Allstedt liegt im Landkreis Sangerhausen im Südwesten Sachsen-Anhalts, nur wenige Kilometer von der thüringischen Landesgrenze entfernt. Allstedt ist der Hauptort der Verwaltungsgemeinschaft Allstedt-Kaltenborn.
Geografie
Allstedt liegt an der
Helme, die aus Richtung Westen kommend, nach Süden zur Mündung in die
Unstrut abbiegt. Die Helme bildet mit der Unstrut hier eine fruchtbare Ebene (
Das Ried in der
Diamantenen Aue). Nördlich von Allstedt beginnen die Ausläufer des
Südharzes, im Westen sieht man das markante
Kyffhäuser-Gebirge. Im Süden, nach Überquerung des breiten Unstruttales, liegt der Bergrücken der
Hohen Schrecke und im Osten fällt nach einer Hügellandschaft hinter
Querfurt das Gelände allmählich zur
Saale hin ab. Südöstlich von Allstedt liegt der
Naturpark Saale-Unstrut-Triasland.
Geschichte
Allstedt hat als althüringisches Dorf schon im 5./6. Jahrhundert existiert. Der Siedlungsplatz wird als
Altsedi im Jahr 777 erwähnt.
Heinrich I. unterschrieb im Jahr
935 in Allstedt eine Urkunde, Allstedt wurde Königshof, später Kaiserpfalz. Um
1200 wurde die Wigberti-Kirche als Steinbau neu errichtet. Allstedt erhält
1425 die
Stadtrechte. Ab
1516 führte die Stadt ein Siegel.
Thomas Müntzer predigte
1523 in deutscher Sprache. Er hielt in der Schlosskapelle vor Herzog Johann und dem Kurfürsten Friedrich die „Fürstenpredigt“.
1568 wurde eine neue Schule erwähnt und seit
1570 sind Weinbau-Erträge bezeugt. Im
30jährigen Krieg hausen
Wallensteins,
Tillys und
Gustav Adolfs Soldaten in Allstedt. Die
Pest sucht Allstedt
1681 heim: von Mai bis Dezember starben in der Stadt 817 Menschen. Die neue St.-Johannes-Kirche wurde
1765 eingeweiht.
Johann Wolfgang von Goethe weilte zwischen
1776 und
1802 oft in Allstedt zu Staatsgeschäften. Auf dem Schloss schrieb er unter anderem einige Akte seiner „
Iphigenie“. Das erste Allstedter Wochenblatt erschien
1840. Eine Zuckerfabrik wurde
1851, eine Malzfabrik
1885 und ein Metallwerk
1890 errichtet.
1894 erfolgte der Anschluss an Eisenbahnnetz (Strecke Oberröblingen - Allstedt),
1899 bekam Allstedt Straßenbeleuchtung mit
Gaslaternen. Im Ersten Weltkrieg fielen 114 Allstedter Soldaten.
1920 kam Allstedt, ehemals Teil des Großherzogtum
Sachsen-Weimar-Eisenach mit dem Landkreis Weimar als
Exklave zum
Freistaat Thüringen.
1922 wurde Allstedt an das Stromnetz angeschlossen. Im April
1945 zogen die Amerikaner in Allstedt ein, im Juli die Sowjets. Es erfolgte die
Entnazifizierung, die Demontage der Betriebe begann. Evakuierte und Vertriebene aus den Ostgebieten kommen nach Allstedt, das dem neu gegründeten Land
Sachsen-Anhalt zugeordnet wurde.
1946 begann die Bodenreform: privater Grundbesitz wurde enteignet. Ein Hochwasser überflutete
1947 Allstedt.
1952 wurde mit dem Bau des sowjetischen Flugplatzes begonnen. Die Kollektivierung in der Landwirtschaft erfolgte
1960.
1973 stellte die Reichsbahn den Personenverkehr zwischen
Oberröblingen und Allstedt ein. Das Schloss wurde
1974 repariert, renoviert und ein Museum eingerichtet.
Verkehr
Allstedt liegt an der neu erbauten
A 38 Göttingen–
Leipzig (Ausfahrt Allstedt). Der Bahnhof Allstedt wird von der
Deutschen Bahn seit den 1990er Jahren nicht mehr bedient, so dass die nächsten Bahnhöfe sich in
Sangerhausen und
Artern befinden. Zu diesen Orten existieren mehrmals täglich Busverbindungen.
Allstedt hat einen kleinen Flugplatz, den Flugplatz Allstedt.
Öffentliche Einrichtungen
Freizeit- und Sportanlagen
Allstedt verfügt über ein Freibad sowie ein Rollhockey- und Tennisstadion. Der örtliche Rollhockeyverein „SV Allstedt“ spielt aktuell in der 2. Bundesliga.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Inside castle Allstedt.jpg
- Burg und Schloss Allstedt: In der früheren Kaiser- und Königspfalz Allstedt veränderte sich die Burg Allstedt im Laufe der Jahrhunderte. Heute beherbergt die häufig auch als „Schloss“ bezeichnete Burg ein Museum über die Geschichte Allstedts und der Burg sowie ein Schlosscafé, in dem die „Kräuterhexe Tilly“ mit ihren regelmäßigen Programmen zu einer kulturellen Sehenswürdigkeit wurde. Auf der Burg finden auch regelmäßig Feste statt.
- Filmtheater Allstedt: Das einzige Kino Allstedts, das damals auch ein Jugendzentrum beinhaltete, wurde in den 1990er geschlossen und steht seitdem leer.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Weblinks
Ort in Sachsen-Anhalt
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