Altena ist eine
mittlere kreisangehörige Stadt in
Nordrhein-Westfalen (
Deutschland). Sie liegt im
Sauerland und gehört zum
Märkischen Kreis.
Geographie
Die Stadt Altena liegt im Tal der Lenne. Der höchste Punkt ist der Kohlberg mit 511 m über NN. Der tiefste Punkt liegt am Hüttengraben bei 150 m über NN. Das heutige Gebiet der Stadt ist etwa 44,3 km² groß. 61% der Stadtfläche werden von Wald eingenommen.
Nachbargemeinden
Altena grenzt an
Nachrodt-Wiblingwerde,
Iserlohn,
Hemer,
Neuenrade,
Werdohl,
Lüdenscheid und
Schalksmühle.
Geschichte
Die Stadt Altena entstand unterhalb der gleichnamigen, im 12. Jahrhundert gebauten Burg einer Seitenlinie der Grafen von Berg, welche sich dann Grafen von Altena und später Grafen von der Mark nannten. Der Name der Burg ist wohl ein vorgermanischer Flussname und entstammt von dem Fluss und der Landschaft "Altena" in Brabant. Die Grafen von Berg leiteten mit der Namensgebung einen Besitzanspruch her, den es allen Anschein nach nicht gegeben hat, ein damals übliches Verfahren. Die Erklärung von "Altona" (Hamburg, hier geht es um eine Gaststätte) von „all te na“ (all zu nah), nach einer heimischen volkstümlichen Sage, ist hier strikt auszuschließen.
Graf Engelbert III. von der Mark verlieh Altena am
20. Dezember 1367 die Freiheitsrechte.
1609 fiel das Gebiet an den
Kurfürsten von
Brandenburg. Seit dem
3. Oktober 1753 bestand als einer von vier
Landkreisen in der Grafschaft Mark der
Kreis Altena.
1794 bekam Altena den Titel Stadt, obwohl sie die
Stadtrechte eigentlich nie verliehen bekam. Nach dem
Frieden von Tilsit gehörte die Stadt, sowie die gesamte Grafschaft zum
französischen Groß
herzogtum Berg. Nach dem
Wiener Kongress 1815 ging die Grafschaft zurück an
Preußen und wurde Teil des neuen
Regierungsbezirkes Arnsberg und ist dies heute noch.
Religionen
Etwa 46% der Einwohner sind Protestanten, 23% katholisch und weitere 31% gehören einem anderen Bekenntnis an oder sind konfessionslos.
Eingemeindungen
Zum
1. Januar 1969 wurden die Kreise Altena und die bisher kreisfreie Stadt
Lüdenscheid im
Kreis Lüdenscheid zusammengefasst. Die Stadt Altena wurde durch Eingemeindungen (
Dahle, vorher
Neuenrade;
Evingsen, vorher
Hemer;
Rahmedetal bis Grünewiese, vorher Lüdenscheid-Land; Teile
Nachrodt-Wiblingwerdes) gleichzeitig stark vergrößert.
1975 wurde Altena in den
Märkischen Kreis aufgenommen. Sowohl das Kreiskulturamt, als auch seine Unterabteilungen Sozial- und Gesundheitsamt befinden sich noch heute dort.
Einwohner
Altena-Zentrum1-Asio.JPG |
Burg Altena Tower.jpg
(jeweils zum 31. Dezember)
Politik
Gemeinderat
Bürgermeister
Dr. Andreas Hollstein (CDU), Studium der Rechtswissenschaften, geb. 1963 in Altena, verh., 4 Kinder, ehrenamtlicher 1. Stellv. Bürgermeister von 1994–1999, hauptamtlicher Bürgermeister seit 1999
Wappen
Das Wappen der Stadt zeigt im unteren Teil den märkischen Querbalken. Im oberen Teil ist die Heilige
Katharina von Alexandria in einem roten Kleid und blauen Mantel abgebildet. Auf dem Kopf trägt sie eine Grafenkrone und in den Händen hält sie die Untensielien mit denen sie den Märtyrertod erlitten haben soll. Die Abbildung der Heiligen geht auf den Grafen Engelbert III. von der Mark zurück, der auf dem Sinai am Grab der Heiligen ein Gelübde abgelegt hatte.
Städtepartnerschaften
Die älteste Partnerschaft verbindet Altena mit der französischen Stadt
Péronne. Aus Kontakten zwischen Schulen wurde am
2. April 1967 eine offizielle Partnerschaft. Ein Dreibund entstand, als auch das britische
Blackburn (bereits Partnerstadt Péronnes)
1972 zum Städtepartner ernannt wurde.
1990 schloss man eine Partnerschaft mit der
weißrussischen Stadt
Pinsk.
Außerdem bestehen noch Patenschaften. Zum einen über die Stadt Habelschwerdt im ehemaligen Schlesien, da viele Habelschwerdter durch den Zweiten Weltkrieg nach Altena kamen. Die wirtschaftlichen und landschaftlichen Parallelen zwischen beiden Orten waren auch ein Grund, dass 1952 eine Patenschaftsurkunde unterzeichnet wurde. Zum anderen gibt es in Altena eine Marinekameradschaft. Auf deren Anregung wurde 1966 eine Patenschaft über das Schnellboot „Frettchen“ der Bundesmarine geschlossen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Deutsches Drahtmuseum
- Drahtrolle Am Hurk (OT Evingsen)
- Burgmuseum
Bauwerke
Altena-Kino1-Asio.JPG
- Das Gebäude wurde 1901 erbaut und als Silberschmiede genutzt. Da zu dieser Zeit dort Holländer ein- und ausgingen, gaben Altenaer Bürger der alten Schmiede später den bis heute noch bekannten Namen „Holländer“. Nach Schließung der Schmiede eröffnete ein Gasthof, der sich „Zum Holländer“ nannte. 1924 wurde das Gebäude zum Lichtspielpalast, in dem 1930 der erste Film im Nadeltonverfahren gezeigt wurde. In den 50er Jahren erhielt das Lichtspielhaus den Namen „Apollo“. Das Gebäude wurde am 3. Mai 2005 als Baudenkmal unter Schutz gestellt. Bis zum heutigen Tag wird es als Kino genutzt. Es steht auf einer Insel in der Mitte der Nettestraße.
Regelmäßige Veranstaltungen
- Schützenfest (alle drei Jahre an Fronleichnam)
- Burgrock
- Altenaer Handballtage
- Mark-E-Triathlon
- Altenaer Werbewoche (AlWeWo, Ende September)
- Weihnachtsmarkt
- Jährlicher Flohmarkt durch die ganze Stadt (Immer im Oktober)
Wirtschaft und Infrastruktur
Durch die vorhandenen Rohstoffvorkommen von
Eisenerz, Wasser und Holz ist die Industrie schon immer der wichtigste Wirtschaftszweig. Seit dem 14. Jahrhundert n.Chr. wurde beispielsweise das weiche Schmiedeeisen
Osemund gewonnen. So war der Grundstein zur Eisenherstellung gelegt. Man fertigte vor allem Draht an, der dann nach
Aachen oder
England (zu Weiterverarbeitung zu Nähnadeln) transportiert wurde.
1784 wurde auch in Altena selbst eine Nähnadel-Fabrik eröffnet. Seitdem entwickelten sich die Draht-, aber auch die Metallverarbeitung zu wichtigen Branchen.
Verkehr
Die Stadt liegt an der
Ruhr-Sieg-Strecke Hagen–Altena–
Siegen, die von den
RegionalBahn-Zügen (RB91) und den
RegionalExpress-Zügen (RE16) befahren wird. Sie verfügt darüber hinaus über lokale und regionale
Buslinien (unter anderem nach
Iserlohn,
Lüdenscheid und
Hemer) und gehört der
Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe an.
Öffentliche Einrichtungen
- Kirchen: St. Matthäus, St. Maria Theresia (Evingsen), Friedrichskirche (Altroggenrahmede), reformierte Kirche, Lutherkirche, evangelische Kirche Mühlendorf, Vom Frieden Christi (Tiergarten).
- Stadtbücherei Altena
- Landeskundliche Bibliothek
- Kreisarchiv des Märkischen Kreises
- Fahrbücherei des Märkischen Kreises
- Stadtgalerie im Haus Köster-Emden
- Finanzamt
- Amtsgericht Altena
Bildung
In Altena gibt es eine vielfältige Schullandschaft. In zehn Schulen werden insgesamt über 2600 Schüler unterrichtet. Es handelt sich dabei um fünf
Grundschulen (insg. 910 Schüler), eine
Hauptschule (530), eine
Realschule (370), eine
Sonderschule (130), ein
Gymnasium (670). Daneben gibt es noch ein
Berufskolleg.
Die Werte sind gerundet.
Das Gymnasium erhielt seinen Namen Burggymnasium Altena nach dem Stadtbild prägenden Wahrzeichen der Stadt, der Burg Altena. Die Realschule wurde nach dem Begründer der ersten Jugendherberge der Welt, auf eben dieser Burg, als Richard-Schirrmann-Realschule benannt. Die übrigen Schulen tragen jeweils den Namen der Ortsteile in denen sie liegen.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Fritz Berg, von 1949 bis 1971 erster Präsident des Bundesverband der Deutschen Industrie nach dem Zweiten Weltkrieg
- Peter Prange, deutscher Schriftsteller, Philosoph, Drehbuchautor und Unternehmensberater
- Prof. August Rauschenbusch, deutsch-amerikanischer Theologe und Baptistenpastor
- Gustav Selve, bedeutender Unternehmer und Großindustrieller, führte als einer der ersten Arbeitgeber umfangreiche Sozialleistungen für seine Arbeiter ein
- Friedrich Sieburg, deutscher Literaturkritiker, Journalist und Schriftsteller
- Jason Dark, Pseudonym des Schriftstellers Helmut Rellergerd (geb. 1945 in Altena-Dahle)
Ehrenbürger
Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
- Gustav Selve, bedeutender Unternehmer und Großindustrieller, führte als einer der ersten Arbeitgeber umfangreiche Sozialleistungen für seine Arbeiter ein
Weblinks
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