Al_aqsa_moschee_2.jpg | Jerusalem Al Aqsa Moschee um 1900.jpg
Die al-Aqsa-Moschee () ist eine Moschee auf dem Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt. Bei vielen Muslimen gilt sie als die drittwichtigste Moschee des Islam nach der al-Haram-Moschee mit dem zentralen Heiligtum der Kaaba in Mekka und der Prophetenmoschee, mit dem Grab des Propheten Mohammed in Medina. Für andere, insbesondere türkische Muslime gilt traditionell die Eyüp-Moschee in Istanbul mit dem Grab von Eyüp Ensari als die drittwichtigste Moschee des Islam.
Die Moschee entstand wahrscheinlich erst nach dem Bau des Felsendoms. Möglicherweise der Sohn Abd al-Maliks, al-Walid I. (705-715 n.Chr.), ließ die typische Moscheekuppel auf das Dach der dort stehenden christlichen Basilika St. Maria setzen, welche damit zu einem "Ort der Niederwerfung" (=Moschee) vor Allah wurde.
Mit dem heutigen Namen al-masdschid al-aqsā „Die entfernteste Moschee“) nimmt man Bezug auf einen Koranvers, den Rudi Paret wie folgt übersetzt:
Die al-Aqsa-Moschee sollte, im koranischen Sinne uminterpretiert, die im Koran genannte "ferne Kultstätte" sein, obwohl sie erst 90 Jahre nach dem im Koran geschilderten Ereignis erbaut wurde.
Bei der Eroberung Jerusalems 1099 im Ersten Kreuzzug wurden hier zehntausend Menschen geköpft. Zur Zeit des Königreichs Jerusalem befand sich in einem Teil der Königspalast, in dieser Zeit wurden die Fundamente ausgebaut, um Platz für Ställe und Aufbewahrungsräume zu schaffen. 1118 ließ sich dort der von Hugo von Payns gegründete Templerorden in einem Flügel der Moschee nieder.
Nach der Rückeroberung durch Saladin wurde sie wieder in eine Moschee umgestaltet, und er nahm am 9. Oktober 1187 an einem großen Dankesgottedienst teil.
Im Frieden von Jaffa von 1229 blieb sie weiterhin in muslimischen Händen, wie auch das ganze Tempelviertel mit dem Felsendom.
1969 verübte der australische Tourist Michael Rohan einen Brandanschlag auf die al-Aqsa-Moschee, bei dem unter anderem die Dekoration des Mihrab in der Südwand stark beschädigt und der Minbar mit seiner wunderschönen Intarsienarbeit aus Zedernholz zerstört wurde. Mihrab und Minbar waren ein Geschenk von Sultan Saladin. Da Rohan bei seinem Brandanschlag von religiösen Wahnvorstellungen geleitet wurde, wird seine Tat als eine extreme Form des Jerusalem-Syndroms angesehen.
Der Standort der al-Aqsa-Moschee und des Felsendoms auf dem Tempelberg in Jerusalem ist nicht unumstritten. Vermutlich an gleicher Stelle stand bis zu seiner Zerstörung im Jüdischen Krieg im Jahr 70 n. Chr. der 2. jüdische Tempel (erbaut von Herodes), von dem heute nur noch die Klagemauer erhalten ist. Auf diesen historischen Fakten gründend wird auch der Wiederaufbau eines 3. Tempels und die zeitgleiche Verlegung der al-Aqsa-Moschee nach Mekka gefordert.
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