Albert Vögler (* 8. Februar 1877 in Essen-Borbeck; † 14. April 1945 in Herdecke-Ende, Suizid) war ein deutscher Ingenieur und Unternehmer.
Nach dem Tod seines Förderers Hugo Stinnes 1924 setzte er sich für die Bildung des größten europäischen Stahlkonzerns ein, der 1926 gegründeten Vereinigte Stahlwerke AG, deren erster Vorstandsvorsitzender er wurde. Diese Position hatte er bis 1935 inne. Anschließend wechselte er in den Aufsichtsrat des Unternehmens, dem er bis zu seinem Tod angehörte.
Weitere Aufsichtsratsmandate hatte Vögler unter anderem bei der RWE, der Gelsenkirchener Bergwerks-AG sowie der Saar- und Mosel-Bergwerks-Gesellschaft. Von 1941 bis 1945 war er Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft.
1919 war Vögler Mitbegründer der Deutschen Volkspartei, zu deren rechtem Flügel er zählte. Er gehörte der Nationalversammlung an und war von 1920 bis 1924 Mitglied des Reichstags. Außerdem war es Vorstandsmitglied der Gäa. Er kritisierte scharf die Erfüllungspolitik von Kanzler Joseph Wirth und riet daher zu einer Zusammenarbeit seiner Partei mit der republikfeindlichen DNVP. Gleichwohl musste er nach dem Zusammenbruch des deutschen Widerstands gegen die Ruhrbesetzung 1923 in den MICUM-Abkommen mit Belgien und Frankreich deren Kontrolle des Ruhrgebiets mit unterschreiben. Als deutscher Sachverständiger beim Entwurf des Young-Plans 1929 wollte der intransigente Nationalist eine solche Unterschrift nicht ein zweites Mal leisten und trat daher noch vor Abschluss der Verhandlungen aus Protest zurück. Statt dessen setzte er sich dafür ein, den Young-Plan abzulehnen, woraufhin das Ausland seine kurzfristigen Kredite abziehen und eine Wirtschaftskrise Deutschland außer Stande setzen würde, seinen Reparationsverpflichtungen nachzukommen. In den sich anschließenden Neuverhandlungen wäre dann eine Senkung der Reparationen auf ein bezahlbares Maß zu erreichen.
Als Mitglied der mächtigen Ruhrlade beteiligte sich Vögler an der Finanzierung der bürgerlichen Parteien der Weimarer Republik. Spenden an die NSDAP lassen sich erst ab 1931 nachweisen. Bereits 1930 war Vögler ein Anhänger der NSDAP, er war von dem Buch des NSDAP-Mitglieds Hans Reupke "Das Wirtschaftssystem des Faschismus" begeistert und wollte Reupke vor dem Präsidium des Reichverbandes der Deutschen Industrie sprechen lassen. Am 11.September 1931 traf er sich mit Hitler persönlich. Seitdem sprach er sich auch mehrfach dafür aus, Hitlers Partei an der Regierung zu beteiligen, so forderte er beispielsweise im November 1932 öffentlich auf dem Eisenhüttentag ein Hitler-Kabinett, doch ebenfalls im November 1932 unterzeichnete er den Aufruf eines DNVP-nahen "Deutschen Ausschusses", der sich unter der Überschrift "Mit Hindenburg für Volk und Reich!" für die Regierung Papen, für die DNVP und damit klar gegen die NSDAP aussprach. In die NSDAP trat er daher nicht ein, doch am 20. Februar 1933 organisierte er ein Treffen von Adolf Hitler, Hermann Göring und Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht und 25 Unternehmern, auf dem die deutschen Industriellen 3 Millionen Reichsmark für den Wahlkampf der Partei spendeten.
Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Vögler unter Albert Speer im Rüstungsministerium und war als Generalbevollmächtigter des Reichsministers für die Rüstungs- und Kriegsproduktion im Ruhrgebiet zuständig.
Um der Verhaftung durch das US-amerikanische Militär zu entgehen, tötete er sich 1945 in seinem Gut Haus Ende in Herdecke.
Mann | Deutscher | Manager | DVP-Mitglied | Reichstagsabgeordneter | Freundeskreis Himmler | Herdecke | Geboren 1877 | Gestorben 1945
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