Die Altstadtfreunde Nürnberg e. V. sind ein Verein, der sich im Rahmen der Denkmalpflege für die Erhaltung und Restaurierung der noch existierenden historischen Altstadthäuser und anderer erhaltenswerter Baudenkmäler in Nürnberg einsetzt.
Der Verein hat viel dazu beigetragen, die Nürnberger Altstadt, soweit nach den Kriegszerstörungen noch vorhanden, zu erhalten und den Neubau altstadtgerecht durchzuführen. Die Altstadtfreunde kaufen zu diesem Zweck auch Altstadthäuser auf – mitunter erhalten sie diese auch durch Erbschaft oder Schenkung – und renovieren sie. Mit der Rettung von vier mittelalterlichen Fachwerkhäusern am Unschlittplatz, die bereits für den Abriss freigegeben waren, gelang dem Verein zwischen 1972 und 1978 ein wegweisender Erfolg.
Bis 2002 führte der Verein 220 Bauprojekte durch, darunter 38 Fachwerkfreilegungen, den Erhalt von neun Häusern durch Kauf und Eigensanierung und acht weiterer durch Weiterverkauf. Von 1973 bis 2002 setzten die Altstadtfreunde durch diese Maßnahmen insgesamt über 15 Millionen Euro um.
Der Einfluss des Vereins auf die Nürnberger Stadtentwicklung zeigte sich im Einsatz der Altstadtfreunde um die Gestaltung des Augustinerhofes 1996. Ein Entwurf des gebürtigen Nürnberger Architekten Helmut Jahn für dieses im Zentrum der Altstadt – in unmittelbarer Nähe des Hauptmarktes – gelegene Areal sollte nach Ansicht der Stadtplaner Nürnbergs Innenstadt ein modernes Flair jenseits des „Butzenscheibenimages“ geben. Nach Ansicht der Altstadtfreunde hätte das als „aufgeschnittene Bratwurst“ bezeichnete Projekt jedoch nicht in den baulichen Kontext der Nürnberger Altstadt und ihrer Dachlandschaft gepasst. In einem Bürgerentscheid, dem ersten in einer bayerischen Großstadt, stimmten am 14. Januar 1996 67.284 Wahlberechtigte gegen das Neubauprojekt und nur 30.637 dafür, wodurch die Realisierung verhindert wurde.
Eine renovierte Scheune in der Zirkelschmiedsgasse wird von den Altstadtfreunden seit ca. 2002 als Veranstaltungsort genutzt. Seit 2003 rekonstruieren die Altstadtfreunde das Haus Irrerstraße 1. Archäologische Grabungen in diesem Haus brachten neue Funde zur Geschichte der Nürnberger Altstadt zutage. 2005 begannen die Altstadtfreunde u.a. die Sanierung dreier mittelalterlicher Handwerkerhäuser aus dem 15. Jahrhundert in der Kühnertsgasse, in denen die „Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg e.V.“ ein Museum einrichten will. Weiterhin setzt sich der Verein für den Wiederaufbau des Pellerhofes ein.
Die Nürnberger Altstadtberichte enthalten neben dem jährlichen Rechenschaftsbericht des Vereins Dokumentationen zu wichtigen Baumaßnahmen in Bild und Text sowie Aufsätze über Geschichte, Kunst und Kultur Nürnbergs mit dem Schwerpunkt Altstadt und Bauwesen, darunter auch eigene Arbeiten der Altstadtfreunde. Die meisten Aufsätze handeln von Baudenkmälern der Stadt Nürnberg oder von historischen Ereignissen in Hinblick auf künftige Entwicklungen.
Fast alle Aufsätze widmeten sich zuvor unbearbeiteten Themen: Das Chorgestühl von St. Lorenz, der Reichskleinodienschrein, die Auswertung der Kupferstiche von Johann Adam Delsenbach als kulturgeschichtliche Quelle, die Entstehung des großen Altstadtmodells, das älteste Fabrikschild Nürnbergs oder die Formen der Nürnberger Gaslaternen sind einige Beispiele. Ebenso die Erforschung einiger Nürnberger Besonderheiten wie die Ringe am Schönen Brunnen, den Rauschgoldengel und den Ausdruck „Bäiderlasbou“ (= Petersilienknabe, Spitzname für einen gebürtigen Nürnberger).
Hinzu kommen baugeschichtlicher Besonderheiten, die ebenfalls vorher noch nicht in der Literatur behandelt wurden: Gutzlöcher, Sonnenspiegel, Fassadenringe, Wärmeöffnungen, aber auch die neuen Erkenntnisse, dass die Kreuzgassen 1470 von Großunternehmern blockweise bebaut wurden und dass Nürnberg um 1600 noch weithin das Bild einer Fachwerkstadt bot.
Zu erwähnen sind die Beschreibung der Entdeckung des Wohnhauses der Naturforscherin Anna Maria Sibylla Merian (1647–1717) und die Beschreibung ihrer Forschungen, die sie dort über viele Jahre betrieben hat. Die Bedeutung der Nürnberger Stadtmauer als Weltkulturerbe (25/2000) wurde ebenfalls in den Altstadtberichten kommentiert.
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