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ʿAlī ibn Abī Tālib ibn ʿAbd al-Muttalib ibn Hāschim ibn ʿAbd al-Manāf, (;‎ * um 598, † 24. Januar 661 in Kufa), vierter Kalif der Sunniten, erster Imam () aller Linien der Imame der Schiiten. Geboren wurde er nach einer Überlieferung am Freitag dem 13. Radschab 23 Jahre vor der Hidschra (29. Juli 599) in der Kaaba. Asadullah.gif Ali war ein Vetter des Propheten Mohammed und war zudem der Erste, der sich zum Islam bekannte - damals 9 Jahre alt.

Später heiratete er Mohammeds Tochter Fatima und hatte mit ihr zwei Söhne. Da Mohammed keine Söhne hatte ist die Bedeutung klar. Dennoch wurde er nach Mohammeds Tod nicht weniger als drei mal in der Wahl zum Nachfolger übergangen und wurde erst vierter Kalif.

Am 17. Juni 656 wurde er nach der Ermordung des dritten Kalifen, Uthman ibn Affan, zum neuen Kalifen proklamiert.

Ali wurde allerdings nur von Teilen der Muslime als Kalif anerkannt, da gegen ihn der Vorwurf erhoben wurde, für den Mord an Uthman mit verantwortlich zu sein. Es kam zum ersten Bürgerkrieg im Islam.

Zwar wurde ein Teil der Opposition unter der Prophetenwitwe Aischa , die aus persönlichen Gründen einen Groll gegen ihn hegte, in der Kamelschlacht im Irak besiegt (9. Dezember 656).

Doch konnte Ali seine Anerkennung gegen Muawiya, den mächtigen omajjadischen Statthalter von Syrien, nicht durchsetzen. Der begnadete Realpolitiker Muawiya war mit dem Vorgänger im Kalifenamt Othman verwandt und sollte Ali als 5.Kalif nachfolgen und die erste Dynastie der Moslems begründen.

Während der Schlacht von Siffin am Euphrat (657) ließ sich Ali zu Verhandlungen umstimmen, was zur Spaltung seiner Anhängerschaft und zum Abfall der egalitären Charidschiten führte.

In der Folgezeit musste sich Ali vor allem der Bekämpfung der Charidschiten im Irak widmen. Die Ausbreitung ihrer Lehre konnte er aber trotz einiger Erfolge über die Abtrünnigen nicht verhindern.

Unter Ali begann sich das politische Zentrum des Kalifats zu verschieben. So befand sich nicht nur seine Residenz Kufa (Irak) außerhalb der Arabischen Halbinsel. Auch seine Konkurrenten Aischa und Muawiya stützten sich auf ihre Anhängerschaft im Irak bzw. in Syrien. Am 22. Januar 661 fiel Ali im Alter von 62 oder 63 Jahren in Kufa einem charidschitischen Attentat von Ibn Muldscham zum Opfer, dessen Verletzungen er am 24. Januar 661 erlag. Weitere zeitgleiche Anschläge , z.B. auf Muawija scheiterten.

Ali wird von den Schiiten für seine Weisheit gerühmt und außerordentliche literarischen Begabung. Der Überlieferung nach sollte der Prophet Mohammed gesagt haben: , . Diese und ähnliche Aussagen des Propheten finden allgemeine Akzeptanz bei der überwiegenden Mehrheit der Muslime. Unterschiede tauchen bei der Interpretation auf. Seine Kritiker bemängeln sein mangelndes politisches Talent, vor allem was die Durchsetzungsfähigkeit betrifft. Er ließ sich vor und während seines Amtsantritts ein ums andere mal ausmanövrieren.

Aus der Anhängerschaft Alis entwickelte sich die Schia Ali („Partei Alis“), die zweitgrößte Glaubensrichtung im Islam. Diese sah Hassan ibn Ali und Hussein ibn Ali, die Söhne Alis, sowie deren Nachkommen als einzig rechtmäßige Führer der Muslime an.

Die Grabmoschee Alis, die Imam-Ali-Moschee, befindet sich nach herrschender Ansicht im irakischen Nadschaf , das daher auch als schiitisches Therologiezentrum gilt. Nach einer anderen Version befindet sich die Grabmoschee in Masar-e Scharif im heutigen Afghanistan.

Muawiya folgte ihm im Kalifenamt nach, er zahlte Alis ersten Sohn aus, der Sohn des Muawiya ließ den zweiten Sohn Alis, Hussein massakrieren.

Literatur


  • Claude Cahen, Jean Bollack (Hrsg.): Vom Ursprung bis zu den Anfängen des Osmanenreiches. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1991 (Fischer Weltgeschichte, Band 14), ISBN 3-596-60014-6
  • Ulrich Haarmann: Geschichte der Arabischen Welt. 4. Auflage. C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47486-1
  • Gernot Rotter: Die Umayyaden und der zweite Bürgerkrieg. Steiner, Wiesbaden 1982, ISBN 3-515-02913-3

Weblinks


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