Alban Nikolai Herbst (Pseudonym für Alexander Michael v. Ribbentrop, * 7. Februar 1955 in Refrath) ist ein deutscher Schriftsteller.
Alexander Michael von Ribbentrop ist ein Großneffe Joachim von Ribbentrops. Er wuchs als Sohn einer Säuglingsschwester und eines Vertreters in Traunstein, Braunschweig und Bremen auf. In Bremen absolvierte er eine Lehre zum Rechtsanwaltsgehilfen. Nach dem Zivildienst besuchte er ein Abendgymnasium, wo er sein Abitur machte. Er begann ein Studium der Philosophie und veröffentlichte unter seinem Pseudonym erste Werke. Ab 1987 war er als Devisenmakler an der Frankfurter Börse. Daneben gab er die literarische Zeitschrift "Dschungelblätter" heraus. Seit 1992 lebt er als freier Schriftsteller in Berlin.
Alban Nikolai Herbst, der anfangs Texte in der Tradition des Realismus über den Alltag bundesrepublikanischer Kleinbürger schrieb, hat sich inzwischen zum Verfasser von Romanen, Novellen, Theaterstücken und Hörspielen entwickelt, die mit der Beschreibung von apokalyptischen Zuständen und ihrer steten Vermischung von Traum und Realität zu den bemerkenswertesten Beispielen neuerer deutschsprachiger fantastischer Literatur zählen. Von Kritikern wird ihm teilweise der Vorwurf gemacht, nichts weiter als ein moderner Kolportageautor zu sein. Gegen die Veröffentlichung seines Romans "Meere" erwirkte 2003 eine ehemalige Freundin Herbsts eine einstweilige Verfügung, da sie in dem Werk einen Schlüsselroman sieht, dessen Inhalt angeblich eine Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte darstellt. Über die primäre poetische Arbeit hinaus ist Alban Nikolai Herbst auch stark essayistisch tätig, besonders in Hinsicht auf eine nach-postmoderne Ästhetik.
Seit Mitte 2004 führt Herbst mit Redaktionssitz im Hessischen Literaturforum im Mousonturm, Frankfurt am Main, unter dem Titel Die Dschungel. Anderswelt. ein literarisches Weblog, in dem er nicht nur seine aktuelle Arbeit dokumentiert sondern auch mit einer Ästhetisierung und literarischen Reflexion von Alltag und schriftstellerischem Arbeitsprozess praktisch und in Theorie-Fragmenten experimentiert.
Alban Nikolai Herbst gehörte von 1976 bis 1985 dem Verband Deutscher Schriftsteller an; er ist Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland. Neben weiteren Stipendien erhielt er u.a. folgende Auszeichnungen: 1981 das Niedersächsische Nachwuchsstipendium für Literatur, 1995 den Grimmelshausen-Preis und ein Stipendium der Villa Massimo sowie 1999 den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar. 2000 war er Writer in Residence an der Keio-Universität Tokio. Für 2006 ist er für sein Werk mit einem Jahresaufenthalt in der Villa Concordia, Bamberg, ausgezeichnet worden.
Ein gesamtes Werkverzeichnis findet sich, einschließlich der Hörstücke, Musik-Sprache-Projekte und theoretischen Arbeiten, dort.
Mann | Deutscher | Autor | Literatur (20. Jh.) | Literatur (21. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Roman, Epik | Geboren 1955
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