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Alois Brummer (* 12. Mai 1926 in Mainburg; † 4. Mai 1984 in München-Pasing) war ein deutscher Produzent, Drehbuchautor und Regisseur von Sexfilmen.

Leben


Der Bauernsohn Alois Brummer war Kriegsteilnehmer und gründete nach Kriegsende in Ingolstadt ein Speditionsunternehmen. Durch einen Schuldner wurde er Besitzer von zwei Kinos, woraufhin er sich in der Zeit des Kinowunders immer mehr der Welt des Films zuwandte. Ab 1961 begann er selbst Filme zu verleihen. Neben Dokumentar- und Kriminalfilmen gehörten auch Sexfilme zu seinem Angebot.

Ab 1968 produzierte er seine Sexfilme selbst. Er verzichtete dabei ganz auf den Aufklärungs- oder Reportagestil jener Zeit und stellte desto mehr die Komik in den Vordergrund. Die meist belanglose Handlung erdachte er selbst, und auch die Regiearbeit wurde ab 1970 von ihm übernommen.

Schon der erste Film Graf Porno und seine Mädchen wurde ein Knüller. Rinaldo Talamonti, später einer der meistbeschäftigten Akteure im Sexfilmgenre, bekam hier seine erste Rolle.

1969 drehte der Filmmacher Hans-Jürgen Syberberg einen vom ZDF in Auftrag gegebenen Dokumentarfilm über Brummers Filmschaffen mit dem Titel Sex Business - Made in Pasing. Dieser aber fühlte sich durch den Film bloßgestellt und zog sich ganz aus der Öffentlichkeit zurück. Auf die ihm zustehende Goldene Leinwand für den ersten Graf Porno-Film verzichtete er.

Wegen seiner Filme setzte sich Brummer naturgemäß dem Vorwurf der Obszönität aus. Er machte sich aber auch dadurch, dass er - in der Ära des Neuen Deutschen Films - immer seine finanziellen Interessen betonte, wenig Freunde. Seine Absicht, 1970 einen Dokumentarfilm über seinen Heimatort Mainburg zu drehen, wurde von den zuständigen Behörden durch Verweigerung der Drehgenehmigung durchkreuzt. Sein Horrorfilm Snuff aka Big Snuff (1973-75), der angeblich eine echte Mordszene enthielt, wurde beschlagnahmt und Brummer (erfolglos) wegen Körperverletzung angezeigt.

Nach Freigabe der Pornografie in Deutschland 1975 verlieh er zahlreiche amerikanische Pornofilme und brachte sie später auch unter eigenem Label als Videos heraus. Er baute sein Kino-Imperium aus und bemühte sich im Laufe der Jahre um die Verbesserung der handwerklichen Qualität seiner Filme. Nach zahlreichen typischen Lederhosenfilmen wurden seine Produktionen zuletzt immer aufwändiger und exzessiver.

Brummer war von 1970 bis 1973 in zweiter Ehe mit der ebenfalls geschiedenen Sieglinde Frech verheiratet. Er starb am 4. Mai 1984 in seiner Villa in Pasing.

Filmografie


  • 1968 Graf Porno und seine Mädchen (Regie: Günter Hendel)
  • 1969 Eros-Center Hamburg (Regie: Günter Hendel)
  • 1969 Graf Porno und die liebesdurstigen Töchter (Regie: Günter Hendel)
  • 1969 Dr. Fummel und seine Gespielinnen (Regie: Atze Glanert)
  • 1970 Graf Porno bläst zum Zapfenstreich
  • 1970 Beichte einer Liebestollen
  • 1971 Gestatten...Vögelein im Dienst (Regie: Albert Trennalg = Atze Glanert)
  • 1971 Obszönitäten
  • 1971 Pornografie illegal
  • 1971 Gefährlicher Sex frühreifer Mädchen
  • 1972 Gefährlicher Sex frühreifer Mädchen 2. Teil
  • 1973 Geilermanns Töchter - Wenn Mädchen mündig werden
  • 1973 Liebesmarkt (Regie: Hubert Frank)
  • 1973 Unterm Dirndl wird gejodelt
  • 1974 Beim Jodeln juckt die Lederhose
  • 1974 Hey Marie, ich brauch mehr Schlaf, auf ins blaukarierte Himmelbett
  • 1975 Mei Hos is in Heidelberg geblieben (Regie: Hubert Frank)
  • 1978 Zwei Kumpel in Tirol
  • 1981 Die heißen Nächte der Josefine Mutzenbacher (Regie: Hans Billian)
  • 1981 Kursaison für scharfe Kumpel/Kursaison im Dirndlhöschen
  • 1982 Katharina - Die nackte Zarin (Regie: Scott Hunt = Klaus König)
  • 1983 Rasputin - Orgien am Zarenhof (Regie: Ernst Hofbauer)

Literatur


CineGraph Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lg. 9

Weblinks


Filmregisseur | Drehbuchautor | Filmproduzent | Deutscher | Geboren 1926 | Gestorben 1984 | Mann

 

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