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Die Alfetta ist eine viertürige Limousine der gehobenen Mittelklasse von Alfa Romeo, die von 1972 bis 1984 gebaut worden ist. Das Fahrzeug war oberhalb der Alfa Romeo Giulia angesiedelt und stand in Konkurrenz zur seit 1967 im eigenen Haus hergestellten Berlina 1750/2000. Bei der Markteinführung fand die Alfetta in der Fachpresse und bei der internationalen Kundschaft sofort eine sehr positive Aufnahme.

Name


Der Name entstammt dem gleichnamigen Alfa Formel-1 Rennwagen aus den 50er Jahren, mit dem unter anderem Juan-Manuel Fangio und Giuseppe Farina sehr erfolgreich gewesen waren, wobei der Name "Alfetta" als "kleiner Alfa" übersetzt werden kann. Der Grund für die Namensgleichheit war die beiden Fahrzeugen gemeinsame Transaxle-Bauweise des Antriebsstrangs.

Antriebsstrang


Die Transaxle-Bauweise der Alfetta stellte ein Novum in der Entwicklung von Serien-Limousinen dar. Das Getriebe war nicht mehr nach klassischem Prinzip vorne am Motor angebracht, sondern am Differential vor der Hinterachse. Vor dem Getriebe wurde die Kupplung angeflanscht. Die Antriebswelle rotierte mit der Motordrehzahl und verband den vorne liegenden Motor mit der hinteren Kupplung-Getriebe-Differential-Einheit. Dieses technische Layout stammt aus dem Rennwagenbau. Es verteilt die Massen gleichmäßig auf beide Achsen und bringt so gegenüber konventionellem Heckantrieb mehr Traktion auf die Antriebsräder.

Es wurde eine ideale Gewichtsverteilung von 50:50 des Fahrzeugs ermöglicht - absolut neutrales Verhalten beim Kurvenfahren und ideale Straßenlage, unabhängig vom Beladungszustand. Während durch diese Bauart die Vorderachse entlastet und so eine Leichtgängigkeit der Zahnstangenlenkung erreicht wurde, half auf der anderen Seite die Mehrbelastung auf der Hinterachse der Alfetta zu einer mustergültigen Straßenlage, auch unter schlechten Bedingungen wie Regen und Schnee.

Fahrwerk


Die Hinterachse der Alfetta verfügte über eine De-Dion-Achse mit geschlossener Dreiecksführung und Querführung durch ein Wattgestänge. Diese Konstruktion kombiniert mittels des starren Dreiecks die Vorteile der Starrachse (Spur- und Sturzkonstanz) sowie die der Einzelradaufhängung (geringe Massen, Komfort) durch die getrennte mechanische Einheit. Als ob das nicht genug wäre, wurden die hinteren Bremsscheiben direkt an das Differential angeflanscht. So wurde ein Optimum an Massenkonzentration hin zur Längsachse des Fahrzeugs erzielt und die ungefederten Massen an den Rädern wurden verringert.

An der Vorderachse kamen Doppelquerlenker und längs liegende Torsionsstabfedern (Drehstabfedern) zum Einsatz. Diese von der Norm abweichende Bauweise hatte den Zweck, mehr Platz im Motorraum zu schaffen, denn die Entwicklung fand vor der ersten Benzinkrise statt und Leistungssteigerungen sollten nicht am Platzmangel scheitern – es lag dafür z.B. der V8 des Montreal im Regal und auch ein V6 befand sich in der Entwicklung. Auch vorne waren selbstverständlich Scheibenbremsen mit Servounterstützung verbaut.

Motor


Als Motor wurde die 1750er Maschine mit 1779 ccm und 122 PS angeboten, die bereits auch in anderen Alfa Romeo Fahrzeugen Verwendung fand. Wenig später folgten die 2000er Maschine und Anfang 1975 als Einstiegsmodell die 1600er Maschine der Alfa Romeo Giulia. Der 1600er Motor in der Alfetta war etwas leistungsstärker als der in der weiterhin gebauten Giulia Nuova Super, bedingt durch diverse Feinabstimmungen und einen elektrischen Lüfter. 1979 wurde die Alfetta erstmals auch mit einem Turbodiesel angeboten, der 82 PS und durch Hubraumvergrößerung auf 2,4 Liter ab 1983 95 PS leistet.

Ausstattung und Design


Die Ausstattung des Fahrzeugs entsprach den Anforderungen an eine Limousine der gehobenen Mittelklasse. Das Design stammt von Bertone. Dies wurde aber nie publik gemacht, da Alfa Präsident Giuseppe Luraghi gerade mit Bertone Ärger hatte. Die Alfetta mit 1600er Maschine (Verkaufbezeichnung: Alfetta 1.6) erschien in zwei Varianten: einer zum Hauptmodell identischen Ausstattungsvariante und in einer Sparversion (diese ist äußerlich an den Einfachscheinwerfern und hornlosen Stoßstangen erkennbar). Die bisherige Alfetta hieß fortan Alfetta 1.8 bzw. 2.0 und erfuhr äußerlich ein kleines Facelifting in Form eines breiteren Alfa-Herzens (Scudetto), anderen Scheinwerferringen und eines abgeänderten Frontgrills. Das Design ist auch heute noch sehr ansprechend, wenn man von einigen mit viel Plastik verunzierten späteren Modellvarianten absieht.

Markterfolg


In den 12 Produktionsjahren wurden beachtliche 478.812 Stück produziert.

Wie bei Alfa Romeo üblich, wurden auf der Grundlage eines Erfolgsmodells auch weitere Varianten angeboten. Die Baureihen-Ergänzung in diesem Fall war das zweitürige Sportcoupé Alfetta GT bzw. GTV, das bis Mitte der 80er Jahre gebaut worden ist. In diesem Modell kam später auch der V6-Motor zum Einsatz.

Ein häufig genanntes Problem der Alfetta waren allerdings mangelnde technische Zuverlässigkeit und Rost. Man kann es deswegen schon als tragisch ansehen, dass dieses technisch herausragende Fahrzeug leider auch zum in den 70er/80er Jahren weit verbreiteten Imageschaden der Marke beigetragen hat.

Nachfolger wurde 1984 der Alfa 90.

Abmessungen


Länge: 4,28 Meter Breite: 1,62 Meter Höhe: 1,43 Meter

Alfa Romeo | PKW-Modell

Alfa Romeo Alfetta | Alfa Romeo Alfetta

 

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