Jawlensky-Derp-Werefkin.jpg, Marianne von Werefkin, Alexander Sacharoff]]
Alexej von Jawlensky (ursprünglich Alexei Georgijewitsch Jawlenski bzw. Алексей Георгиевич Явленский, wiss. Transliteration Alexej Georgievič Javlenskij); * 13. März/25. März 1864 in Torschok, Russland; † 15. März 1941 in Wiesbaden) war ein deutsch-russischer Kunstmaler und Hauptvertreter des Expressionismus.
Jawlensky war zuerst russischer Garde-Offizier und wurde nebenher Schüler von Ilja Repin an der Petersburger Kunstakademie. Schließlich gab er seine militärische Laufbahn auf, um sich ganz der Malerei zu widmen und zog 1896 mit Marianne von Werefkin nach München, wo er in der Malschule von Anton Azbe mit Wassily Kandinsky zusammentraf.
1902 bekam er gemeinsam mit der zu dem Zeitpunkt bei Werefkin angestellten Helene Nesnakomoff seinen Sohn Andreas. Nachdem er den Münchner Realismus überwunden hatte, malte er eine Zeit lang im Stil von van Gogh, bis er schließlich um 1908 seinen eigenen, in der Farbgebung von den Franzosen beeinflussten expressiven Stil entwickelte, den er bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 beibehielt.
1909 gründete er unter anderem gemeinsam mit mit Wassily Kandinsky, Adolf Erbslöh, Gabriele Münter und Marianne von Werefkin die Neue Künstlervereinigung München, einer Vorgängerin des Blauen Reiters, den Kandinsky und Franz Marc gründeten und dem Jawlensky sehr nahe stand. Er stellte gemeinsam mit Malern dieser Gruppen aus, u. a. 1912 in der Münchner Galerie Hans Goltz.
1914 musste Jawlensky Deutschland verlassen und siedelte in die Schweiz über. Hier begann er seine "Variationen" über ein landschaftliches Thema, womit er zum Maler von Serien wurde. Nachdem er sich 1919 endgültig von Werefkin trennte, ging er 1921 nach Wiesbaden, wo er Helene heiratete und bis zu seinem Tod lebte. 1924 gründete er mit Wassily Kandinsky, Paul Klee und Lyonel Feininger die Künstlergruppe "Die Blauen Vier", die in Deutschland und vor allem in den USA ausstellte. Ab 1927 lähmte ihn die Krankheit Arthritis stetig, so dass er 1938 endgültig aufhörte zu malen. 1937 wurden 72 seiner Werke in Deutschland als "Entartete Kunst" beschlagnahmt.
Jawlensky ist in Wiesbaden auf dem russisch-orthodoxen Friedhof begraben. Die Totenrede hielt sein langjähriger Freund Adolf Erbslöh.
Sein Frühwerk war noch der realistischen Tradition verpflichtet; erst in München begann er sich der Moderne zu öffnen und war besonders vom Fauvismus beeinflusst. Er malte starkfarbige Porträts, Landschaften und Stillleben. Sein Spätwerk zeichnet sich durch die Konzentration auf einfache und kraftvolle Formen aus, in den 1930er Jahren malte er zunehmend bis zur Abstraktion reduzierte Gesichter, die Jawlensky selbst "Meditationen" nannte. Sie werden auch als eine Art moderner Ikonen verstanden. Die Konzentration auf das Gesicht als Ausdruck einer verinnerlichten Empfindung machen die besondere Bedeutung Jawlenskys für die Kunst des 20. Jahrhunderts aus.
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