Logo office Alcatel.jpg Alcatel ist ein französischer Hersteller von Systemen und Geräten für die Telekommunikation sowie nach eigenen Angaben ein Marktführer beim Hochgeschwindigkeitszugang zum Internet und bei optischen Netzen. Alcatel bietet von einfachen Telefondiensten bis hin zu komplexen Multimedia-Netzen schlüsselfertige Lösungen an. Das Angebot beinhaltet Produkte, die zum Aufbau von unterschiedlichen Kommunikationsnetzen benötigt werden. Die Kunden von Alcatel sind Netzbetreiber, Internet-Diensteanbieter, Unternehmen und Privatkunden.
Im Jahre 1988 integriert CGE die vom ITT-Mischkonzern erworbene Telekommunikationssparte, darunter auch die deutsche Standard Elektrik Lorenz AG (SEL). Der Geschäftsbereich Telekommunikation wurde als Teilkonzern Alcatel NV ausgegliedert.
Die engen Kontakte zu den staatlichen PTT-Unternehmen und zu Spitzenpolitikern führten sowohl in Deutschland wie in Frankreich zu Skandalen mit großer öffentlicher Aufmerksamkeit:
In der "Traumschiff-Affäre" trat 1991 Lothar Späth vom Amt des baden-württembergischen Ministerpräsidenten zurück; Helmut Lohr, der Vorstandsvorsitzende der deutschen Tochter Alcatel SEL, kam ins Gefängnis.
Der Präsident des französische Mutterkonzerns, Pierre Suard, wurde 1995 wegen Verdachts auf Betrug und Veruntreuung per Gerichtsbeschluss faktisch abgesetzt.
Sein Nachfolger wurde Serge Tchuruk, der das Unternehmen seither führt. Getragen vom Internet-Hype wuchs das Unternehmen insbesondere durch Zukäufe im amerikanischen Markt.
Der bereits in den 1990er Jahren einsetzende Preisverfall auf dem Telekommunikationsmarkt und das Platzen der Dot-Com-Blase stürzten das Unternehmen 2001 in die größte Krise seiner Geschichte mit Rekordverlusten und massivem Abbau von Arbeitsplätzen. Auf dem Höhepunkt der Telekommunikationseuphorie verlegte Alcatel sein konzernweites Kompetenzzentrum für Glasfaserkabel nach Mönchengladbach, wo unter feierlicher Beteiligung der Politik zwölf neue Glasfaserziehtürme eingeweiht wurden, die nur wenige Monate später wieder eingemottet werden mussten. Nachdem die Kupfertelekommunikationstechnologie in einer eigenen Gesellschaft namens Nexans ausgegliedert und an die Börse gebracht wurden, wurde 2005 die Glasfasertechnologie an den niederländischen Konkurrenten Draka verkauft, der in Deutschland bereits in Berlin einen Produktionsstandort unterhält. Erst 2004 wurden wieder positive Quartalsergebnisse erreicht, allerdings auf deutlich reduziertem Umsatzniveau.
Am 2. April 2006 gibt Alcatel bekannt, binnen 12 Monaten mit seinem amerikanischen Konkurrenten Lucent Technologies zu fusionieren. Alcatel werde einen Anteil von ca. 60%, Lucent von ca. 40% des fusionierten Unternehmens haben, das dann eine Marktkapitalisierung von € 30 Mrd. besitzen soll. Gemeinsam erwarten die beiden Unternehmen einen Jahresumsatz von € 21 Mrd. und einen Synergieeffekt von € 1,4 Mrd. innerhalb von drei Jahren. CEO soll die bisherige Geschäftsführerin von Lucent Technologies Patricia Russo werden, während der bisherige Alcatel-Vorstandsvorsitzende Serge Tchuruk Non-Executive Chairman mit erweiterten Befugnissen werden soll. Der Hauptsitz des neuen Unternehmens soll sich in Frankreich befinden.
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