Der Alpenföhn ist der lokale Föhn des Alpenraumes. Er kann hier zu starken Stürmen mit Spitzengeschwindigkeiten von 150 km/h führen, weshalb er oft beträchtliche Schäden an Gebäuden und Wäldern anrichtet.
Ein erheblicher Anteil an Föhntagen weist südlich des Alpenkammes keinen Niederschlag auf, so dass die thermodynamische Föhntheorie im Falle des Alpenföhns nicht als Erklärung für die Erwärmung dienen kann. Die Föhnerscheinung auf der Alpennordseite kann dann jedoch ganz einfach dadurch erklärt werden, dass die Luft, die in den Nordalpentälern als Föhn spürbar ist, gar nicht vom Alpensüdfuß, sondern aus größerer Höhe stammt, wobei die darunter liegende luvseitige Luft stabil geschichtet ist und am Übersteigen des Hindernisses gehindert wird. Durch die tief eingeschnittenen Pässe gelangt dabei ein Teil dieser relativ kühlen blockierten luvseitigen Luft als seichter Föhn nach Norden.
Föhn20041224.jpg aus gesehen]] Auf der Alpennordseite ist der Föhn auf Grund der geringen Luftfeuchtigkeit mit einer sehr guten Fernsicht verbunden, im Winter und Frühjahr begünstigt er wegen der höheren Temperaturen die Schneeschmelze.
Das Gebiet, in dem sich der Föhn in Bayern und Oberschwaben auswirkt, kann man ziemlich genau mit dem Verlauf der Donau begrenzen. Im Süden ist es schwieriger zu sagen. Am Gebirgsrand zum Beispiel im Inntal kann es durch den Föhn an einem Wintertag bis zu 25 Grad Celsius Temperaturunterschied geben (Brannenburg am Inn, 29.Nov 2000 23 Uhr 22 Grad, 30.Nov 2000, 6 Uhr -3 Grad)
Auf der Lee-Seite des Gebirges gerät die strömende Luft in Schwingungen, die in ihrer Höhe die des Gebirges übersteigen. Diese Leewellen werden bei ausreichender Luftfeuchtigkeit durch die Bildung von charakteristischen Wolken, den Föhnlinsen (Altocumulus lenticularis, kurz Ac lent), sichtbar. In den Leewellen können Segelflugzeuge auf über 10.000 m steigen.
Genauso kann es bei umgekehrten Druckverhältnissen den so genannten Nordföhn auf der Südseite der Alpen geben. Dabei sind die Auswirkungen entsprechend umgekehrt: Bewölkung mit Regen im Norden, Föhnfenster mit erhöhten Temperaturen im Süden.
Föhn kann in zyklonaler oder antizyklonaler Ausprägung auftreten. Beim zyklonalen Typ ist auch ein Regenereignis auf der Luvseite zu beobachten. Eine notwendige Bedingung für die Auslösung von zyklonalem Alpensüdföhn ist der Vorbeizug eines Tiefdruckgebietes auf west-östlicher Bahn nördlich der Alpen. Dieses saugt in den unteren Schichten Luft aus seiner Umgebung, also auch über die Alpen hinweg, an, wobei es dann zu Föhn kommen kann. Ähnliche Großwetterlagen liegen bei Föhnbeobachtungen in allen Erdteilen vor.
Der Südföhn entsteht so oftmals im Vorfeld einer Kaltfront, die sich aus Westen den Alpen nähert. Wenn hinter der Front selbst hochreichende Kaltluft über Westeuropa hinweg weit genug nach Süden ausbricht, entsteht auf der Vorderseite dieses „Kaltlufttroges“ zur Kompensation vielfach eine nach Norden gerichtete Strömung, die relativ milde, aber auch recht feuchte Luft vom Mittelmeer zu den Alpen führt.
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