Alois Schlögl (* 4. April 1893 in Rotthalmünster; † 27. September 1957 in München) war ein deutscher Landwirtschaftsfunktionär und Politiker. Er gehörte zu den Mitbegründern der CSU, war von 1946 bis 1957 Mitglied des Bayerischen Landtages und von 1948 bis 1954 Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Schlögl ist auch Gründer des Bayerischen Landwirtschaftsverlages (BLV) und gab das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt heraus.
Zudem engagierte sich Schlögl politisch in der Bayerischen Volkspartei (BVP), für die er 1932 und 1933 auch im Bayerischen Landtag saß. Als nach der Machtergreifung Adolf Hitlers am 10. April 1933 auch die bayerische Regierung ausgeschaltet wurde, löste sich die nun jeglicher Aktionsmöglichkeiten beraubte BVP am 4. Juli 1933 auf. Auch Schlögl zog sich von allen öffentlichen Ämtern zurück und arbeitete als Wirtschafts- und Steuerberater. Von 1941 bis 1945 war er erneut Soldat.
Schon kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Schlögl 1945 zu den Mitbegründern der Christlich-Sozialen Union (CSU) und auch des Bayerischen Bauernverbandes, dessen erster Generalsekretär er bis 1948 war. Gleichzeitig wurde er auch wieder auf journalistischem Feld tätig. Im September 1945 beantragte er die Zulassung der Firma „Bayerischer Landwirtschaftsverlag (BLV)“, was im Januar 1946 mit der Lizenznummer US-E-126 genehmigt wurde. Noch im gleichen Monat erschien als erste Veröffentlichung des neuen Verlages das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt mit einer Startauflage von 53000 Exemplaren. Bereits am 1. Oktober 1946 wurde die Einzelfirma in die „Bayerische Landwirtschaftsverlags GmbH“ umgewandelt. Gesellschafter waren zunächst das Ehepaar Dr. Alois und Josefine Schlögl, ab 1948 auch der Verlagskaufmann Max Oesterreicher sowie ab März/April 1951 noch der Bayerische Bauernverband und der Bayerische Raiffeisenverband.
Auch politisch machte Schlögl rasch Karriere. 1945 und 1946 war er Mitglied des Vorläufigen Landesausschusses der CSU, dann von 1948 bis 1954 Mitglied des CSU-Landesvorstands. 1946 wurde er Mitglied des Bayerischen Beratenden Landesausschusses und der Verfassunggebenden Landesversammlung. Von 1946 bis zu seinem Tod 1957 war Schlögl Mitglied des Bayerischen Landtages (MdL) und wurde nach dem Übertritt Josef Baumgartners zur Bayernpartei 1948 als dessen Nachfolger zum Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ernannt. Dieses Amt hatte er bis 1954 inne.
Daneben veröffentlichte Dr. Schlögl auch agrarpolitische und –historische Beiträge, deren Höhepunkt das umfangreiche Werk Bayerische Agrargeschichte. Die Entwicklung der Land- und Forstwirtschaft seit Beginn des 19. Jahrhunderts (1954) darstellte, das er zusammen mit anderen Autoren verfasste und im BLV herausbrachte.
Die Orte Landau an der Isar, Rotthalmünster und Dornheim (Bayern) ernannten ihn zum Ehrenbürger. In Landau an der Isar ist zudem der Dr.-Schlögl-Platz nach ihm benannt, und in Krumbach und Rotthalmünster gibt es jeweils eine Dr.-Schlögl-Straße.
Mann | Deutscher | Landwirt | Landesminister (Bayern) | CSU-Mitglied | BVP-Mitglied | Herausgeber | Journalist | Historiker | Autor | Literatur (Deutsch) | Literatur (20. Jh.) | Sachliteratur | Träger des Bundesverdienstkreuzes Ehrenbürger | Geboren 1893 | Gestorben 1957
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