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Alois (auch Aloys) Adolf Riehl (* 27. April 1844 in Bozen; † 21. November 1924 in Berlin) war ein österreichischer Philosoph, Vertreter des Neukantianismus, Bruder von Josef Riehl

Biographische Daten


Riehl wurde als zweites von fünf Kindern des Gastwirtes Josef Riehl und seiner Frau Marie auf dem »Riehlhof« bei Bozen in Südtirol geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Bozen und der Matura studierte er Philosophie, Geographie und Geschichte an den Universitäten Wien, München, Innsbruck und Graz. 1866 Staatsexamen für das Höhere Lehramt in Graz. 1868 Promotion zum Dr. phil. an der Universität Innsbruck. 1870 Habilitation an der Universität Graz, zunächst als Privatdozent, ab 1873 als a.o. Professor für Philosophie. 1878 Berufung zum ordentlichen Professor für Philosophie. 1882 Ruf an die Universität Freiburg als Nachfolger von Wilhelm Windelband. 1896 Berufung an die Universität in Kiel, 1898 nach Halle, ab 1905 als Nachfolger Wilhelm Diltheys auf den Lehrstuhl für Philosophie an der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin. 1913 wurde Riehl die Ehrendoktorwürde der University of Princeton verliehen.

Riehl betreute als Doktorvater u.a. die Dissertationen von Oswald Spengler (Thema: „Der Metaphysische Grundgedanke der Heraklitischen Philosophie“) und Adhemar Gelb (1910).

Riehl gehörte am 5. März 1906 neben Max Sering und Max Lenz zu den Prüfern der Promotionsprüfung von Alice Salomon, die diese mit „cum laude“ bestand.

Ebenfalls 1906 beauftragten Sofie und Aloys Riehl den erst 20-jährigen Mies van der Rohe mit der Planung ihres Wohnhauses, der sog. „Villa überm See“ (von den Riehls auch „Klösterli“ genannt) in der Potsdam-Babelsberger Spitzweggasse.

1923 gehörte Riehl (zusammen mit Richard Oehler, Friedrich Lienhard und Hans Vaihinger) zu den Befürwortern der Vergabe des Nobelpreises an Elisabeth Förster-Nietzsche

Riehl wurde auf dem Alten Friedhof von Klein-Glienecke beerdigt. Ein Grabmal von Mies van der Rohe zierte lange Zeit das Grab.

Riehl‘s Frau Sofie, geb. Reyer, ist eine Tante von Frieda Gross, geb. Schloffer, Ehefrau des österreichischen Arztes, Wissenschaftlers und Revolutionärs Otto Gross.

Werke (Auswahl, chronologisch)


  • Realistische Grundzüge : eine philosophische Abhandlung der allgemeinen und nothwendigen Erfahrungsbegriffe. Graz: Leuschner & Lubensky, 1870
  • Über Begriff und Form der Philosophie : eine allgemeine Einleitung in das Studium der Philosophie. Berlin: Duncker, 1872
  • Der philosophische Kritizismus und seine Bedeutung für die positive Wisenschaft, 3 Bände, 1876-87
  • Friedrich Nietzsche : der Künstler und der Denker. Ein Essay. Stuttgart: Frommann, 1897
  • Zur Einführung in die Philosophie der Gegenwart. Acht Vorträge. Leipzig: Teubner,1903
  • Philosophische Studien aus vier Jahrzehnten. Leipzig: Quelle & Meyer, 1925

Weblinks


Mann | Österreicher | Philosoph (19. Jh.) | Philosoph (20. Jh.) | Geboren 1844 | Gestorben 1924 | Kantianer | Südtiroler

Alois Riehl | Alois Riehl

 

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