Alfred der Große (* 848 in Wantage (Oxfordshire); † 26. Oktober 899), ab 871 König der West-Sachsen (Wessex) und ab etwa 886 der Angelsachsen, war der jüngste der fünf Söhne des 858 verstorbenen Westsachsenkönigs Ethelwulf. Seine besondere Bedeutung für die englische Geschichte liegt in der Vereinigung der angelsächsischen Königreiche unter der Hegemonie von Wessex.
Sein geschlagener Gegner, König Guthrum ließ sich daraufhin taufen und zog sich in sein Königreich East Anglia zurück. Bis 892 unterblieben Übergriffe der Wikinger, sodass sich Alfred zunächst auf den Festungsbau konzentrierte und sein Reich somit für einen neuen Angriff rüstete. Durch seine militärische Präsenz und eine geschickte Heiratspolitik dehnte er seinen Einfluss weit in die anderen englischen Königreiche aus. Im Jahre 886 zog er in London ein und setzte seinen Schwiegersohn, Ethelred von Mercia, als dortigen Statthalter ein.
Alle Engländer außerhalb des Danelag erkannten Alfred als ihren obersten König an, was ihm eine unangefochtene Primatsstellung verlieh. Diese Position ausnützend versuchte er um 886 seinen Einfluss auch auf das von König Guthrum regierte Danelaw auszudehnen, indem er sich als Schirmherr aller Engländer verstand.
Eine von ihm geschaffene Kriegsflotte konnte die seit 892 erneut einsetzenden Wikingerangriffe zunächst nicht aufhalten, was sein Reich in eine wirtschaftliche und militärische Krise stürzte. Erst ein Heer der vereinten Königreiche konnte die Wikinger schließlich besiegen. Nach dem Vorbild Karls des Großen ließ Alfred zahlreich Klöster gründen. Durch die Neuschaffung von Schulen förderte er das kulturelle und geistige Leben seines Reiches. Mit 36 Jahren lernte er selbst Latein und begann zahlreiche Gelehrte aus dem Frankenreich zu sich nach England einzuladen; er ließ auch Boethius' Trost der Philosophie übersetzen. Diese und angelsächsische Juristen begannen unter seiner Regierung mit der Niederschrift des Common Law in einer Gesetzessammlung mit der Bezeichnung Domboc.
Schon bald nach seinem Tod (899) wurde er „der Große“ genannt. Offiziell wurde er nie heilig gesprochen, dennoch verehrten ihn schon bald viele Menschen und ein Heiligenkult, der sich bis heute überliefert hat, entstand um seine Grablege (zunächst Kathedrale von Swithun, seit 1110 Benediktiner Kloster von Hyde Abbey in Hyde Head).
Alfred ist einer der wenigen angelsächsischen Könige, für die zumindest eine fragmentarische zeitgenössische Biografie existiert: Die einzige Handschrift des Lebens des Alfred blieb bis 1713 erhalten. Der Biograf war ein Waliser namens Asser, der sich mit seinem Text deutlich an Einhards Biografie Karls des Großen orientiert.
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