Als Alleinstellungsmerkmal bzw. veritabler Kundenvorteil (engl. unique selling proposition) wird im Marketing und der Verkaufspsychologie das Leistungsmerkmal bezeichnet, mit dem sich ein Angebot deutlich vom Wettbewerb abhebt.
Für Anbieter, die eine so genannte Preisführerschaft anstreben (als Discounter), kann das Alleinstellungsmerkmal selbstverständlich darin liegen, der billigste Anbieter zu sein. Auch ein solcher Kundennutzen muss klar kommuniziert werden.
In der Verkaufsgesprächsführung und im Reklamationsfall hat das Alleinstellungsmerkmal zentrale Bedeutung für den Aufbau einer Wertvorstellung des Kunden. Unternehmen, die ihren Verkäufern keine oder nur flache Nutzwerte für ihre Kunden mitgeben, müssen mit höherem Druck (mehr Kunden pro Tag, stärkere induktive Argumentation, hohe Nachlässe und Rabatte) agieren, um im Wettbewerb bestehen zu können.
Oft werden schlechte Leistungen so auf den Verkäufer abgewälzt und es entsteht im Markt dann der Eindruck, dass der Vertrieb hauptsächlich "überredet". Als "Gegenleistung" für den Verkäufer wird dann die Provision angehoben, womit der Anbieter doppelt verliert (Gewinnspanne und Image) und der Kunde verärgert wird.
Im Rahmen seiner Tätigkeit für die Werbeagentur Ted Bates & Co, New York, versuchte er immer wieder, dieses Alleinstellungsmerkmal bei den von ihm beworbenen Produkten zielgruppenorientiert herauszufinden und umzusetzen. Dabei war die dominierende Vorstellung, der Grund, warum ein Konsument das beworbene Produkt erwerben soll, klar herauszuarbeiten und darzustellen. Im US-Präsidentschaftswahlkampf 1952 hat Rosser Reeves das Alleinstellungsmerkmal auch in der Wahlwerbung umgesetzt. Die Republikanische Partei hatte ihn engagiert, Dwight D. Eisenhower zu bewerben. Was folgte, war ein Umbruch bei Wahlkämpfen, da er den Kandidaten – erfolgreich - wie Seife vermarktete.
In seinem Buch „Reality in Advertising“ (Knopf, New York 1961) lieferte er die Theorie zu der von ihm geübten Praxis des Alleinstellungsmerkmals nach. Schlüssig forderte er, dass in der Werbung klar transportiert werden soll, warum der Konsument ausgerechnet das beworbene Produkt kaufen soll (und kein anderes). Wesentlich ist dabei, dass das Produkt auch halten muss, was die Werbung verspricht. Anderenfalls wird der Erfolg nicht von Dauer sein.
Sobald sich jedoch das Produkt auf dem Markt etabliert hat und Konkurrenzprodukte auf den Markt kommen und dem originären Produkt zunehmend zusetzen, was in der Reife- und Sättigungsphase eines Produktlebenszyklusses zutrifft, wird die produktpolitische Fixierung auf das gewählte Alleinstellungsmerkmal problematisch, weil die Alleinstellung nicht mehr stimmt und von den Umworbenen auch nicht mehr geglaubt wird. Die Vermarktungsalternativen in einem reifen Markt sind entweder die Fixierung auf den Preis, das monetäre Alleinstellungsmerkmal, das einzige Alleinstellungsmerkmal, das bei produktmäßigem Gleichziehen der Wettbewerber noch bleibt, oder das Abgehen vom physischen Alleinstellungsmerkmal in Richtung eines emotionsgeladenen Marken-Images, das zu einem psychologischem Alleinstellungsmerkmal werden kann. Beim Preis-Alleinstellungsmerkmal sind die Alternativen entweder zum gleichen Entgelt eine größere Leistung zu liefern oder bei gleicher Leistung billiger als der Wettbewerb zu sein. Eine solche Verhaltensweise wird als Outpacing-Strategie bezeichnet ("more value for less money").
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