180 1960 41849
1600 4280 1970 41522
1700 3720 1980 44264
1800 5763 1990 43111
1859 12312 2000 43794
1900 22039

Politik


Oberbürgermeister

  • 1892-1907: Joseph Heldmann
  • 1907-1913: Georg Schön
  • 1913-1933 Dr. Eduard Klug, BVP
  • 1933: Otto Saugel (kommissarisch)
  • 1933-1945: Josef Filbig, NSDAP
  • 1945-1946: Christian Endemann, SPD
  • 1946: Dr. Eduard Klug
  • 1946: Christian Endemann, SPD
  • 1946-1952: Michael Lotter, CSU
  • 1952-1958: Josef Filbig, DG
  • 1958-1970: Dr. Wolfgang Steininger, CSU
  • 1970-1990: Franz Prechtl, CSU
  • seit 1990: Wolfgang Dandorfer, CSU

Partnerstädte

Patenschaft

  • Die Stadt Amberg übernahm 1954 die Patenschaft für die aufgrund der Beneš-Dekrete aus ihrer angestammten Heimat vertriebenen deutschen Bewohner der Stadt und des Kreises Eger im Sudetenland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Historische Gebäude

Amberg_Marktplatz-Rathaus.jpg Die Altstadt ist umgeben von einer Ringmauer mit heute 4 Toren: Nabburger Tor, Ziegeltor, Vilstor und Wingershofer Tor.

Eine Besonderheit stellt die so genannte „Stadtbrille“ dar, ein fünftes Tor über den Fluss Vils. In drei Bögen überspannt hier die mittelalterliche Stadtmauer den Fluss; einer der Pfeiler steht dabei im Wasser, so dass sich zwei Bögen mit ihrer Spiegelung im Wasser zu zwei nebeneinander stehenden Kreisen ergänzen, was zum Namen führte. Der dritte Bogen auf festem Grund war lange Zeit vermauert; erst vor kurzem wurde er wieder geöffnet und so der Originalzustand hergestellt, was von vielen Ambergern jedoch als „Zerstörung“ der typischen, zweibögigen „Brille“ mit Missmut gesehen wurde. Mit dem historischen „Eh'häusl“ besitzt Amberg heute eines der kleinsten Hotels der Welt.

Kirchen

An der Südseite des Marktplatzes liegt die Basilika St. Martin. Sie wurde von 1421 an als Bürgerkirche im gotischen Stil erbaut.

St. Georg (11. Jahrh.), Paulanerkirche (interessant wegen der Geschichte; wurde zeitweise als Lagerstätte genutzt),

Die Wallfahrtskirche Maria-Hilf-Berg wurde im Stile des Barocks erbaut und 1711 geweiht. Die Wallfahrt auf den Mariahilfberg und das dazugehörige Bergfest finden immer in der Woche um Maria Heimsuchung (2. Juli) statt.

Museen

Stadtmuseum, Archäologisches Museum, einzigartiges Luftmuseum im Klösterl (ab 04.06.2006), Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern (Theuern).

Moderne Gebäude

An moderner Architektur ragt die Fertigungshalle der Fa. Nachtmann (Rosenthalstraße), ein 1970 nach Plänen von Walter Gropius errichtetes kathedralenartiges Gebäude heraus.

Theater

Seit 1803 besitzt Amberg ein Theater in der ehemaligen gotischen Kirche eines in der Säkularisation aufgehobenen Franziskanerklosters. Seit 1872 ist die Stadt Amberg Träger des Theaters. 1953 musste der Spielbetrieb aus brandschutzrechtlichen Gründen zunächst eingestellt werden, nach einer umfassenden Sanierung ist das Stadttheater aber seit 1978 wieder in Betrieb. Das Stadttheater Amberg besitzt kein eigenes Ensemble, es finden aber regelmäßig Gastspielveranstaltungen statt.

Bibliothek

In Amberg ist die Staatliche Bibliothek (Provinzialbibliothek) beheimatet. Sie wurde im Jahr 1803 im Zuge der Säkularisation gegründet. Ihre alten Buchbestände stammen aus dem Jesuitenkolleg in Amberg sowie den aufgegebenen Klöstern Ensdorf, Michelfeld, Reichenbach, Speinshart, Walderbach und Waldsassen. Der erste Standort der Bibliothek war im aufgegebenen Salesianerinnenkloster, und der Bestand lag bei rund 50.000 Büchern. Im Jahr 1815 wurden durch ein Feuer rund 16.500 Bücher vernichtet. Im Jahr 1826 erfolgte der endgültige Umzug an den heutigen Standort im Maltesergebäude. Von 2001 bis 2003 erfolgten Sanierungs- und Anbaumaßnahmen. Die Bibliothek bietet heute rund 115.000 Bücher.

Natur

Renaturierte Flusslandschaft zur Landesgartenschau 1996.

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr

Amberg kann über die Bundesautobahn 6 mit den Anschlussstellen Amberg West, Amberg Süd und Amberg Ost erreicht werden. Des Weiteren kreuzen sich die Bundesstraßen B 85 und B 299. Der Amberger Bahnhof bietet Direktverbindungen nach Nürnberg, Schwandorf, Regensburg und Prag (Praha).

Die Amberger Citybusflotte besteht zur Zeit aus 20 Bussen und 12 Linien, in Amberg wird ein 30 Minuten-Takt gepflegt. Der Amberger Citybus liegt komplett im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN). Alle 12 Buslinien sind sehr wichtig. Die längste Linie ist die 402 von Amberg nach Ammersricht mit 25 Haltestellen und einer Länge von 5,4 Kilometern. Der Amberger Bahnhof ist zentraler Knotenpunkt zwischen der Deutschen Bahn und den Citybussen bzw. auch zu den Überlandbussen. Betrieben werden die Citybusse seit 1975 von der Firma Linzer, die 1970 gegründet wurde. Im Jahre 1999 wurde der Amberger Busbahnhof aufwändig saniert und 2005 erweitert, so dass jetzt alle Citybusse und Überlandbusse die 20 Haltebuchten anfahren können.

Ebenso gibt es Überlandbuslinien, die ins Umland fahren.

Ortsansässige Unternehmen

Größter Arbeitgeber ist die Firma Siemens, die mit etwa 3700 Beschäftigten in Amberg elektronische Bauelemente und numerische Steuerungen fertigt. Ein weiteres großes Unternehmen ist die Firma Grammer AG. Sie stellt Fahrer- und Passagiersitze, sowie Komponenten für die Pkw-Innenausstattung her. Weitere Unternehmen der ansonsten vom kleineren Mittelstand geprägten Region sind in den Bereichen der Informationstechnologie, Metallindustrie und Maschinenbau tätig. Glas (Fa. Nachtmann) spielt traditionell ebenfalls eine Rolle.

Amberg beherbergte bis in die 1970er Jahre bis zu 10 große Brauereien gleichzeitig (Brauhaus, Bruckmüller, Falk, Jordan, Kummert, Malteser, Schiessl, Sterk, Wingershof, Winkler), wodurch Amberg angeblich zur Stadt mit den meisten Brauereien wurde. Heute existieren davon jedoch nur noch wenige. Daneben gibt es noch einige Klein- und Hausbrauereien.

Medien

In Amberg ist der regionale Fernsehsender OTV (Oberpfalz TV) ansässig. Er bietet informative Sendungen und Nachrichten für die gesamte nördliche Oberpfalz. Die Amberger Zeitung ist die lokale Tageszeitung und ist Teil des Verlages Der neue Tag

Öffentliche Einrichtungen

  • Justizvollzugsanstalt
  • Amt für Landwirtschaft und Forsten Amberg
  • Staatsarchiv (Zuständigkeitsbereich: Regierungsbezirk Oberpfalz)
  • Ortsverband Amberg

Bildung

Amberg ist eine ausgesprochene Schulstadt. Folgende Schulen existieren in Amberg:

Fachhochschulen

Gymnasien

Realschulen

Berufsbildende Schulen
  • Wirtschaftsschule Friedrich Arnold
  • Staatliche Fachoberschule
  • Staatliche Berufsoberschule
  • Staatliche Berufsschule
  • Staatliche Berufsfachschule für kaufmännische Assistenten
  • Berufsschule für Kranken- und Kinderkrankenpflege
  • Staatlich landwirtschaftliche und hauswirtschaftliche Berufsschule
  • Technikerschule der Berufl. Fortbildungszentren der Bayer. Arbeitgeberverbände e.V.

Grund- und Hauptschulen
  • Volksschule Ammersricht
  • Albert-Schweizer-Schule
  • Barbaraschule
  • Dreifaltigkeitsschule
  • Luitpoldschule
  • Max-Josef-Schule
  • Montessori-Schule

Förder- und Sonderschulen
  • Willmannschule (Sonderpädagogisches Förderzentrum)
  • Rupert-Egenberger-Schule (Heilpädagogisches Zentrum/Schule zur Individuellen Lebensbewältigung)

Volkshochschulen
  • Volkshochschule Amberg

Musikschulen
  • Klangwerkstatt Amberg

Militär

Die Stadt ist Garnisonsstadt mit einer Bundeswehrkaserne (Leopoldkaserne) und einem Bundeswehrkrankenhaus. Bis in die 1990er Jahre existierten auch eine US-Kaserne und eine weitere Bundeswehrkaserne (Kaiser-Wilhelm-Kaserne). In den Gebäuden letzterer befindet sich heute die Fachhochschule.

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Weblinks


Ort in Bayern | Ehemaliger Residenzort in Bayern | Amberg

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