Alemannia Aachen (offiziell: Aachener Turn- und Sportverein Alemannia 1900 e.V.) ist der größte Fußballverein der Stadt Aachen. Die Profi-Fußballmannschaft spielt ab der Saison 2006/07 erstmals seit 1970 wieder in der 1. Bundesliga. Der Verein zählt derzeit 8029 Mitglieder (Stand: 15. Juni 2006). Neben der Fußballabteilung betreibt er die Abteilungen Badminton, Leichtathletik, Tischtennis und Volleyball. Die 1. Volleyballmannschaft der Damen spielt derzeit in der 2. Bundesliga (Nord).
Nach dem Krieg gelang Alemannia Aachen 1947 die Qualifikation für die neugegründete Oberliga West. Die Aachener gehörten der Oberliga bis 1963 an, konnten sich aber nie für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Jedoch erreichte die Alemannia 1953 zum ersten mal das DFB-Pokalfinale, in dem sie am 1. Mai 1953 im Düsseldorfer Rheinstadion Rot-Weiss Essen nur knapp mit 1:2 (0:2) unterlagen. Bei der Gründung der Bundesliga im Jahre 1963 wurde der Alemannia die Aufnahme verwehrt, wogegen der Verein beim DFB protestierte und sogar ein ordentliches Gericht anrief, da wichtige Funktionäre zugesagt hatten, eine Aufstockung auf 18 Vereine zu beantragen und der Alemannia so doch noch die Teilnahme zu ermöglichen, in der entscheidenden Sitzung jedoch gegen die Aufstockung stimmten. Der Präsident der damaligen Bundesligagründungskommision war Franz Kremer der gleichzeitig auch Präsident des 1. FC Köln war. Insofern kann eine Voreingenommenheit des Präsidenten und das Ziel mögliche Konkurrenten (wie Alemannia) klein zu halten, nicht ausgeschlossen werden. Alle Proteste blieben jedoch ohne Erfolg, und so spielte die Alemannia fortan in der zweitklassigen Regionalliga West. 1964 und 1965 wurden die Aachener Meister der Regionalliga und nahmen so an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga teil, jedoch konnten sie sich beide Male nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen. 1964 mussten sie Hannover 96 den Vortritt lassen, 1965 gewann Bayern München die Aufstiegsgruppe, sodass die Alemannia weiterhin zweitklassig blieb. Dafür gelang Aachen 1965 zum zweiten mal der Einzug in das Finale des DFB-Pokals. Nach einem 4:3 nach Verlängerung im Halbfinale gegen den FC Schalke 04 stand die Alemannia im Finale gegen Borussia Dortmund. In Hannover unterlagen sie jedoch mit 0:2 gegen die Westfalen.
1967 wurden die Aachener erneut Tabellenerster der Regionalliga. Im Dritten Anlauf gelang dem Verein endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga. In einer Gruppe mit Kickers Offenbach, dem 1. FC Saarbrücken, SC Göttingen 05 und Tennis Borussia Berlin gewannen die Aachener sechs ihrer acht Spiele und schafften so den Einzug ins Oberhaus. Maßgeblich am Aufstieg beteiligt war Hans-Jürgen Ferdinand, der in der Aufstiegsrunde acht Treffer erzielte. In der ersten Bundesligasaison 1967/68 erreichten die Aachener einen achtbaren 11. Tabellenplatz. In der folgenden Saison spielte die Alemannia fulminant auf und wurde am Ende Vize-Meister, 8 Punkte hinter dem FC Bayern München. Die Ernüchterung folgte jedoch bereits in der folgenden Spielsaison. Mit 83 Gegentoren und nur einem einzigen Auswärtspunkt stiegen die Aachener als Tabellenletzter ab.
In den folgenden Jahren spielte Alemannia Aachen im Mittelfeld der Regionalliga West und schaffte die Qualifikation zur neugegründeten 2. Bundesliga nur knapp. Fünfzehn Jahre lang spielte der Verein in der 2. Bundesliga, die oft angepeilte Rückkehr in die Bundesliga gelang Aachen jedoch nie. 1990 stieg der mittlerweile hoch verschuldete Verein in die Oberliga ab und spielte somit erstmals in seiner Vereinsgeschichte drittklassig. Den Wiederaufstieg verpassten die Aachener in der Folgezeit mehrmals denkbar knapp und so spielten sie ab 1994 in der neugegründeten Regionalliga. Dort kam Aachen zunächst nicht über Mittelfeldränge hinaus, bis 1999 endlich die lang ersehnte Rückkehr in die 2. Bundesliga gelang. Dieser Wiederaufstieg war jedoch auch eng mit einem tragischen Schicksalsschlag verbunden. Wenige Tage vor dem entscheidenden Aufstiegsspiel gegen die SpVgg Erkenschwick brach während eines Waldlaufs mit seiner Mannschaft Erfolgstrainer Werner Fuchs zusammen und verstarb im Alter von nur 50 Jahren an einem Herzinfarkt.
Von 1999 bis 2006 spielte die Alemannia in der 2. Bundesliga. Zwischen 2003 und 2005 belegte sie dreimal in Folge den 6. Tabellenplatz und war 2004 der Rückkehr in die 1. Bundesliga so nahe wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Einen großen Erfolg feierten die Alemannen zudem im Jahr 2004, als sie zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte das Finale des DFB-Pokals erreichten. Nachdem die Aachener unter anderem die Erstligisten 1860 München, FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach ausschalten konnten, unterlagen sie im Endspiel gegen Werder Bremen mit 2:3. Da die Bremer als Deutscher Meister für die Champions League qualifiziert waren, durfte Alemannia Aachen erstmals im UEFA-Pokal antreten. Nachdem die Aachener in der ersten Runde den isländischen Vertreter FH Hafnarfjörður ausschalteten, gelang ihnen unter anderem durch Siege gegen OSC Lille und AEK Athen in der neugeschaffenen Gruppenphase sogar die Qualifikation für die Runde der letzten 32. Nach einem 0:0 im Hinspiel gegen den niederländischen Vertreter AZ Alkmaar verlor Aachen das Rückspiel nach Führung knapp mit 1:2 und schied aus. Durch den Finaleinzug im DFB-Pokal und die Einnahmen aus dem Europacup konnten sich die Aachener jedoch wirtschaftlich vollständig sanieren. In der Saison 2005/06 gelang schließlich nach 36 Jahren der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga.
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