Albrecht II von Sachsen, auch Albert II. (* um 1250; † 25. August 1298 in Aken, beigesetzt in Wittenberg), (Regierungszeit von 1260 - 1298) war Gründer des Herzogtums Sachsen-Wittenberg.
Im weiteren Herrschaftsverlauf erwies es sich als Vorteil, das Stimmrecht (Kurstimme) als Erzmarschall bei der Kaiserwahl Rudolf I. am 24. Oktober 1273 auszuüben. Dieser gab Albrecht II. dafür die Hand seiner Tochter Agnes von Habsburg am gleichen Tage. Was wiederum ein gewisses politisches Wohlwollen des Königs hervorrief. So bekam Albrecht Lübeck als Schutzvogt zugewiesen, wo er seine Pfründe erweitern konnte. Johann I. von Sachsen-Lauenburg trat er nach rund 20 Jahren seiner unglücklichen Regierung 1282 das Regierungsrecht an seine Söhne ab und setzte während der Zeit ihrer Minderjährigkeit Albrecht II. als Vormund ein. Johann I. wurde nach seiner Amtszeit Vorsteher (Guardian) des Franziskanerkloster Wittenberg und starb am 30. Juli 1285 daselbst.
Im Jahre 1288 erlangte er für seinen Sohn Rudolf I., von seinem Schwiegervater Kaiser Rudolf I. die Belehnung der Pfalzgrafschaft Sachsen, was den Unwillen der Wettiner erregte, weil diese mit dem Kurrecht versehen war und sie sich hintergangen fühlten. Was in der Folge zu ständigen Streitigkeiten führte.
Als der kinderlose Graf Otto von Brehna auf dem Reichstag zu Erfurt plötzlich starb, fiel dieses Lehen an den Kaiser zurück. Nach altem Recht hätten die Wettiner nun auch den restlichen Teil der erloschenen Grafschaft Brehna bekommen sollen, doch durch das Eingreifen des Kaisers, ging es 1290 an den minderjährigen Enkel Rudolf I., dessen Vormund sein Vater Albrecht war. So bestand auch kein Anspruch der Sachsen-Lauenburger Linie mehr auf den Besitz Albrechts II. Kampflos hatte Albrecht II. eine Vergrößerung seines Landes erhalten, das nun Brehna, Bitterfeld, Kemberg und das Gebiet bis zur mittleren Elbe und Elster umfasste. Allerdings muss dieser Vorgang nicht ganz ohne Gelder abgelaufen sein. Denn Albrecht II. verkaufte seine burggräflichen Rechte in der Stadt Magdeburg an die Wettiner, die dann jene an den Erzbischof von Magdeburg weitergaben. Vermutlich aber tat er dies um die erhitzten Gemüter zu beruhigen.
Nach dem Tode seines Schwiegervaters griff Albrecht II. 1291 wiederum in die große Reichspolitik ein, als er sich nicht - wie erwartet - auf Seiten seines Schwagers Albrecht von Österreich schlug, sondern durch die Bemühungen und Versprechungen des Erzbischofs von Mainz bei der Kaiserwahl dem Verwandten des Erzbischofs, Adolf von Nassau, seine Stimme gab. Als deutscher Kaiser regierte nun dieser Fürst von 1292 - 1298, dann wurde er nicht zuletzt durch seinen eigenen Gönner, den Erzbischof von Mainz, durch eine Fürstenversammlung in Mainz abgesetzt und fiel bei Göllheim. Auch Albrecht II. hatte seine Kurrechte wahrgenommen und wählte nun doch noch seinen Schwager Albrecht I. von Österreich (1298 bis 1308) zum deutschen Kaiser. So nahm er an dessen Krönung in Aachen teil. Es würde hier zu weit führen, welche Machenschaften bei einer solchen Kaiserwahl zutage traten, auch Albrecht II. wankte hin und her und gab, wie es allgemein üblich war, dem die Stimme, der die meisten Vorteile für ihn versprach.
Um seine Residenz Wittenberg weiter zu stärken, verlieh er dieser am 27. Juni 1293 das Stadtrecht und versprach sich davon weiteren Nutzen. Albrecht II. hatte nicht wie sein Vater schweren Kämpfe um die Erhaltung des Herzogtums durchstehen müssen. Dennoch gab es immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen, vor allen Dingen mit dem Erzbischof Günther von Magdeburg. So war es auch 1298, als es zu einer Fehde mit dem Erzbischof von Magdeburg kam. Schon vorher hatte der Herzog durch einen Pfeilschuss am Kopf sich mit starken Schmerzen herumplagen müssen, doch in dieser Fehde bei Aken an der Elbe wurde er von einer Lanzenspitze tödlich getroffen. Die Leiche des Herzogs wurde nach Wittenberg überführt und in der inzwischen fertig gestellten Klosterkirche der Franziskaner, in der Begräbnisstätte der Askanier, mitten im Chor beigesetzt. Bei der Umbettung der Fürsten im Jahre 1883 war ersichtlich das der Herzog in einem groben Leinwandhemd beerdigt worden war. Auf der Brust des Hemdes war der Abdruck eines rostigen Eisenstückes zu erkennen.
Herzog (Sachsen-Wittenberg) | Askanier | Mann | Geboren 1250 | Gestorben 1298
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