| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen_Alfeld.png | Alfeld_Leine_Karte.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Niedersachsen |
| Landkreis: | Hildesheim |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 145 m ü. NN |
| Fläche: | 72,86 km² |
| Einwohner: | 21.197 (31. Dezember 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 291 Einwohner/km² |
| Postleitzahl: | 31061 |
| Vorwahl: | 05181 |
| Kfz-Kennzeichen: | HI |
| Gemeindeschlüssel: | 03 2 54 002 |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Marktplatz 1 31061 Alfeld (Leine) |
| Website: | www.alfeld.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Karl-Heinz Duwe |
Alfeld (Leine) ist die zweitgrößte Stadt im Landkreis Hildesheim im südlichen Niedersachsen (Deutschland).
Das Stadtbild Alfelds wird geprägt von Fachwerkbauten, die nach verheerenden Stadtbränden der Vergangenheit allerdings überwiegend dem 19. Jahrhundert entstammen.
Hervorzuheben unter den Fachwerkbauten ist die Lateinschule von 1610, ein beeindruckendes Bauwerk der so genannten Deutschen Renaissance. Die Lateinschule ist mit zahlreichen Schnitztafeln geschmückt, deren Bildprogramm ein umfassendes Bild der Bildungsinhalte des Späthumanismus vermittelt. Zahlreiche symbolische Bezüge der Darstellungen verweisen auf den pansophischen Zeithintergrund des frühen 17. Jahrhunderts, also der Zeit eines Jakob Böhme oder eines Johann Valentin Andreae, so die Darstellung der "chymischen Hochzeit" und die Jakobsleiter. Bemerkenswert ist insofern auch das so genannte Planetenhaus, das nach einer früher am Gebäude angebrachten Inschrift 1608 erbaut sein dürfte. Dieses weist zwei Schnitzplattenreihen auf, welche Darstellungen der sieben Planeten und der fünf Sinne zeigen. Die Gegenüberstellung von Planeten bzw. Metallen und dem menschlichen Körper ist vor dem Zeithintergrund als Darstellung der Entsprechungslehre von Mikrokosmos und Makrokosmos zu lesen. Am Planetenhaus findet sich auch ein Schnitzfries mit der Darstellung des Einhorn und zweier Fabelwesen, vermutlich handelt es sich hierbei um Apothekersymbolik. Der urkundliche Nachweis einer Apotheke im Planetenhaus ist jedoch – trotz Hinweisen auf das Vorhandensein einer Einhornapotheke im Alfeld des 17. Jahrhunderts – bislang nicht gelungen. Weitere mit Schnitzplatten verzierte Gebäude in Alfeld waren das Anfang des 20. Jahrhunderts abgebrannte Kaland-Haus aus dem späten 16. Jahrhundert (einzelne Platten sind erhalten und werden in der als Heimatmuseum genutzten Lateinschule aufbewahrt) und ein weiteres Gebäude am Marktplatz, dessen Schnitzplatten aber bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts entfernt wurden.
Bemerkenswert unter den älteren Bauten ist sicherlich auch das renovierte Rathaus, das sich in seinem heutigen Erscheinungsbild – seit 1586 – als ein Bau der Weserrenaissance darstellt. Spuren früherer gotischer Baustufen sind noch zu erkennen, so ein (überformter) gotischer Treppengiebel im Westen. Unterhalten wird das Rathaus von der Waltraud-und-Burghard-Meyer-Stiftung (beide Gründer sind aus Alfeld).
Weiterhin ist bemerkenswert die gotische Hallenkirche St. Nicolai, die bereits 1205 Archidiakonatskirche war und heute – seit 1543 evangelisch – als Stadtkirche Alfelds, die Hauskirche des Alfelder Superintendenten ist. Superintendent ist zurzeit Herr Pastor Wolfgang Pohlmann. Die Reformation wurde von Bugenhagen in Alfeld eingeführt.
Der Hauptaltar der St. Nicolai-Kirche, die ursprünglich dem Stadtpatron, dem Heiligen Nikolaus und der Heiligen Jungfrau Maria geweiht ist, steht heute in der Minoritenkirche in Köln, wohin ihn ein früherer Superintendent eigenmächtig verkauft haben soll. Das Schicksal des Altars und seines Verkäufers ist exemplarisch insbesondere für den Umgang der Alfelder Kirche mit den ihr anvertrauten kunsthistorischen Kostbarkeiten, dem zahlreiche Altäre und Epitaphe zum Opfer fielen. Von den Resten der ursprünglich reichen Innenausstattung der St. Nicolai-Kirche ist hervorzuheben ein frühgotisches Triumphkreuz aus dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts. Vielleicht das einzige Kunstwerk von Weltkunstrang in Alfeld.
Im 13. Jahrhundert erhielt Alfeld eine Stadtbefestigung (Wall und Mauer) mit vier Stadttoren. Einer der Stadttürme ist der bis heute erhaltene, im 15. Jahrhundert erbaute Fillerturm. Er erhielt seinen Namen nach dem Abdecker, dem "Filler". Der größte Teil der Stadtbefestigung ist zwischen dem Ende des 18. und dem späten 19. Jahrhundert abgebrochen worden und bis auf unbedeutende Reste freundlich angelegten Parkanlagen gewichen.
Prof. Joseph Wirth ist Leiter des Instituts für Schlafdiagnostik und Therapie in Alfeld. Dieses beschäftigt sich mit dem Schlaf und hilft bei Schlafstörungen, wie Schlaflosigkeit, krankhaftem Schnarchen, sowie Atmungsstörungen und ähnlichem. Im Schlaflabor – in den Leinebergland Kliniken (ehem. Krankenhaus Alfeld) – können Patienten fachkundig beobachtet und untersucht werden.
Seit Ende des Jahres 2005 bietet sich für Alfeld die Gelegenheit die von Gropius entworfenen Küchenmöbel zurück zu ersteigern. Das Ensemble besteht aus einem Büffet, einer Anrichte, Küchentisch mit 2 Stühlen und einem Brennholzkasten. Alles im schlichten, schnörkellosen und kubischen Stil in Esche, weißlackiert. Nach 18 Jahren sollen die Möbel gesamt 75.000 € kosten.
Viele Alfelder können sich mit der Kampagne jedoch nicht identifizieren, weil sie doch weit hergeholt scheint. Laut Alfelder Zeitung brachte die Aktion auch noch keine nennenswerten Erfolge ein, weswegen spekuliert wird wann die Stadt (endlich) ihre Verbindung mit Walter Gropius aufgreift und mit diesem realeren und objektiveren Bezug (auch) für sich wirbt.
Eine volkstümliche Erzählung, die wirklich in Alfeld spielte ist die Räuber Lippold-Sage. In ihr wird die Herkunft des Blauen Steins, der das Alfelder Wappen ziert und noch heute vorm Rathaus in Alfeld liegt, geklärt: Die Tochter des Alfelder Bürgermeisters wurde vom Raubritter Lippold in seine Höhle entführt. Eines Tages erkrankte er und sie sollte eine Medizin aus Alfeld holen. Da sie niemanden etwas erzählen durfte, klagte sie dem Stein ihr Leid. Ihre Tränen färbten den Stein blau. Ihr Vater hatte sie gehört und am nächsten Tag erhängten die Alfelder den Räuber in seiner Höhle.
Die B3 führt direkt durch den Alfelder Ortsteil Limmer und das dortige Gerwerbegebiet. Die sogenannte „Nordtangente“ (1986 fertig gestellt) verbindet die Stadt mit der Bundesstraße.
Zum 300-jährigen Jubiläum der Alfelder Papierherstellung wurde am 2. Juni 2006 eine Skulptur von Monika Jain, einer Künstlerin aus Goslar, enthüllt. Sie steht auf dem Kreisel direkt vor dem Haupteingang des Sappi-Geländes und stellt einen Kollergang, ein Mahlwerk einer Mühle dar. Am 8. Juli begeht das Werk einen offiziellen Festakt, zu dem auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff erwartet wird. Vom 8. bis 10. September 2006 wird das Werk das erste Mal überhaupt seine Pforten für die Allgemeinheit öffnen und ein „Wochenende der Offenen Tür“ begehen.
Im Sturm (englischer Originaltitel: Red Storm Rising), einem Roman von Tom Clancy, ist die Stadt Alfeld ein strategisch wichtiger Ort, sowohl für NATO als auch für sowjetische Streitkräfte. Beide kämpfen 1986 um Ölquellen im Nahen Osten. Die Roten Armee soll eine angebliche deutsche Bedrohung niederschlagen. Alexejew, dem stellvertretendem General der Russen, gelingt bei Alfeld der Durchbruch über die Leine.
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"Alfeld (Leine)".
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