Allaman ist eine politische Gemeinde im Distrikt Rolle des Kantons Waadt in der Schweiz.
Geographie
Allaman liegt auf 409 m ü. M., 9 km südwestlich der Stadt
Morges (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich auf einer Verebnungsfläche rund 30 m über dem Seespiegel des
Genfersees, am Dorfbach
Armary, westlich des
Aubonne-Tals.
Die Fläche des 2.6 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen kleinen Abschnitt am Nordufer des Genfersees. Der Gemeindeboden erstreckt sich vom Seeufer nordwärts über den flachen Uferrandstreifen und auf das Plateau am Fuss der Waadtländer Côte. Der höchste Punkt von Allaman wird mit 427 m ü. M. auf diesem Plateau erreicht. Die Westgrenze wird vom Bach Eau Noire gebildet, während die Ostgrenze entlang des stark gewundenen Flusslaufs der Aubonne verläuft. Diese hat ein Tal in das Plateau eingegraben und bei ihrer Mündung in den Genfersee einen grossen Schwemmkegel aufgeschüttet, von dem der westliche Teil zu Allaman gehört. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 22 % auf Siedlungen, 17 % auf Wald und Gehölze, 59 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 2 % war unproduktives Land.
Zu Allaman gehören einige Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Allaman sind Perroy, Féchy, Aubonne, Etoy und Buchillon.
Bevölkerung
Mit 401 Einwohnern (Ende 2005) gehört Allaman zu den kleinen Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 86.0 % französischsprachig, 4.1 % deutschsprachig und 3.1 % portugiesischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Allaman belief sich
1850 auf 292 Einwohner,
1920 auf 403 Einwohner. Seither pendelt die Bevölkerungszahl im Bereich zwischen 350 und 400 Einwohnern.
Wirtschaft
Allaman war bis ins
20. Jahrhundert ein vorwiegend durch die
Landwirtschaft geprägtes Dorf. Dank der optimal gegen Süden geneigten Hänge im Bereich des Ortes hat der
Weinbau eine grosse Bedeutung, daneben gibt es etwas
Ackerbau. Seit
1895 befindet sich eine Zementrohrfabrik in Allaman. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Gewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden.
Verkehr
Die Gemeinde ist verkehrstechnisch hervorragend erschlossen. Sie liegt an der Hauptstrasse, die von
Rolle entlang dem Seeufer nach
Morges führt. Der Autobahnanschluss Aubonne an der
1964 eröffneten
A1 (Genf-Lausanne) ist rund 1 km vom Ort entfernt. Am
14. April 1858 wurde der Abschnitt von Morges nach
Coppet der Eisenbahnlinie Lausanne-Genf mit einem Bahnhof in Allaman in Betrieb genommen. Dieser Bahnhof dient heute auch als wichtiger Verladebahnhof der Region. Vom
23. Juli 1896 bis zum
17. Mai 1952 war die elektrische Bahn Allaman – Aubonne in Betrieb. Eine Buslinie verkehrt von Allaman nach
Gimel.
Geschichte
Auf dem Gemeindegebiet von Allaman wurden Gräber aus dem
Neolithikum und aus der
Bronzezeit gefunden. Aus der
Römerzeit stammen Reste von Hausfundamenten und Münzen. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte
1234 unter dem Namen
Allamant. Die Herkunft des Ortsnamens ist unsicher. Sie könnte entweder auf eine Siedlung der
Alemannen oder auf das lateinische
ad Lemanum (
am Genfersee, der auf französisch
Lac Léman heisst) zurückgeführt werden.
Seit dem Mittelalter war Allaman Sitz der Herrschaft Allaman, von der die eine Hälfte dem ortsansässigen gleichnamigen Adelsgeschlecht, die andere Hälfte den Herren von Aubonne gehörte. Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 kam Allaman unter die Verwaltung der Vogtei Morges. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte das Dorf von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. Allaman wurde 1798 zunächst dem Bezirk Aubonne zugeteilt, kam aber 1803 an den Bezirk Rolle.
Sehenswürdigkeiten
Die reformierte Pfarrkirche Saint-Jean wurde bereits im
14. Jahrhundert erwähnt. Der heutige Bau wurde im Stil der
Spätgotik im
15. und
16. Jahrhundert errichtet. Das im Mittelalter erbaute Maison de Rochefort ist seit
1838 Weingut der Stadt Lausanne. Im Ortskern sind einige charakteristische Weinbauernhäuser aus dem
17. und
18. Jahrhundert erhalten.
Das Schloss Allaman, ehemaliger Sitz der Edlen von Allaman, wurde 1530 von den Eidgenossen niedergebrannt. Bald danach wiederaufgebaut, erhielt es seine heutige Gestalt 1723 durch seine damalige Besitzerin Marquise de Langallerie. Das Schloss besteht aus zwei rechtwinklig zueinander stehenden Flügeln mit einem massiven Turm an der Südecke. Die gegen den Hof hin gelegene Fassade ist im Barockstil gestaltet und besitzt Arkaden.
Weblinks
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