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Die Aleuten (Liste der IPA-Zeichen: oder ; selten auch mit Trema geschrieben: Alëuten) sind eine Inselkette zwischen Nordamerika und Asien am Südrand des nordpazifischen Beringmeers. Die im Deutschen oft ebenfalls als Aleuten bezeichneten Ureinwohner dieser Inselkette suche man unter Unangan.

Geographie


Dort erstreckt sich die zu Alaska (USA) gehörende Inselgruppe bogenförmig am Südrand des nordpazifischen Beringmeers von der Alaska Peninsula (USA) über rund 1.750 km Länge in Richtung Westen bis zu den 325 km entfernten Kommandeurinseln (Russland). Die letzteren sind - obwohl sie von oben betrachtet die optische Fortsetzung der Aleuten darstellen - eine eigenständige Inselgruppe, weil sie durch den bis zu 5.139 m tiefen Nordausläufer des Kurilengrabens von den Aleuten getrennt sind; zusammen mit diesen stellen sie aber die natürliche Abgrenzung zum eigentlichen Nord-Pazifik dar.

Die über 150 Inseln der Aleuten sind etwa 37.850 km² groß. Sie haben rund 6.000 Einwohner (Fischer und Pelztierjäger), die zurückgezogen in 11 Gemeinden auf nur 7 Inseln leben. Die Hauptinsel ist Unalaska mit dem Hauptort und Flottenstützpunkt Dutch Harbor.

Liste der Inseln der Aleuten


Von Osten nach Westen (Territorium der USA)

Landschaftsbild


Umnak_Unalaska.jpg Die sehr gebirgige Inselkette (bis 2.861 m hoch), die nur eine recht spärliche Vegetation aufweist, ist vulkanischen Ursprungs und gehört zum nördlichen Teil des pazifischen Feuerrings. Von den etwa 80 Vulkanen sind einige noch heute tätig. Im Norden fällt das Gelände recht steil in das bis zu 4.096 m tiefe Seebecken des Beringmeers ab, im Süden schließt sich der bis zu 7.822 m tiefe Aleutengraben im eigentlichen Pazifischen Ozean an.

Klima


Die Inseln liegen ungefähr auf dem Breitengrad von Berlin. Zudem sorgt der warme Kuro-Schio-Meerestrom für gemäßigte Temperaturen. Während im Winter die Durchschnittstemperatur bei -5 Grad liegt, werden im Sommer Temperaturen bis 12 Grad gemessen.

Pflanzenwelt


Verbreitet sind Moose, grobes Gras, einige Kräuter, Saxifraceen sowie verkrüppelte Büsche und Fichten. Alle Pflanzen müssen lange Bedeckung durch Schnee und eine kurze kühle regenreiche Vegetationsperiode ertragen.

Tierwelt


Der kärgliche Bewuchs mit langer Schneeüberdeckung lässt nur wenige Nager, wie ein geflecktes Murmeltier davon lebend auf wenigen Inseln Polarfüchse und an Landvögeln Sperber, Finken, z. B. Leucosticte tephrocotis und Schnepfen zu. Reich dagegen ist bzw. war die Zahl der Wassertiere, wie Wale, Seehunde, Seelöwen, Seeotter, bekannte Einzelarten sind die Stellersche Seekuh und die aleutische Seerobbe und Wasservögel darunter mehrere Gänse- und Entenarten, Albatros und Kormoran.

Die Wassertiere und Vögel bildeten auch die Nahrungsgrundlage und Bekleidungsgrundlage für die menschliche Besiedlung durch die Aleuten, die sich selbst Unagan oder Unugun, d. h. Menschen nannten, und später der Grund für deren Unterdrückung und Verfolgung durch russische und später amerikanische Pelztierjäger.

Geschichte


Hauling supplies on Attu.jpg]] Noch vor etwa 10.000 Jahren, als die letzte Eiszeit zu Ende ging, bildeten die Aleuten und die Kommandeurinseln eine teils unterbrochene Landbrücke, die so genannte Beringbrücke am Südrand des Beringmeers, welche die obig genannten Kontinente miteinander verband: Diese war nicht vollständig vom Wasser befreit, weil sich zwischen den einzelnen Inseln der Aleuten und zwischen dieser Inselkette und der sich westlich anschließenden Kommandeurinseln einige tiefe Seebereiche befinden und weil sich zwischen den letzteren und der Kamtschatka-Halbinsel der bis zu 5.139 m tiefe Nordausläufer des Kurilengrabens befindet. Damals war der Meeresspiegel durch die Eismassen, die enorm große Wassermengen der Ozeane in sich banden, bis zu etwa 125 m abgesunken, so dass diese mehrfach unterbrochene Beringbrücke entstehen konnte, über die - nach heute gängigen Theorien - damals die ersten Einwanderer nach Amerika gelangten; in der ungefähr 1.400 km weiter nördlich liegenden Beringstraße, dem Nord-Abschluss des pazifischen Randmeeres, entstand durch diese eiszeitlichen Vorgänge sogar eine durchgängige Landbrücke, Beringia genannt, welche die beiden Festländer miteinander verband.

Etwa 6000 vor Christus finden sich erste Steinwerkzeuge von Menschen des Kulturtyps Epigravettien. Eine Zweitbesiedlung der Inselgruppe mit den für Menschen sehr harten Lebensbedingungen findet sich ab 2000 vor Christus aus westlicher Richtung durch mongoloide Menschen mit seetüchtigen Booten, steinzeitlichen Jagdwaffen darunter ein Typ Stabharpunen mit langen schmalen Knochenspitzen und Widerhaken, wie sie auch in Kamtschatka, der Kodiak-Insel und im nördlichen Japan gefunden wurden. Ab 1000 vor Christus finden sich kurzschädligere Menschen ungeklärter Herkunft gleicher Lebensweise.

Die Aleuten wurden 1741 von Vitus Bering während einer russischen Expedition entdeckt und 1867 mit Alaska an die USA verkauft. Sie waren im 18. und 19. Jahrhundert von asiatischen Pelztierjägern und -händlern bewohnt. Die Nachfahren der vorkolonialen Bevölkerung der Aleuten heißen ebenfalls Unangan.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Inseln Kiska und Attu, die hart umkämpft waren, zeitweise von den Japanern in der Schlacht um die Aleuten besetzt. Die verlustreichen Schlachten um die Inseln bezeichnen die US-Amerikaner als The Forgotten War (Der vergessene Krieg). Die Bewohner der Aleuten, die während des Krieges in südlichere US-Landesteile gebracht wurden, durften erst einige Zeit nach Kriegsende wieder zurückkehren.

Literatur


Klaus Läng, Kulturgeschichte der Indianer Nordamerikas, ISBN 3-8112-1056-4

Inselgruppe (Nordamerika) | Alaska

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