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Altötting ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Oberbayern und liegt etwa 90 Kilometer östlich von München. Überregionale Bedeutung erfährt die Stadt als Wallfahrtsort (Schwarze Madonna).
Geografie
Gliederung des Stadtgebiets
Für die Stadt Altötting sind 40 amtlich benannte Gemeindeteile ausgewiesen.
Geschichte
Kelten, Römer, Bajuwaren
Anfänge einer Siedlung lassen sich durch Funde in die Zeit der Urnenfelderkultur (ca. 1250 bis 750 v. Chr.) einordnen, wobei für die Anlage der Siedlung das umliegende Weidegebiet, die fischreichen Gewässer und der angrenzende Wald mit seinen Jagdmöglichkeiten die wichtigsten Voraussetzungen bildeten. Die Grabfunde der Urnenfelderzeit im Norden der Stadt und die bajuwarischen Reihengräber im Süden begrenzen einen Platz, der sich im Laufe eines Jahrtausends weniger durch seine Siedlungskontinuität als vielmehr durch seine Bedeutung als möglicher Kultort auszeichnet. Die fast quadratische Form des alten Kapellplatzes mit seiner hölzernen Umfriedung und die in der Mitte stehende Linde verweisen entweder auf eine
Keltenschanze mit Kultbedeutung oder auf einen altgermanischen Dingplatz als Versammlungsort und Gerichtsstätte.
Neben dieser Kultgewichtigkeit wuchs aber auch die wirtschaftliche Bedeutung mit dem Ausbau der Salzausfuhr aus Hallein und Reichenhall in der Keltenzeit und der Anlage eines Kunststraßennetzes durch die Römer. Die Nähe zum alten Innübergang bei Ehring-Töging und zum dortigen Kreuzungspunkt der Verbindungsstraßen Juvavum (Salzburg) - Castra Regina (Regensburg) und Augusta Vindelicum (Augsburg) Ovilava (Wels) bzw. Batavis (Passau) rückte den alten Kultort mit seiner bescheidenen Siedlung auch mehr und mehr in das Blickfeld strategisch-militärischer Überlegungen. Diese Entwicklung, verbunden mit der geographischen Lage genau in der Mitte des sich ausbildenden agilolfingischen Herzogtums in Altbayern, führte zur ersten urkundlichen Erwähnung von Ötting als »villa publica« im Jahre 748 mit der Bezeichnung »Autingas«.
Mittelalter
Im frühen Mittelalter erscheint Autingas als Bezeichnung für die heutige Stadt. Erst seit der Gründung
Neuöttings (wohl im Jahr
1224), verwendet man die Bezeichnung Altötting. Bereits
748 war der Ort eine Pfalz der
Agilolfinger Herzöge von Baiern.
Vierzig Jahre später wurde Altötting karolingische Königspfalz. Aus dieser Zeit stammt vermutlich auch der älteste Bau der heutigen Wallfahrtskirche.
In den Jahren 876/877 stiftete König
Karlmann ein Kloster in Altötting, in dem er auch begraben wurde.
Unter den
Wittelsbachern wurde ein Chorherrenstift in Altötting gegründet. Als Anfang des 13. Jahrhunderts die
Salzstraße von
Venedig nach
Nürnberg nach und nach an den
Inn verlegt wurde, gründeten die Wittelsbacher Neuötting mit Stadt- und Münzrecht.
Der Mythos um die Gnadenkapelle
Der Grund für die weltweite Bekanntheit Altöttings als Marienwallfahrtsort liegt in einer Begebenheit aus dem 15. Jahrhundert. Im Jahr 1489 soll sich dort folgendes Wunder ereignet haben: Ein dreijähriger Knabe war in den Mörnbach gefallen, von der Strömung mitgetragen worden und ertrunken. Die verzweifelte Mutter brachte das leblose Kind nach seiner Bergung in die der Heiligen Maria geweihten Kapelle und legte es auf den Altar. Dort begann sie mit anderen Gläubigen für die Rettung ihres Kindes zu beten. Nach kurzer Zeit kehrte das Leben zurück in den Körper des toten Kindes. Die Legende sagt, dass der gerettete Knabe später zum Priester geweiht wurde. Seitdem wurde es populär, zur Gnadenkapelle zu pilgern und die Heilige Maria um Hilfe anzuflehen. Die unzähligen Bilder(sogenannte Votivtafeln), die an den Außenwänden ebenso wie im Inneren der Kapelle zu finden sind, wurden aus Dankbarkeit für die angeblich von Maria getätigten Wunder angebracht. Die Pilger umrunden die Kapelle, oft mit extra dafür bereitgelegten Holzkreuzen, und beten um Hilfe für ihre Sorgen und Nöte.
Papstbesuche
Als bedeutender Wallfahrtsort wurde Altötting von den Päpsten
Pius VI. 1782 und
Johannes Paul II. 1980 besucht. Ein weiterer Papstbesuch ist durch den im 11 km entfernten
Marktl geborenen
Benedikt XVI. für den 11. September 2006 angekündigt.
Verkehr
Altötting ist mit dem Auto am besten über die
B 12 zu erreichen, ferner besteht Anschluss zur noch nicht komplett fertig gestellten
A 94.
Mit der Bahn erreicht man die Stadt über die Eisenbahnstrecke Mühldorf - Burghausen.
Die nächstgelegenen Flughäfen sind der Flughafen München Franz Josef Strauß sowie der Flughafen Salzburg Wolfgang Amadeus Mozart.
Städtepartnerschaften
In der Zusammenarbeit „
Shrines of Europe“ist Altötting seit
1996 mit fünf anderen
Marienwallfahrtsorten verbunden. Diese sind:
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Mariazell (
Österreich)
| Częstochowa (Polen)
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| Fátima (Portugal)
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| Loreto (Italien)
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| Lourdes (Frankreich)
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Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
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- Wallfahrts- und Heimatmuseum am Kapellplatz
- Schatzkammer und Goldenes Rössl
- Bruder-Konrad-Museum über Leben und Wirken des Hl. Konrad von Parzham
- Altöttinger Stadtgalerie mit Wechselausstellungen bildender Kunst
- Mechanische Krippe von 1926-1928 mit 130 Figuren
- Dioramenschau Altötting zur Geschichte Altöttings mit über 5.000 Figuren
- Jerusalem-Panorama Kreuzigung Christi von 1902-1903, Panorama von Gebhard Fugel in einem eigens erbauten Panoramagebäude
Bauwerke
- Kapellplatz (achteckige Anlage von Enrico Zuccalli) mit
- Gnadenkapelle, im Kern von ca. 700, mit Gnadenaltar von 1670 und einem Umgang mit über 2.000 Votivbildern
- Stiftspfarrkirche (gotische Hallenkirche, 1499-1511)
- St. Magdalena-Kirche (barocke Wallfahrtskirche, 1697-1700)
- Kongregationssaal der Marianischen Männerkongregation
- Stiftspropstei (13. Jahrhundert, 1683 barockisiert, heute Berufsfachschule für Musik)
- Alter Chorherrenstock
- Neuer Chorherrenstock (von Zuccalli)
- Stiftsdekanei (heute Pfarrhof und Wallfahrtsmuseum)
- Hotel Zur Post (von Zuccalli)
- Marienbrunnen (von Santino Solari 1635-1637, Stiftung des Erzbischofs Paris Lodron)
- Basilika St. Anna (Bau 1910-1912)
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Ludwig das Kind, ostfränkischer König
- Hannes Mayer, Forstwissenschaftler
- Paul Augustin Mayer, emeritierter Kurienkardinal
- Georg Ratzinger, Geistlicher und Kirchenmusiker, Bruder von Papst Benedikt XVI.
- Herbert Riehl-Heyse, deutscher Journalist und Autor
- Hans-Christian Schmid, deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor
- Christa Stewens, deutsche Politikerin, bayerische Ministerin
- Christoph Ullmann, deutscher Eishockeyspieler
- Weiß Ferdl, bayerischer Volkssänger und -schauspieler
- Marisa Burger, Schauspielerin
Weblinks
Ort in Bayern
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