Alberto Kenya Fujimori (japanisch アルベルト・ケンヤ・フジモリ Aruberuto Ken'ya Fujimori, auch Ken'ya Fujimori 謙也 Fujimori Ken'ya; * 28. Juli 1938 in Lima), war Präsident Perus vom 28. Juli 1990 bis zum 17. November 2000, als er wegen Korruption und Verstoßes gegen die Menschenrechte durch den Kongress seines Amtes enthoben wurde.
Zurück in Peru, wurde er 1984 Dekan der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität La Molina und Rektor der Universität. Fujimori war zweimal Präsident der nationalen peruanischen Kommission der Universitätsrektoren.
Entgegen der im Wahlkampf gemachten Versprechen führte Fujimori eine „Schocktherapie“ durch, mit dem Ziel einer Inflations- und Preisstabilisierung bei weitgehender Liberalisierung der Märkte. Der Staatsapparat wurde deutlich verkleinert was zu einem Anstieg der Arbeitslosenquote führte. In der Folge kam es zu einer Zunahme der informellen Beschäftigung. Die alte Währung Inti wurde im Verhältnis 1:1 000 000 in Nuevo Sol umgetauscht.
Im Kongress besaß die Partei Fujimoris keine Mehrheit. Nachdem es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen dem Präsidenten und dem Parlament gekommen war, löste er am 5. April 1992 den Kongress ohne Vorankündigung auf und suspendierte die verfassungsmäßigen Rechte der Judikative. Die Auflösung des Zweikammersystems ist im allgemeinen Sprachgebrauch Perus als autogolpe (Selbstputsch) bekannt. Mit Tolerierung und teilweise auch mit Unterstützung der Militärs errichtete Fujimori eine „Regierung des Notstands und der nationalen Umstrukturierung“. Nicht zuletzt durch den internationalen Druck musste Fujimori noch im gleichen Jahr Wahlen für eine konstituierende Versammlung (Asamblea Constituyente) aufrufen. Diese verabschiedete 1993 eine neue Verfassung. Die Ergebnisse eines Referendums wurden allerdings nicht amtlich bestätigt. So besteht der Verdacht, dass die Verfassung nie dem Mehrheitswillen der Bevölkerung entsprach. In der neuen Verfassung wurde das Einkammersystem (Camara de Diputados) festgeschrieben. Eine in der alten Verfassung vorgesehene zweite gesetzgebende Kammer (Camara de Senadores) wurde ersatzlos gestrichen. Die bis 1990 vorangetriebene Dezentralisierung wurde gestoppt und die Regionalparlamente aufgelöst an ihre Stelle traten provisorische Regionalverwaltungen die von der Zentralregierung benannt wurden.
Seine „antisubversive“ Politik erzielte wichtige Erfolge, darunter die weitgehende Zerschlagung der Terroristenorganisationen und die Festnahme ihrer führenden Köpfe. Dabei kam es jedoch zu zahlreichen Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Terroristen und der Zivilbevölkerung.
Zu den Präsidentschaftswahlen von 1995 trat der ehemalige UN-Generalsekretär Javier Pérez de Cuéllar gegen Fujimori an, doch gewann Fujimori mit 62 % der Stimmen. Am 17. Dezember 1996 kam es zu einer Geiselnahme in der japanischen Botschaft. Fünfzehn Mitglieder der Movimiento Revolucionario Túpac Amaru (MRTA) stürmten während eines Empfanges die japanische Botschaft in Lima und hielten zahlreiche wichtige Persönlichkeiten als Geiseln fest. Von den 483 Geiseln wurden noch am selben Abend über 200 Personen, meist Frauen, freigelassen. Die Geiselnehmer verlangten die Freilassung aller inhaftierten Túpac-Amaru-Mitglieder, insbesondere des MRTA-Chefs Victor Polay und seines Vize Peter Cárdenas Schulte. In der lang andauernden Besetzung ließen die Rebellen immer wieder Geiseln frei. Am 22. April 1997 stürmte die Armee die japanische Botschaft und beendete die Geiselnahme blutig. Alle vierzehn Geiselnehmer, eine Geisel sowie zwei Soldaten kamen dabei ums Leben; 71 Geiseln wurden befreit.
Obwohl die peruanische Verfassung eigentlich maximal zwei Amtszeiten eines Präsidenten vorsah, kündigte Fujimori 1998 eine erneute Kandidatur an. Ein neues Gesetz mit einer „authentischen Interpretation der Verfassung“ wurde verabschiedet. Die Gesetzesvorlage passierte den Kongress ohne größere Diskussion, nicht zuletzt wegen der Mehrheitsverhältnisse im Kongress. Das Gesetz erlaubte Fujimori eine dritte Amtsperiode, da die Wahl 1990 nicht angerechnet werden könne, da sie nicht auf Grundlage der jetzt gültigen Verfassung aus dem Jahr 1993 erfolgt sei.
Abgeordnete der Kongressopposition legten beim Verfassungsgericht (tribunal constitucional) Beschwerde ein. Das Gericht beabsichtigte das Gesetz für mit der Verfassung unvereinbar zu erklären. Daraufhin entließ Fujimori drei Verfassungsrichter. Der Präsident des Verfassungsgerichts trat aus Solidarität von seinem Amt zurück. Da die Richterposten nicht neu besetzt wurden, war das Gericht handlungsunfähig, denn die notwendige Mehrheit für eine Gerichtsentscheidung konnte mit nur drei aktiven Richtern nicht mehr zustande kommen. Darauf hin begannen Studenten- und Gewerkschaftsproteste, welche zwei Jahre lang andauerten.
Fujimori gewann die Wahlen vom 28. April 2000, doch gab es eine Welle von Betrugsvorwürfen. Einer der Oppositionsführer Alejandro Toledo forderte zunächst erfolglos die Annullierung der Wahlen. Doch wenige Monate später erschütterte der sogenannte Montesinos-Skandal die Regierung. Am 14. September wurde im Fernsehen ein Video gezeigt, in welchem Vladimiro Montesinos, einer der wichtigsten Berater und Weggefährte Fujimoris, dem Oppositionsabgeordneten Alberto Kouri Bestechungsgeld in Höhe von 15.000 US-Dollar für dessen Übertritt in die Partei des Präsidenten übergab. Der Druck auf Fujimori wurde so stark, dass dieser am 16. September Neuwahlen für 2001 ankündigte, zu welchen er nicht mehr antrat.
Fujimori reiste in seiner Eigenschaft als Präsident zu einem Treffen in Asien; nach dessen Beendigung kehrte er jedoch nicht nach Peru zurück, sondern reiste weiter nach Japan. Im Parlament, in dem seine Anhänger die Mehrheit verloren hatten, gelang es der Opposition, ihn für amtsunfähig erklären zu lassen. In einem Fax erklärte Fujimori seinen Rücktritt; der neue Parlamentspräsident Valentín Paniagua Corazao übernahm kommisarisch bis zu den Neuwahlen die Amtsgeschäfte des Präsidenten.
Fujimori wurde aufgrund seiner Menschenrechtsverletzungen und weiterer Vorwürfe mit internationalem Haftbefehl gesucht. Wegen seiner japanischen Eltern war er in Japan vor einer Abschiebung sicher. Bei der Einreise nach Chile wurde Fujimori jedoch wegen des bestehenden internationalen Haftbefehles am 7. November 2005 in Santiago verhaftet.
Fujimori hat eine neue Partei mit dem Namen Sí, Cumple (auf Deutsch in etwa "ja, er hält sein Wort") gegründet und plant zur Präsidentschaftswahl in Peru im April 2006 wieder anzutreten. Der peruanische Kongress hatte ihn allerdings bis 2011 für öffentliche Posten gesperrt. Es könnte aber sein, dass die Anzahl der Unterstützer Fujimoris im Kongress wieder zunimmt. Aufgrund seiner Verhaftung in Chile ist die erfolgreiche Kandidatur Fujimoris jedoch fraglich.
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