Alexander Porfirjewitsch Borodin (russisch-kyrillisch Александр Порфирьевич Бородин, Transliteration Aleksandr Porfirjevič Borodin; * 31. Oktober/12. November 1833 in Sankt Petersburg; † 15./27. Februar 1887 ebd.) war als Universalgelehrter, sowohl ein bedeutender russischer Komponist als auch Chemiker und Mediziner. Borodin.jpg
Borodin wuchs bei seiner Mutter in St. Petersburg auf. Dort erhielt er eine gute und umfassende Ausbildung. Er erwies sich als außerordentlich talentiert und erlernte neben den Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch, auch das Spiel auf dem Klavier, der Flöte und dem Cello. Im Jahre 1863 heiratete Borodin die Russin Jekaterina Protopopowa, eine brillante junge Pianistin. Sie lernten sich in Deutschland kennen und verliebten sich auf einer gemeinsamen Reise nach Baden-Baden, wo sie sich auch verlobten. Sie hatten drei Töchter.
Gegen Ende seines Lebens litt Borodin vermehrt an den Folgen einer Cholerainfektion und an Herzbeschwerden. Am 27. Februar 1887 nahm er dennoch an einem Ball seiner Akademie teil, wo er inmitten der Festlichkeiten an einem Herzinfarkt verstarb. Er wurde auf dem Tichwin-Friedhof des Alexander-Newski-Klosters, in St. Petersburg (Russland) beigesetzt.
Als Chemiker erforschte er organische Reaktionen und Verbindungen. Er entwickelte eine wichtige Labormethode zur analytischen Harnstoffbestimmung in der Medizin. Für die organische Chemie bis heute bedeutend sind seine späteren Forschungen an der oben genannten Militärakademie, die im Jahre 1861 zur Etablierung der Synthese der fluororganischen Verbindungen führten. Borodin publizierte auch eine Arbeit "Zur Geschichte der Fluorverbindungen und über das Fluorbenzoyl" in Liebigs Annalen der Chemie. Von großer Bedeutung sind auch seine Untersuchungen auf dem Gebiet der Polymerisation und Kondensation der Aldehyde, sowie die fundamentale Entdeckung der Aldol-Addition im Jahre 1872. Weitere wichtige Meilensteine seiner Forscherkarriere sind die nach ihm benannte "Borodinsche Silberdecarboxylierung" und die "Hunsdiecker-Borodin-Reaktion".
Die Premiere seiner zweiten Symphonie war zunächst ein Fehlschlag, aber als Franz Liszt 1880 in Deutschland eine weitere Aufführung arrangierte, kam Borodin auch außerhalb von Russland zu einigem Ruhm.
Borodin selbst bezeichnete Musik als "Zeitvertreib, als eine Erholung von ernsteren Beschäftigungen", womit er wohl seine Arbeit als Wissenschaftler meinte.
Das Grabmonument des Komponisten auf dem Tichwin-Friedhof in St. Petersburg zieren Noten aus der Musicalpartitur. Der Song Stranger in Paradise (Polowetzer Tänze aus Fürst Igor; im Musical Tanz der Jungfrauen) wurde ein Welthit und u.a. erfolgreich interpretiert von Tony Bennett, Four Aces und Bing Crosby.
Komponist (Romantik) | Russischer Komponist | Komponist (Oper) | Mann | Geboren 1833 | Gestorben 1887
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