Unter Single wird ein Mensch verstanden, der ohne feste soziale Bindung an eine Partnerin bzw. einen Partner lebt. Dagegen ist "Alleinstehender" ein statistischer Begriff für Einpersonen-Haushalte, "ledig" ein juristischer für (noch) Unverheiratete.
Unverheiratete gab es immer relativ viele (denn die Heirat war in Mittelalter und in der früheren Neuzeit an viele Voraussetzungen gebunden), doch oft können hier andere Formen von Partnerschaften (vgl. die Eheformen) unterstellt werden. Auch der hohe Geburtenanteil unehelicher Kinder spricht dafür. Personen, die nicht verheiratet waren, blieben meist im Haushalt der Eltern oder nach deren Tod bei ihren Geschwistern und waren dort oft wenig geachtet. Dies gilt für alle sozialen Schichten.
Erst in der Industriegesellschaft wurde es ohne Weiteres akzeptabel und möglich, dass eine Person allein ohne den Rückhalt eines Familienverbandes ihren Lebensunterhalt verdienen konnte. Für Frauen ist es erst seit ein oder zwei Generationen möglich, alleine zu leben. Vorher war das - bis auf Ausnahmefälle - ökonomisch unmöglich und galt als moralisch bedenklich.
Unabhängig davon, ob ein Single freiwillig oder unfreiwillig alleine lebt, muss beachtet werden, dass diese Lebensform nur möglich ist, solange der Single jung, gesund und damit arbeitsfähig ist und sich somit seinen Lebensunterhalt selbst erwirtschaften kann. Ist dies nicht der Fall, muss der Single von der Gemeinschaft getragen werden, was in Zeiten, in denen sich der Sozialstaat mehr und mehr zurück zieht, zunehmend schwieriger werden wird. Ob das Single-Dasein als Lebensform deshalb auch künftig noch Bestand haben wird, bleibt abzuwarten.
Mitunter ist mit einem langfristigen Single-Dasein auch der (freiwillige oder unfreiwillige) Verzicht auf die Verwirklichung eines Kinderwunsches verbunden. Sollte sich diese Tendenz in den kommenden Jahren weiter verstärken, wird dies negativ zum Bevölkerungsaufbau beitragen und zu einer weiteren Verschärfung des bereits bekannten Phänomens der Überalterung der deutschen Bevölkerung führen.
Oft sind die Übergänge zwischen Unfreiwilligkeit und freiwilligem Single-Dasein fließend; Phasen des bewußt positiven Erlebens der eigenen Ungebundenheit können sich zudem abwechseln mit Zeiten eines wachsenden Einsamkeitsgefühls.
Mitunter wird auch die Frage thematisiert, inwieweit die Bezeichnung "glücklicher Single" nicht einen Widerspruch in sich, ein Oxymoron darstellt. Hier ist zumindest die grundlegende Erkenntnis anzuführen, dass der Mensch ein soziales Wesen ist und somit soziale und partnerschaftliche Bindungen eine wichtige Basis der eigenen Persönlichkeitsentfaltung darstellen. Die Ausprägung dieser Grundbedürfnisse beim jeweiligen Individuum kann jedoch schwanken; viele Menschen sehen gerade ihre Ungebundenheit als förderlich für die eigene Entfaltung an.
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"Single (Lebensform)".
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