Alphonse Eugéne Beau, später Alphonse Beau de Rochas (* 9. April 1815 in Digne; † 27. März 1893 in Vincennes) war ein französischer Eisenbahningenieur und Erfinder.
Beau de Rochas Vater Alexandre Beau ist Steuereinnehmer und Kämmerer an der Caisse d'Epargne. Die Mutter Thérèse Jacques de Rochas entstammt einer adligen, einflussreichen und begüterten Apothekerfamilie in Digne. Mit neun Jahren wird Beau de Rochas nach Orléans in ein katholisches Internat geschickt, wo er eine strenge Erziehung erhält. Im Alter von 16 Jahren kehrt er nach Digne zurück und absolviert eine Lehre als Geometer.
Nach seiner Ausbildung arbeitet er - oft gleichzeitig - an verschiedensten theoretischen Projekten, beschäftigt sich beispielsweise mit der Entsalzung der Camargue, entwickelt zusammen mit Philippe Breton einen Unterwassertelegraphen oder versucht sich auf Korsika an einem neuen Verfahren zur Gewinnung von Granit und Porphyr. All diese ruhelosen Anstrengungen sind von wenig Erfolg gekrönt, insbesondere da sich seine teilweise hoch erfinderischen Ansätze nur auf die Theorie beschränken und er die Möglichkeiten oder die Geduld praxisgeeigneter Entwicklungen nicht aufzubringen vermag. Ein weiterer Grund wird sein schwieriger, eigenbrötlerischer und zänkischer Charakter gewesen sein, der ihm beruflichen Erfolg und gesellschaftliche Anerkennung erschwerte.
1848 versucht er sich in der Politik, kandidiert bei den Provinz-Wahlen, engagiert sich eine Weile hingebungsvoll für ein selbst entwickeltes liberales, stark von den sozialen Ideen Frédéric Le Plays beeinflusstes Programm, zieht seine Kandidatur aus unbekannten Gründen aber noch vor den Wahlen zurück.
1852 verlässt er Digne und geht nach Paris, wo er sich zum Eisenbahningenieur weiterbildet und Schüler von Nicolas Léonard Sadi Carnot wird, mit dem er an der technischen Verbesserung von Dampfmaschinen arbeitet. Parallel dazu lässt er auf seine Kosten den ersten Stadtführer von Paris drucken - eine brillante Geschäftsidee, die wiederum an mangelnder Vermarktung scheitert. Im gleichen Jahr heiratet er Elisabeth Lemariée. Die Ehe bleibt kinderlos.
1861 entwirft Beau de Rochas Verlauf und Trassen der Eisenbahnlinie Grenoble-Nizza, die 1892 gebaut werden, ohne dass er finanziell beteiligt gewesen wäre. Aus 1861 stammen auch sein Entwurf für einen Tunnel zwischen Frankreich und England sowie für Elektroturbinen, die Paris mit Elektrizität versorgen sollten. 1888 schlägt er die künstliche Bewässerung einer Oase im Sudan vor und entwirft eine transafrikanische Eisenbahnroute bis ins Detail.
Bekannt wurde und am Ende seines Lebens noch zu Ehren kam Beau de Rochas aber durch seine Erfindung des Viertaktmotors. 1862 meldet er diese Erfindung zum Patent an. Dabei beschreibt er Motoren für Lokomotiven, die eine Verbindung von Dampf- mit Gasmaschinen aufweisen. Das Gas in der Maschine sollte "unter hoher Kompression spontan zünden", was durch vier Phasen der Maschinenarbeit erreicht werden könne:
Damit hatte er theoretisch das Prinzip des Viertaktmotors erfasst, das schon im Jahr zuvor, 1861, Nicolaus August Otto entwickelt hatte, der bei der praktischen Umsetzung aber auf Schwierigkeiten stieß und es versäumt hatte, rechtzeitig ebenfalls ein Patent anzumelden.
Mann | Franzose | Ingenieur | Geboren 1815 | Gestorben 1893
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