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Aldous Huxley (* 26. Juli 1894 in Godalming, Surrey (England); † 22. November 1963 in Los Angeles, USA) war ein britischer Schriftsteller, der in die USA auswanderte. Er war Teil der berühmten Familie Huxley, die mehrere hervorragende Wissenschaftler hervorbrachte. Obgleich er vor allem für seine Romane und zahlreichen Essays berühmt wurde, veröffentlichte er auch Kurzgeschichten, Gedichte, Reiseberichte sowie Drehbücher. In seinen Romanen untersuchte und kritisierte Huxley gesellschaftliche Sitten, Ideale und Normen und den möglichen Missbrauch wissenschaftlicher Errungenschaften durch den Menschen. Die Werke seiner früheren Schaffensphase können als eher humanistisch motiviert gelten, während Huxley sich später vor allem für spirituelle Themen wie Parapsychologie und mystische Philosophie interessierte. In gewissen Kreisen betrachtete man Huxley gegen Ende seines Lebens als eine 'Leitfigur modernen Denkens'.

Leben


Huxley wurde als Sohn des Schriftstellers Leonard Huxley und dessen erster Frau Julia Arnold in Großbritannien geboren. Seine Mutter starb 1908, als Huxley gerade 13 Jahre alt war. Drei Jahre später erkrankte er am Auge, wodurch sein Sehvermögen stark eingeschränkt wurde. Wegen seiner Blindheit wurde er vom Dienst im Ersten Weltkrieg freigestellt. Sein Bruder ist der Biologe und Schriftsteller Julian Huxley, sein Großvater ist Thomas Henry Huxley.

Aldous Huxley schrieb seinen ersten (unveröffentlichten) Roman im Alter von 17 Jahren. Er studierte Literatur am Balliol College, Oxford. Als er Anfang 20 war, machte er die Schriftstellerei zu seinem Beruf. Seine Romane erzählen von einer Entmenschlichung der Gesellschaft durch wissenschaftlichen Fortschritt (z. B. die Dystopie Brave New World, deutsch: Schöne neue Welt), gleichzeitig schrieb er auch über pazifistische Themen (z. B. Geblendet in Gaza). Huxley wurde stark von Frederick Matthias Alexander beeinflusst, den er sogar als Romanfigur in Geblendet in Gaza aufnahm.

Während des Krieges verbrachte er die meiste Zeit in „Garsington Manor“, dem Wohnsitz von Lady Ottoline Morell. In seinem späteren Roman Crome Yellow (1921) karikierte er den Lebensstil von Garsington, was seine Freundschaft mit den Morrels aber nicht beeinträchtigte. Er heiratete Maria Nys, die er in Garsington kennengelernt hatte.

1937 zog Huxley nach Kalifornien. Hier setzt seine zweite Schaffensphase ein, die geprägt war von einer neuen Hinwendung zum Menschen. Der dezidierte Kritiker und scharfzüngige Realist lernte 1938 Jiddu Krishnamurti kennen. Er wandte sich den großen Weisheitslehren der Welt zu und entdeckte in ihnen ein Band, welches sich am ehesten mit dem Begriff Mystik definieren lässt. Beredtes Zeugnis dieser Erkenntnis liefert „The Perennial Philosophy“. Der Roman „After Many a Summer“ ist bereits Ausdruck dieser neuen Zuwendung, die am deutlichsten in „Time must have a stop“ zu Tage tritt. 1953 ließ er sich auf ein von Humphry Osmond betreutes Experiment ein, welches die Wirkung von Meskalin auf die menschliche Psyche zum Inhalt hatte. In der folgenden Korrespondenz mit dem Autor prägten beide das Wort „psychedelic“ für die Wirkung dieser Substanz. Die Essays „The Doors of Perception“ und „Heaven and Hell“ beschreiben diese Wirkung und das Experiment, welchem er sich bis zu seinem Tod noch etwa zehn mal unterzog. Zeichen dieser, nicht nur sein Schreiben betreffenden, Veränderung ist auch sein letzter Roman „Island“ in welchem er eine positive Utopie seiner Dystopie „Brave New World“ entgegensetzte.

Am 22. November 1963 stirbt Aldous Huxley an Kehlkopfkrebs. Vor dem Tod lässt er sich von seiner Frau Laura intramuskulär LSD verabreichen.

Werke


Romane

  • Crome Yellow. 1921
  • Antic Hay. 1923
  • Those Barren Leaves. 1925
  • Point Counter Point. 1928, (deutsch: Kontrapunkt des Lebens)
  • Brave New World. 1932, (deutsch: Welt – Wohin? 1932; Wackre neue Welt 1950; Schöne Neue Welt 1954 ISBN 3596200261)
  • Eyeless in Gaza. 1936, (deutsch: Geblendet in Gaza ISBN 349210794X)
  • After Many a Summer. 1939, (deutsch: Nach vielen Sommern ISBN 3492007961)
  • Time Must Have a Stop. 1944, (deutsch: Zeit muss enden ISBN 3423016817)
  • Ape and Essence. 1948, (deutsch: Affe und Wesen)
  • The Devils of Loudun. 1952, (deutsch: Die Teufel von Loudun)
  • The Genius and the Goddess. 1955, (deutsch: Das Genie und die Göttin ISBN 3492022987)
  • Island. 1962, (deutsch: Eiland ISBN 3492203582)

Kurzgeschichten

Reiseberichte

  • Along The Road. 1925

Essays

  • The Art of Seeing. 1942, (deutsch: Die Kunst des Sehens. Was wir für unsere Augen tun können ISBN 3492102166)
  • The Doors of Perception. 1954, (deutsch: Die Pforten der Wahrnehmung ISBN 3492200060)
  • Heaven and Hell. 1956, (deutsch: Himmel und Hölle)
  • Brave New World Revisited. 1958

Philosophische Schriften

  • Ends and Means. 1937
  • The Perennial Philosophy. 1946, (deutsch: Die ewige Philosophie ISBN 3492105637)

Zitate


  • Der Mensch ist eine in der Knechtschaft seiner Organe lebende Intelligenz.
  • ''Der Glaube an eine größere und bessere Zukunft ist einer der mächtigsten Feinde gegenwärtiger Freiheit.

Literatur


  • L. Fietz: Menschenbild und Romanstruktur in Aldous Huxleys Ideenromanen. Studien zur Englischen Philologie, Bd. 13. Hrsg. G. Müller-Schwefe und F. Schubel. Tübingen: Niemeyer-Verlag, 1969.
  • Sabine Menninghaus : Vorstellungsweisen künstlerischer Transformation. Naturwissenschaftliche Analogien bei Aldous Huxley, James Joyce und Virginia Woolf
  • Sonnhütter, Ingrid, Stundenblätter. Aldous Huxley:Brave New World , Stuttgart: Klett, 2. Auflage, 1984.
  • Southwick, Robert (Hrsg.), Aldous Huxley:Brave New World. Longman, 1991.
  • Thomas Nöske: Clockwork Orwell. Über die kulturelle Wirklichkeit negativ-utopischer Science Fiction. ISBN 3-928300-70-9.
  • Ulrike Kretschmer : Der Mensch - Affe oder gottähnliches Wesen? Philosophisch-anthropologische Vorstellungen im Werk Aldous Huxleys.

Weblinks


  • http://www.anglistik.uni-muenster.de/Huxley/
  • http://somaweb.org
  • http://www.huxley.de

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