Aldenhoven ist eine Gemeinde im
Kreis Düren,
Nordrhein-Westfalen,
Deutschland.
Seit dem
1. Januar 1972 gehört Aldenhoven zum Kreis Düren, vorher
Kreis Jülich.
Geografie
Geologie
Der Ort gab der
Aldenhovener Platte den Namen. Sie ist ein Teilgebiet der
Jülicher Börde und wird begrenzt von den Flußtälern der
Rur, der
Inde und der
Wurm. Fruchtbarer
Lößboden liegt auf
Schotter der Hauptterasse.
Im Untergrund steht Braunkohle aus dem Tertiär an.
Lage
Aldenhoven liegt im Dreieck
Aachen,
Köln,
Düsseldorf, direkt an der
A44. Nachbarorte sind
Alsdorf,
Baesweiler,
Eschweiler,
Inden,
Jülich und
Linnich.
Wappen
Nach dem Inkrafttreten der kommunalen Neugliederung beschloss der
Rat der Gemeinde Aldenhoven am
10. August 1972 die Weiterführung des
Wappens des ehemaligen
Amtes Aldenhoven als neues Gemeindewappen. Mit Urkunde des
Regierungspräsidenten vom
8. Februar 1973 wurde das Wappen der neuen Gemeinde Aldenhoven genehmigt.
Die Wappenbeschreibung lautet wie folgt: „Geteilt; oben in gold (gelb) eine blaue Lilie; unten in schwarz ein schwebendes goldenes (gelbes) Kreuz innerhalb eines silbernen (weißen) Lorbeerkranzes.“
Das Wappen ist eine heraldische Komposition aus den Wappen der früheren selbständigen Gemeinden Aldenhoven, Siersdorf und Freialdenhoven. Es zeigt in halbiertem Feld oben in gold eine blaue Gleve aus dem früheren Wappen Aldenhovens. Schon in dem ältesten Schöffensiegel des heutigen Zentralortes stehen 2 Sterne und 2 Gleven (Lilien) als Symbol der Mutter Gottes.
Unten sehen wir in schwarz einen silbernen Lorbeerkranz aus dem Wappen der früheren Gemeinde Siersdorf, welcher das Emblem der Kommende des deutschen Ordens aus dem 13. Jahrhundert darstellt.
Das innerhalb des Lorbeerkranzes freischwebende goldene Kreuz ist dem Schöffensiegel des Schöffengerichtes Freialdenhoven entnommen und stellt das Sinnbild der damaligen freien Gerichtsbarkeit dar.
Gemeindegliederung
Zur Gemeinde Aldenhoven gehören die Orte
sowie die beiden
Weiler
In den 1980er Jahren wurde der Ortsteil Pattern wegen des Braunkohletagebaus abgebaggert, der Ortsteil Obermerz fiel bereits vor dem Zweiten Weltkrieg dem Bagger zum Opfer.
Weiler Langweiler
Der
Weiler Langweiler ist ein kleiner
Weiler im südwestlichen Gemeindegebiet von Aldenhoven im
Kreis Düren. Er wurde im Gebiet eines ehemaligen Tagebaus angelegt und ist dem Aldenhovener Ortsteil
Niedermerz zugeordnet. Vorwiegend Umsiedler aus den abgegangenen Ortschaften
Erberich,
Fronhoven und
Lohn haben in den 1970er Jahren hier eine neue Heimat gefunden.
Auf dem Anger im der Siedlungsmitte steht das schmiedeeiserne Kirchturmkreuz der ehemaligen Lohner Pfarrkirche St. Silvester.
Der Weiler liegt unmittelbar an der Gemeindegrenze zu Eschweiler und erinnert an das auf Aldenhovener Gemeindegebiet zwischen Warden und Laurenzberg gelegene und 1973 abgerissene Dorf Langweiler.
Weiler Hausen
Der
Weiler Hausen ist ein kleiner, fast ausschließlich von
Landwirten bewohnter Weiler im südlichen Gemeindegebiet von Aldenhoven im
Kreis Düren. Er wurde
1999 im Gebiet eines ehemaligen
Tagebaus angelegt und ist dem Aldenhovener Ortsteil
Niedermerz zugeordnet.
Der Weiler liegt unmittelbar an der Gemeindegrenze zu Eschweiler und erinnert an das auf Eschweiler Stadtgebiet zwischen Langendorf und Erberich gelegene und 1973 abgerissene Rittergut Hausen.
Albert liegt im Norden Frankreichs, im Departement de la Somme, ca. 160 km nordöstlich von Paris und ca. 95 km südlich von Lille.
Marinekameradschaft
In Aldenhoven wurde am 06.05.1956, die Marinekameradschaft 1956 e.V. gegründet.
Die MK-Aldenhoven ist Mitglied im Deutschen Marinebund e.V..
Reservistenkameradschaft
Im Jahre 1995 wurde unter der Leitung von Oberleutnant d.R. H.P.Schlößer, die Reservistenkameradschaft Aldenhoven gegründet.
Die RK-Aldenhoven ist Mitglied im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.
Die Standarte der Reservistenkameradschaft zeigt das Wappen der Gemeinde Aldenhoven auf der Vorderseite und auf der Rückseite die Grundfarben des Landes Nordrhein Westfalen. Darüber befindet sich das in Wappenform das Verbandswappen der Reservisten mit Schwarz Rot Goldenem Tuch hinterlegt. Umfasst ist die Standarte mit einer Fransenbiese in Silber, das Zeichen der Eigenständigkeit der Reservistenkameradschaft.
Ehrenmitglied : Ulf Vit, Ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Aldenhoven,
Geschichte
Auf dem Gebiet der Gemeinde Aldenhoven liegen eine Reihe
neolithischer Siedlungen, unter anderen die
bandkeramischen Siedlungen von
Langweiler 2,
Langweiler 8 und
Langweiler 9.
Aus römischer Zeit sind Überreste einer Wasserleitung erhalten, die aber im Bereich von Aldenhoven unterirdisch geführt wurde und daher nicht sichtbar ist.
A_turm.jpg Urkundlich nachweisbar ist der Ort Aldenhoven seit dem Jahr 922. In einer Urkunde vom 11. August 922 weist Hermann I. von Köln den Nonnen aus Gerresheim das Kölner Ursulastift zu, hierzu gehörte ein in der Urkunde beschriebenes Gelände im namentlich aufgeführten Aldenhoven.
Im Zentralort erinnert heute noch der „Alte Turm“ an die im 15. Jahrhundert errichteten Festungsanlagen. Aldenhoven ist seit 1654 Marienwallfahrtsort.
Weltgeschichtliche Bedeutung erlangten die beiden Schlachten bei Aldenhoven in den Jahren 1793 und 1794. Aldenhovens Name ist noch heute im Triumphbogen von Paris mit der Jahreszahl 1794 unter den Orten aufgeführt, an denen Napoleons Truppen siegreich blieben.
In Siersdorf, dem zweitgrößten Ortsteil der Gemeinde, befindet sich die Ruine der ehemaligen Kommende des Deutschen Ordens. Der um 1580 errichtete Bau des Haupthauses wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und bisher nicht wieder aufgebaut.
Die benachbarte katholische Pfarrkirche St.Johannes der Täufer wurde zwar auch teilweise zerstört, jedoch wieder aufgebaut und durch einen Erweiterungsbau ergänzt. Sehenswert ist der spätgotische Schnitzaltar, das Chorgestühl und der hölzerne Lettnerbogen.
Wirtschaft
Von
1952 bis
1992 war der Haupt
arbeitgeber die
Steinkohlezeche „Emil Mayrisch“ in Siersdorf, welche in ihren besten Zeiten mehr als 4000
Beschäftigte hatte. Kurz nach der Zechenstillegung wurde auch das daneben befindliche Steinkohle
kraftwerk (300
MW) stillgelegt und abgebrochen. Somit war die Grube eine der letzten des
Aachener Steinkohlenreviers.
Nach der Stillegung der
Zeche gibt es nun ein Gewerbe- und Industriegebiet östlich von Aldenhoven entlang der ehemaligen
Bundesstraße 1.
Auf dem ehemaligen Zechengelände wird derzeit eine Autoteststrecke und ein Stück
Autobahn zu Filmzwecken erbaut. Die Fertigstellung ist für
2006 geplant.
Erholung
Der
Blausteinsee, ein künstlicher See, entstand durch die Auffüllung eines Tagebaurestlochs mit Oberflächenwasser. Heute dient der See als
Naherholungsgebiet für die umliegenden Städte. Er wird von einem breiten Grüngürtel umgeben, in dem sich
Wanderwege und separate Reitwege befinden.
Museum
- Bergbaumuseum des Traditionsvereins für Stein- & Braunkohle GLÜCK AUF Aldenhoven 1992 e.V., Adresse: Dietrich-Mülfahrt-Str. 8a, 52457 Aldenhoven
Verkehr
Straße
Aldenhoven liegt an der
B 56 sowie der ehemaligen
B 1 (heute L136) und verfügt über den Autobahnanschluss "Aldenhoven" auf der
A 44.
Busverkehr
Aldenhoven gehört zum
Aachener Verkehrsverbund. Hauptbusverkehrspunkt ist "Aldenhoven Markt". Die Gemeinde wird per Bus mit allen Nachbargemeinden verbunden: Alsdorf (Linien 90, SB 11), Baesweiler (Linie 71), Eschweiler (Linie 6), Jülich (Linien 6, SB 11), Linnich (Linie 278).
Eisenbahn
Die Bahnstrecke von
Aachen-Nord über
Würselen, Alsdorf-
Mariadorf und Aldenhoven nach
Jülich ist stillgelegt und vollständig abgebaut. Die Trasse dient heute größtenteils als
Radweg.
Es existiert noch die ehemalige Grubenanschlussbahn von
Alsdorf über Mariadorf nach Siersdorf, welche aber schon seit der
Stilllegung des Steinkohlekraftwerks nicht mehr befahren wird.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Söhne und Töchter der Gemeinde
Literatur
- Günter Bers: Das Miraculöß Mariä Bildlein zu Aldenhoven. Geschichte einer rheinischen Wallfahrt 1655–1985, Jülich 1986, (Schriften zur Rheinischen Geschichte Heft 6), Gondrom, Köln 1986, ISBN 3-88874-014-2
- Günter Bers: Aldenhoven. Bausteine zur Geschichte einer jülichschen. Joseph-Kuhl-Gesellschaft, Jülich 1991, (Forum Jülicher Geschichte 3), ISBN 3-9802601-2-7
- Günter Bers: Aldenhoven: Neue Aspekte der Ortsgeschichte. Joseph-Kuhl-Gesellschaft, Jülich 1996, (Forum Jülicher Geschichte 14), ISBN 3-9803988-4-6
- Günter Bers/Willi Dovern: Aldenhoven im Jahre 1799. Bevölkerungsstruktur und soziale Verfaßtheit einer rheinischen Kleinstadt in französischer Zeit. Joseph-Kuhl-Gesellschaft, Jülich 1997, (Forum Jülicher Geschichte 19), ISBN 3-9803988-9-7
- Günter Bers: Aldenhoven: Alte Ansichten. Neue Einblicke. Schritte zur Erforschung der Ortsgeschichte. Eine Aufsatzsammlung, Teil I, Jülich 1999, (Forum Jülicher Geschichte 27), ISBN 3-932903-07-2
- Günter Bers: Aldenhoven: Neue Einblicke, Schritte zur Erforschung der Ortsgeschichte. Eine Aufsatzsammlung, Teil II, Jülich 2003, (Forum Jülicher Geschichte 36), ISBN 3-932903-24-2
- Günter Bers/Sabine Graumann: Eine Staatshymne für die „Cisrhenanische Republik“ (1797) – Der Textentwurf des Franz Theodor Mathias Biergans aus Aldenhoven. Joseph-Kuhl-Gesellschaft, Jülich 2003, (Forum Jülicher Geschichte 37), ISBN 3-932903-25-0
- Willi Dovern: Bevölkerungsstand und Bevölkerungsbewegung in der Gemeinde Aldenhoven im Jahre 1812, Joseph-Kuhl-Gesellschaft, Jülich 1992, (Forum Jülicher Geschichte 5), ISBN 3-9802601-5-1
- Anton Kohlhaas: Die Marktveste Aldenhoven im Jahre 1781, Jülich 1993, (Kleine Schriftenreihe der Joseph-Kuhl-Gesellschaft 7)
- Thomas Rauh: Heiratsverhalten in der Gemeinde Aldenhoven, Krs. Jülich, zwischen 1830 und 1850. Eine Studie unter demographischen Gesichtspunkten. Joseph-Kuhl-Gesellschaft, Jülich 1994, (Forum Jülicher Geschichte 11), ISBN 3-9803988-1-1
Weblinks
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Aldenhoven