Antiker_Altar_MK1888.png | Krodoaltar_zu_Goslar_MK1888.png]] Feldaltar_MK1888.png in Hildesheim Ortsteil Marienburg)]] Ein Altar (griechisch βημα, lateinisch ara, in christlichem Latein altare) ist eine Verehrungsstätte für eine oder mehrere Gottheit(en). Auf Altären können Opfergaben dargebracht werden. Doch auch die Errichtung des Altars an sich und seine unter Umständen reiche Verzierung sind bereits ein Akt der Verehrung und des Heilens.
Im etruskisch-römischen Totenbrauchtum wurden den Verstorbenen bzw. ihren Manen (persönliche Totengötter) Gedenkaltäre (Cippi) errichtet, meist mit einer ehrenden Inschrift, von denen viele Tausende erhalten geblieben sind. In der Umgebung bedeutenderer Städte des römischen Reichs säumten Grabmäler und -altäre die Ausfallstraßen.
Im christlichen Bereich wird der Altar in Anlehnung an den Tisch des Abendmahles, das Christus am Abend vor seiner Gefangennahme und Kreuzigung einnahm, auch als mensa Domini ('Tisch des Herrn') bezeichnet. Deshalb gibt es im eigentlichen Sinne in einigen christlichen Konfessionen (z.B. Reformierte) keinen Altar, da nach ihrem Verständnis des Abendmahles am Altar kein Opfer dargebracht wird. Grundlage hierfür ist etwa die Feststellung des Hebräerbriefes, das christliche Opfer (Jesus Christus) sei ein für alle Mal dargebracht. In diesem Verständnis ist der Tisch das Gegensymbol zum Altar. Bezeichnet der Altar die Hierarchie unter Menschen, so bezeichnet der Tisch als Symbol die menschliche Gemeinschaft von Gleichen. Tisch und Mahl sind der Ort an dem das Reich Gottes unter den Menschen gefeiert wird und dadurch in der Welt wirklich wird. Unter einem (Altar-)Schrein oder Schreinaltar (Flügelaltar) versteht man in der in der Kunstgeschichte ein Objekt, das sich auf- und zuklappen lässt und sich hinter dem eigentlichen Altartisch erhebt. In kleinerem Maßstab haben sich besondere Formen von Haus-, Reise- und Tragaltären herausgebildet, um auch fern von einer Kirche die Messe feiern zu können.
Altar MGP 2004 ubt.jpeg in Polen gebaut wurde]] Katholische Kirchen enthalten einen Tisch als zentralen Ort der Eucharistiefeier, als Zeichen der Gemeinschaft mit Jesus Christus. Insbesondere mittelalterliche Kirchen konnten eine Vielzahl von Nebenaltären aufweisen, abhängig von Größe, Bedeutung und Reichtum der Kirche. Seine Heiligkeit bezieht der Altar in der katholischen Kirche aus dem Akt der Weihe, in der Regel durch einen Bischof, und aus den im Altar verwahrten Reliquien von Heiligen. Allerdings wurde im Gefolge des 2. Vatikanischen Konzils lange und ausführlich diskutiert, dass die Konsekration des Tisches durch die Feier der Eucharistie vollzogen wird und nicht durch das einleitende Gebet des Bischofs. Der Tisch in der Mitte der Welt gilt neben der heiligen Versammlung seiner Gemeinde (Paulus: Die Kirche als der Leib Christi) und ihrer Vorsteher als Abbild Christi. Als Zeichen unserer Gemeinschaft (Communio) wird deshalb zu Beginn und am Schluss der Eucharistiefeier der Altar vom Bischof, Priester und/oder Diakon mit dem Altarkuss verehrt.
Beim Kanzelaltar befindet sich die Kanzel unmittelbar über dem Altar und ist über eine Treppe hinter dem Altar zu erreichen. Dort auf der Kanzel kann der Geistliche auch von der Empore aus gesehen werden. Ein Schalldeckel über der Kanzel sorgt dafür, dass die Predigt bei lautem Sprechen in der ganzen Kirche auch ohne Mikrofon verstanden werden kann.
Der Kanzelaltar ist ein heiliger Ort, an dem Christus dem Glaubenden bei der Predigt, dem Gebet, dem Abendmahl und dem Segen nahe ist.
Ein Brauch in vielen Kirchen mit Kanzelaltar ist der Umgang um den Altar, bei dem die Glaubenden nach dem Abendmahl und nach der Taufe, Konfirmation und Trauung im Uhrzeigersinn um den Altar herumgehen. Der Umgang um den Altar bringt zum Ausdruck, dass nicht nur Geistliche sondern auch Laien Zutritt haben zu dem Bereich um den Altar, der im Mittelalter nur dem Priester vorbehalten war. Dieser Grundgedanke wird bei vielen Kanzelaltären auch noch dadurch betont, dass sich rechts und links vom Kanzelaltar Pforten befinden, deren Vorhänge zum Umgang um den Altar geöffnet werden.
In lutherischen Kirchen werden Geldspenden (Kollekte, Klingelbeutel) als Gaben für Gott verstanden. Deshalb werden die im Gottesdienst eingesammelten Geldspenden oft auf dem Altar niedergelegt.
In den reformierten Kirchen, Baptistengemeinden sowie in vielen weiteren Freikirchen gibt es aus theologischen Gründen keinen Altar. An seiner Stelle steht die Verkündigung des Wortes Gottes im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Der Abendmahlsfeier dient ein Abendmahlstisch.
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