Albert Arnold ‚Al‘ Gore Jr. (* 31. März 1948 in Washington (D.C.)) ist ein US-amerikanischer Politiker.
Gore ist Mitglied der Demokraten. Von 1984 bis 1993 war er Senator des Bundesstaates Tennessee, vom 20. Januar 1993 bis zum 20. Januar 2001 war Gore 45. Vizepräsident unter Präsident Bill Clinton.
Im Jahre 2000 verlor er die US-Präsidentschaftswahl gegen George W. Bush.
Gore wurde in Washington D.C. geboren. Seine Eltern sind Albert A. Gore Sen. und Pauline LaFon Gore. Seitdem sein Vater Senator für den US- Bundesstaat Tennessee war, verbrachte Al Gore seine Kindheit sowohl in Washington als auch in Carthage (Tennessee). In seiner Schulzeit lebte der junge Gore in einem Hotel in Washington, wo er zuerst die Sheridan Schule, dann die Eliteschule St. Albans besuchte. Während der Sommerferien lebte er in Carthage, wo er auf der Farm seiner Familie arbeitete.
Im Jahre 1965 schrieb Gore sich am Harvard College ein. Im Juni 1969 verließ er Havard mit dem "Bachelor of Arts degree".
1970 heiratete Al Gore Mary Elizabeth Aicheson (Tipper Gore), die er Jahre zuvor in St. Alban kennengelernt hatte. Sie haben vier Kinder: Karenna (1973), Kristin (1977), Sarah (1979) und Al III. (1982). Zudem haben sie zwei Enkel: Wyatt (1999) und Anna Schiff.
Präsidentschaftskandidatur: Bill Clinton mit Al Gore.jpg Im Jahr 2000 bewarb sich Gore um die Nachfolge Bill Clintons als Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Obwohl er in der Präsidentenwahl am 2. November 2000 insgesamt 48,4 % der Stimmen erhielt und sein Gegenkandidat George W. Bush lediglich auf 47,9 % der Stimmen kam, wurde Bush am 20. Januar 2001 als Nachfolger Clintons vereidigt - was aus dem US-amerikanischen Wahlrecht (vergleiche Electoral College) und dem Prinzip von Wahlmännern resultiert.
Dem vorausgegangen war ein beispielloser Wahlkrimi. Trotz seines US-weiten Stimmenvorsprungs konzentrierte sich die Entscheidung auf den US-Bundesstaat Florida, da die Frage entscheidend war, wie viele Wahlmännerstimmen ein Kandidat auf sich vereinen kann.
Für einen Sieg brauchten beide Kandidaten eine Mehrheit in Florida, um die entscheidenden Wahlmännerstimmen zu erlangen. Jedoch bereitete das Auszählen der Stimmen erhebliche Schwierigkeiten, da die Stimmzettel unübersichtlich und die Zählmaschinen veraltet waren. Es gab erhebliche Meinungsdifferenzen, ob und wie lange die Stimmen nachgezählt werden dürften. Der oberste Gerichtshof Floridas entschied auf Antrag der Anwälte Gores für eine nochmalige Auszählung der Stimmen, die Republikaner klagen gegen diese Entscheidung vor dem obersten Gerichtshof der USA. Dieser bestimmte mit fünf zu vier Stimmen, dass eine weitere Nachzählung unzulässig sei, obwohl das Ergebnis nicht sicher war (letzten Zählungen zufolge lag Gore nur wenige Dutzend Stimmen hinter Bush). Sieben der neun Richter des Gerichtssenats wurden von Republikanischen Präsidenten ernannt, zwei vom Demokraten Bill Clinton. Die Richter hatten bis dahin die Kompetenzen des Einzellstaats gegenüber des Bundes betont - in diesem Falle entschieden sie genau andersrum.
Dadurch fielen die 25 Wahlmännerstimmen des Landes an George W. Bush, der im wahlentscheidenden Wahlmännerkollegium 271 Stimmen erhielt, Gore somit nur 267. Trotz eines landesweiten Vorsprungs von über 500.000 Stimmen war Al Gore somit der Verlierer der Wahl. Im Sommer 2003 verzichtete er auf eine erneute Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2004.
Einige US-Medien, u. a. die Tageszeitungen Miami Herald und USA Today, beantragten Einsicht in die Wahlunterlagen und nahmen für einige Bezirke Floridas Neuauszählungen vor. Diese Auszählungen ergaben Bush als Sieger.
Mittlerweile sitzt Al Gore im Aufsichtsrat von Apple. Für die Produktpräsentationen lässt er sich von Steve Jobs vor großem Publikum auch mal einspannen, wie z. B. beim Video-Chatprogramm "iChat". Außerdem hat er Gastprofessuren an der University of California Los Angeles, Fisk University und der Middle Tennessee State University.
Da eine Tochter Gores für die Trickserie Futurama arbeitet, lieh Al Gore sogar als amtierender Vize-Präsident "seinem Kopf" seine Stimme. Auch bei einem weiteren Auftritt des konservierten Kopfes in der Serie wurde dieser wieder von Al Gore selber synchronisiert.
Derzeit steckt Gore viel Energie in den Fernseh- und Internetsender Current TV, den er gerne als Mix zwischen CNN und MTV positionieren möchte. Des weiteren erregt er Aufsehen mit einem Dokumentarfilm, der das Ziel hat, die US-amerikanische Bevölkerung über Treibhausgase und die damit verbundenen Klimaänderungen zu informieren. Al Gore führt dabei als "Hauptdarsteller" durch den Film. Vom Testpublikum auf dem Sundance Film Festival erhielt "An Inconvenient Truth" gute Kritiken. Der Start in den US-amerikanischen Kinos war der 24. Mai 2006.
In der aktuellen Diskussion um die Kandidaten für die nächsten Vorwahlen 2008 wird er von innerparteilichen Gegnern Hillary Clintons, als möglicher erneuter Kandidat der Demokratischen Partei gehandelt. Diese erhoffen sich von Gore eine bessere Verkörperung "klassischer Werte der Demokraten" als von Hillary Clinton.
Mann | US-Amerikaner | Vizepräsident der Vereinigten Staaten | Senator (USA) | Geboren 1948
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