Albert Fortell (* 5. Juli 1952 in Wien, eigentlicher Familienname Fortelni) ist ein österreichischer Schauspieler und Autor.
Familie
Albert Fortell wurde in Wien geboren. Er ist der Sohn des Schauspielers
Bert Fortell (1924-1996). Seine Mutter Gerda Fortelni lebt in Wien. Er hat einen Bruder.
Ausbildung
Schule
Fortell besuchte die katholische Volksschule "Neulandschule" in Wien-
Grinzing. Nach zwei Jahren im Gymnasium wechselte in die "American International School" in Wien und beendete sie mit dem "
High School Diploma", das dem
Abitur als Hochschulreife entspricht.
Schon wärhend seiner Zeit an der American International School war er Mitglied des dortigen Drama Clubs "AIS" und spielte in diversen Schulaufführungen mit.
Zusätzlich begann er mit dem Schlagzeugspiel und gründete seine erste Schulband, wofür er mehrere Jahre Unterricht beim österreichischen Schlagzeuger Toni Braitner in Wien nahm.
Studium
Nach dem Schulabschluss begann Fortell an der Wiener Universität ein Studium der
Rechtswissenschaften, das er 1980 abgeschloss.
Bereits während des Jura-Studiums absolvierte er zudem eine Schauspielausbildung am renommierten "Max-Reinhardt-Seminar", die er ebenfalls 1980 mit Diplom beendete.
Darüber hinaus veritefte er seine Schauspielausbildung u. a. 1983 mit einem Musicalworkshop bei Susi Nicoletti in Salzburg (1983), einem viermontaigem Acting Workshop bei Nina Foch in Los Angeles sowie einem halbjährigen Seminar an der UCLA in Los Angeles ("UCLA Extension Courses"), bei dem er die Arbeit eines Drehbuchautoren erlernte.
Theater
Ein erstes Bühnenengagement erhielt Fortell am
Theater in der Josefstadt, wo er unter der Regie
Hans Jarays in
Ferenc Molnárs
Spiel im Schloss als Theaterschausieler debütierte. Weitere Theaterstationen waren u. a. das
Wiener Volkstheater und die Freien Wiener Bühnen (unter
Topsy Küppers.
Film und Fernsehen
Ab Anfang der
80er Jahre wirkte Fortell zudem in Film- und Fernsehproduktionen mit. 1981 drehte er unter der Regie von
Christian-Jaque seine erste internationale Produktion, den mehrteiligen französisch-deutsch-österreichisch-schweizerischen Fernsehfilm
Wettlauf nach Bombay. Es folgten kleinere Rollen in US-amerikanischen Produktion wie
Marvin J. Chomsky Albert-Seer-Biografie
Inside the Third Reich und der Kriegsfilm
Das Kommando mit
Lewis Collins und
Richard Widmark. 1987 siedelte Fortell für zwölf Jahre in die
USA über, wo er der
Screen Actors Guild beitrat. Er spielte u. a. in Fernsehserien wie
Lime Street (mit
Robert Wagner und
Lew Ayres) sowie im Kinothrille
Little Nikita (mit
Sidney Poitier und
River Phoenix). Ein Zweijahresvertrag für die
Prime Time Soap Der Denver-Clan scheiterte jedoch im letzten Augenblick. Neben seiner Arbeit als Film- und Fernsehschauspieler wirkte Fortell zudem unentgeltlich bei einer Theaterproduktion von
Harold Pinters
Betrayal am "Back Alley Theatre" in Los Angeles mit.
Zu Fortells weiteren Film- und Fernseharbeiten zählen der Thriller Der Stein des Todes (mit Elke Sommer), Rainer Erlers sozialkritischer Thriller News - Bericht über eine Reise in eine strahlende Zukunft, der Fernsehfilm Melodie der Herzen nach Rosamunde Pilcher sowie das Historiendrama Kronprinz Rudolf. Verschiedentlich gehörte Fortell auch zur Stammbesetzung von Fernsehserien wie der Krimiserie Blaues Blut (mit Capucine), der Familiensaga Schloss Hohenstein - Irrwege zum Glück und der Hotelserie Schlosshotel Orth. Außerdem übernahm er zahlreiche Gastrollen in anderen Serien wie SOKO 5113 und In aller Freundschaft.
Autor
Seit einigen Jahren ist Fortell auch als Autor tätig. Er verfasste mehrere Drehbücher und ein Theaterstück, "Kurzschluß", das er selbst gemeinsam mit seienr Frau über 200 mal zur Aufführung gebracht hat.
Rezitator und Sprecher
Seit Abschluss seines Schauspielstudiums gestaltet Fortell zudem immer wieder mit
Rezitationsabende, u. a. bei den
Salzburger Festspiele (mit einer "Lesung des Schreckens" nach Texten von
Edgar Allen Poe und
Roald Dahl).
Darüber hinaus arbeitete er auch als Synchronsprecher (u.a. für die österreichische Fassung der US-Serie Serpico sowie als Sprecher für Werbejingles.
Privat
1982 lernte Fortell in Salzburg anlässlich oben erwähnter Lesung die Schauspielerin
Barbara Wussow kennen, die er 1990 heiratete. Sein Schwiegervater ist der Schauspieler
Klausjürgen Wussow, sein Schwager der Schauspieler
Alexander Wussow.
Gemeinsam spielte das Paar Wussow/Fortell in verschiedenen Theater- und Fernsehproduktionen, so in der Fernsehserie Die Leute von St.Benedikt sowie einzelnen Episoden von Eurocops, Blaues Blut und Schlosshotel Orth.
Im Jahr 1998 wurde der gemeinsame Sohn Nikolaus geboren - im selben Zimmer des Wiener Spitals "Rudolfinerhaus" wie auch Albert Fortell selbst. Im Jahr 2005 kam ebendort seine Tochter Johanna auf die Welt.
Arbeitslosen- und Notstandshilfe
Abseits seiner künstlerischen Aktivitäten geriet das Ehepaar 2005 durch den Bezug von Notstandshilfe während drehfreier Zeiten in die Schlagzeilen. Das Paar wurde anonym bei einer Polizeistation in Kärnten angezeigt. Die Staatsanwaltschaft verzichtete noch im Zuge der Vorerhebungen auf eine Anklageerhebung wegen schweren Betruges, da der geschädigte österreichische
Arbeitsmarktservice nicht in der Lage war, eine konkrete Schadenssumme zu nennen und der zum Teil zu Unrecht bezogene Betrag nicht für eine Anklageerhebung ausreichte.
Filmografie (Auswahl)
- 1981 Der kleine Lord (Fernsehfilm)
- 1981 Wettlauf nach Bombay (La Nouvelle malle des Indes)
- 1981 Parallelen
- 1982 Inside the Third Reich
- 1982 Das Kommando (Who Dares Wins)
- 1982 Oh Fichtenbaum
- 1983 Lime Street
- 1985 Morgengrauen-Hauptrolle
- 1985 Red Heat
- 1986 News - Bericht über eine Reise in eine strahlende Zukunft
- 1987 Der Stein des Todes
- 1988 Little Nikita
- 1990 Blaues Blut
- 1990 Ariadne
- 1992 Die Leute von St. Benedikt
- 1992 Schloß Hohenstein
- 1993 Johanna
- 1993 Septembergewitter
- 1996 Immer Ärger mit Arno
- 1996 Schlosshotel Orth
- 1998 Rosamunde Pilcher - Melodie der Herzen
- 2000 Der Zauber des Rosengartens
- 2000 Höllische Nachbarn - Nur Frauen sind schlimmer
- 2003 Mein Mann, mein Leben und du (auch Autor)
- 2005 Kronprinz Rudolf
Weblinks
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